Saint-Servan, Umschlagplatz und Fischhafen der Kommunen Saint-Malo, Paramé, Saint-Servan im Jahr 1944 | Conseil Régional de Bässe-Normandie, National Archives USA

Das Leben, nur ein Windstoß

Anthony Doerr ist einer der größten Erzähler Amerikas. Für »Alles Licht, das wir nicht sehen« erhielt er im vergangenen Jahr den Pulitzerpreis für Literatur. Der Roman ist zweifellos eines der eindrucksvollsten und berührendsten Bücher, das vom Kampf ums Überleben und der Unmenschlichkeit des Krieges erzählt. Seine Besprechung bildet den Auftakt einer Doppel-Kritik-Reihe, deren Gegenstück von Sabine Blackmore auf dem Blog Litdocs erschienen…

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Ein selbstherrlicher Blick zurück

Was hat das Genre des »Graphic Memoir« nicht schon an kunstvollen Werken hervorgebracht? Marjane Satrapis »Persepolis«, Alison Bechdels »Fun Home«, David B.s »L’Ascenscion du Haut Mal«, David Smalls »Stitches«, Mimi Ponds »Over Easy«, Harvey Pekars »American Splendor« oder Art Spiegelmans »Mouse« sind nur einige der besten Beispiele. Nun erscheint mit »Amazing, Fantastic, Incredible. A Marvelous…

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Berliner Literatur(t)räume

Das Literaturjahr 2015 hat gezeigt, dass Berliner Autoren erfolgreicher schreiben, als die Hauptstadtclubs Fußball spielen. Ob das Literaturjahr 2016 mithalten kann, bleibt abzuwarten, aber es gibt einiges, worauf man sich freuen kann. Das Schöne daran: der besonderen Provinzialität von Berlin wird schreibend definitiv ein Ende gemacht wird.

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#WomenDoBD oder: Realitätsverweigerung in Angoulême

  Gut drei Wochen, bevor das Internationale Comicfestival in Angoulême seine Tore öffnet, hat es seinen großen Skandal. Als die Festivalleitung zu Wochenbeginn die Nominierungsliste für den Großen Preis von Angoulême herausgab, befanden sich unter den 30 genannten Comickünstlern ausschließlich männliche Comicschaffende. Nachdem ein Drittel der Nominierten um Streichung von der Liste bat und Comickünstlerinnen…

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Totgeglaubte leben länger

Leonardo Di Caprio kämpft sich in Alejandro González Iñárritus »The Revenant – Der Rückkehrer« als schwerverletzter »lonesome cowboy« durch die Rocky Mountains. Der bislang härteste Film des amerikanischen Schauspielers ist zugleich der schwächste des mexikanischen Regisseurs.

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Zweitausendfünfzehn. Blume des Bösen.

Marvin Kleinemeier ist freier Fotograf, Journalist und enthusiastischer Vielleser. Er hat eine der einflussreichsten deutschsprachigen Webseiten zur Literatur des chilenischen Schriftstellers Roberto Bolaño ins Leben gerufen. Nachdem er sich 2014 unter dem Pseudonym Bob Sala erfolgreich in das Abenteuer Fotografie gestürzt und sich schnell einen Namen gemacht hat, ist 2015 anders verlaufen als erwartet. Statt von Shooting zu…

Jacques Audiard | © Weltkino

Die Last des Kriegers

Sie fliehen vor dem einen Krieg und finden sich in einem wieder. Jacques Audiard erzählt in seinem ausgezeichneten Sozialdrama »Dämonen und Wunder« vom Kampf um Anstand und Würde.

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Der Zeichner als Reporter

Mit dem Aufschwung der Neunten Kunst ist ein totgeglaubtes Subgenre wiederbelebt worden, dass den herkömmlichen Journalismus herausfordert. Gemeint ist der »Comic Journalism«, der meist in Form der visuellen Reportage daherkommt. Wenn »Zeichner als Reporter« aktiv sind, kann viel passieren, wie ein Blick auf verschiedene Arbeiten zeigt.

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Die Sirenen am Seitenrand

J. J. Abrams und Dough Dorst präsentieren mit »S. – Das Schiff des Theseus« klassische Odyssee, Detektivgeschichte und literarische Verschwörungstheorie in einem. Ihr haptisches Werk ist das Meta-Buch des Jahres, das wie kein anderes vorführt, wo die Grenzen des eBooks liegen. 

© Lucasfilm

Museumsführung mit Han Solo

Mit »Lost« und »Felicity« hat J.J. Abrams zwei der erfolgreichsten Serienhits der vergangenen Jahre geschrieben. Nun hat er George Lucas Sternenkriegssaga fortgeschrieben. »Star Wars. Das Erwachen der Macht« ist ein solider Han-Solo-Retro-Film, der dank einer gigantischen Werbemaschine sein Geld bereits eingespielt hat. Cineastisch ist er eher eine Enttäuschung, bei den Nominierungen für die Golden Globes 2016…

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Comicpreise in Angoulême: Deutsche Verlage dürfen hoffen

Die Nominierungen für Europas wichtigsten Comicpreis sind raus. Unter den Ausgewählten, die sich am 31. Januar Hoffnungen auf eine der Trophäen beim Comicfestival im französischen Angoulême machen können, sind zahlreiche Künstler, die in Deutschland verlegt werden. Der Berliner Zeichner Jakob Hinrichs ist der einzige Deutsche unter den nominierten Comickünstlern.

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Ein akademisches Wüstenschiff

Nur wenige der Projekte des brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer wurden außerhalb seines Heimatlandes verwirklicht. Die Universität von Algiers ist eines dieser Ausnahmeprojekte. Der Berliner Fotograf Andreas Rost hat den Campus in stechend scharfen Aufnahmen eingefangen und ein nahezu vergessenes Werk Niemeyers dokumentiert.

Die Brüder auf Autotour über die Insel © Rolf Konow DCM

Eine verschrobene Gesellschaft

Was haben die wohlschmeckenden Filets der Fleischergesellen Svend und Bjarne, die wurmzerfressenen Äpfel des gutgläubigen Pfarrers Ivan und die hasenschartigen Mischwesen fünf schräger Halbbrüder gemeinsam? Es sind skurrile Kopfgeburten des dänischen Kultregisseurs Anders Thomas Jensen, dessen düster-kongeniale Komödien zu den besten des europäischen Kinos gehören.

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»Von normaler Prosa versuche ich mich fernzuhalten«

Bora Ćosić ist zweifellos einer der größten osteuropäischen Autoren, über dreißig Bücher hat er bislang geschrieben. Mit »Die Rolle meiner Familie in der Weltrevolution« hat er seinen literarischen Durchbruch gefeiert, nun ist in Deutschland erstmals sein in den siebziger Jahren geschriebenes Opus Magnum »Die Tutoren« in der famosen Übersetzung von Brigitte Döbbert erschienen. Ein Gespräch über dieses sprachgewaltige und vielstimmige Werk, das in…

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»I had sex today… Holy shit!«

Das Regiedebüt der US-Amerikanerin Marielle Heller »The Diary of a Teenage Girl« ist ein faszinierend lockerer und zugleich verstörender Coming-of-Age-Film, der vom sexuellen Erwachen eines jungen Mädchens im San Francisco der siebziger Jahre erzählt. Die britische Schauspielerin Bel Powley glänzt in der Rolle der rebellisch-reflektierten Tagebuchautorin Minnie Goetze.

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Die Gemeinschaft ist eine Utopie

Anke Stellings Roman »Bodentiefe Fenster« stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis und auf der Hotlist des Preises der unabhängigen Verlage. Ausgezeichnet wurde der Roman schließlich mit dem Melusine-Huss-Preis. Die Wohlstandsgesellin Sandra erzählt darin ebenso ermattet wie sarkastisch von ihrem Alltag in einem offenen Wohnprojekt und davon, wie der Lebensauftrag ihrer Eltern, die Welt…