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Selbstfindungstrip nach Italien

Der französische Comiczeichner Alfred erzählt in »Come Prima« von zwei Brüdern, die nach Jahren der Trennung eine Reise nach Italien unternehmen und sich dabei selbst finden. Mit diesem preisgekrönten Album beweist sich Alfred als souveräner Meister seines Genres.

Grace mit ihrem Schützling Jayden | © 2013 Short Term Holdings, LLC

Wenn es dunkel wird

Der amerikanische Regisseur Destin Daniel Cretton ist mit »Short Term 12 – Stille Helden« das bewegende Porträt einer Auffangstation für seelisch und körperlich verletzte Jugendliche gelungen. Trotz zahlreicher Preise fand es nicht den Weg in die deutschen Kinos. Nun ist der Film als DVD erhältlich.

Foto: wikimedia commons

Transparenz statt Transzendenz

Wenn man an Literatur das Kriterium der Debattenfähigkeit anlegt, dann ist Dave Eggers Roman »Der Circle« zweifelsohne das Buch des Jahres. Sprachlich wenig ambitioniert ist Eggers »Zukunftsvision« jedoch nicht mehr als ein pennälerhaftes Spiegelbild der Gegenwart. Mit »Replay« hat der Münchener Autor Benjamin Stein bereits vor zwei Jahren ein wahrhaft abgründiges Zukunftsbild zum digitalen Fortschritt vorgelegt.

Tahar Rahim mit Zein und Dina Fakhoury |© bombero int. / Pandora Film 2014

Die Blutspuren des Kranichs

Nach dem Road-Movie »Gegen die Wand« und dem Generationenfilm »Auf der anderen Seite« beendet der deutsch-türkische Filmemacher Fatih Akin mit seinem Flüchtlingsdrama »The Cut« nicht nur seine Filmtrilogie Liebe, Tod und Teufel, sondern rührt auch an dem Tabu des armenischen Völkermords im Herkunftsland seiner Eltern.

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Sinn ist eine Fiktion

Nach seinem vielgelobten Debütroman »Das kalte Jahr« legt Roman Ehrlich mit »Urwaldgäste« ebenso verstörende wie betörende Erzählungen über die Widrigkeiten des Daseins vor. Ein Gespräch über die Arbeitsbedingungen der Moderne, den Menschen als Gestalter und den in die Irre führenden Anspruch eines sinnvollen Daseins.

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Favoritensterben oder aussichtsreiche Gefangenschaft

Wenn sich die Wirklichkeit nach Prognosen richten würde, hieße der diesjährige Literaturnobelpreisträger nicht Patrick Modiano, sondern Ngũgĩ wa Thiong’o oder Haruki Murakami. Ein Blick auf das Werk der beiden Ausnahmeautoren, die als Favoriten in aller Munde waren, über die jetzt auf der Messe aber kaum noch jemand redet.

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Der Häuptling der Aussteiger

Lutz Seiler erzählt in seinem Inselroman »Kruso« von einer außergewöhnlichen Freundschaft und der Sehnsucht des Menschen nach Freiheit. Die ergreifende Robinsonade ist eine magische Hymne, deren eindringliche Musikalität Gänsehaut verursacht.

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Lutz Seiler gewinnt Deutschen Buchpreis

Mit seinem Aussteiger-Roman »Kruso« hat Lutz Seiler gleich den wichtigsten deutschen Literaturpreis gewonnen. Seine Laudatio wurde dann »ein großer Bahnhof« für diejenigen, die hinter dem Roman stehen, und einen prominent ignorierten Teil der Literatur.

Foto: wikimedia commons

Willkommen im Prekariat

Zwei Romane hat Thomas Melle bislang geschrieben, zwei Mal landete er auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Sein in diesem Jahr nominierter Roman »3000 Euro« erzählt von den Sorgen einer alleinerziehenden Mutter und eines obdachlosen Ex-Juristen.

Ian Kirk via wikimedia commons

Die Krähen picken noch immer

Marica Bodrožić entlockt der deutschen Sprache mit ihrer bilderreichen Poesie einen Klangraum von seltener Klarheit. In ihrem aktuellen Essay »Mein weißer Frieden« erkundet sie Wege, um eine Sprache für das vermeintlich Unsagbare und tatsächlich Ungesagte zu finden. »Weil es sagbar ist«, wie schon Carolin Emcke wusste. 

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Ein Leben in Augenblicken

Der Wiener Autor Robert Seethaler entführt die Leser seines neuen Romans in ein abgelegenes Alpental, wo Andreas Egger »Ein ganzes Leben« verbringt. Nach dem großen Erfolg seines Wien-Romans »Der Trafikant« legt Seethaler ein weiteres Wunderwerk der Überlieferung vor.

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Die weibliche Seite von »Tschick«

In Wolfgang Herrndorfs Millionenbestseller begegnen dessen Helden Maik und Andrej (Tschick) dem Müllmädchen Isa. Sie hilft den beiden Jungs, Benzin aus einem Golf zu klauen und fährt ein paar Kilometer mit ihnen mit, bevor sie sie wieder verlässt. In »BILDER deiner großen LIEBE« wird ihre Geschichte erzählt.

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»Stattdessen Isa, Roadmovie zu Fuß«

Wolfgang Herrndorfs unvollendeter Roman »BILDER deiner großen LIEBE« erzählt die Geschichte des »Müllmädchens« Isa Schmidt, die in seinem Jugendroman »Tschick«, wenn man so will, »die dritte Hauptfigur des Buchs« darstellt, wie Kathrin Passig und Marcus Gärtner im Nachwort zu dem nun von ihnen herausgegebenen Isa-Roman schreiben. In seinem Blog »Arbeit und Struktur« hat sich Wolfgang Herrndorf…

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Jahrtausendfigur oder: Das Echo des Franz Kafka

Achtzehn Jahre hat der Literaturwissenschaftler und Wissenschaftslektor Reiner Stach an seiner dreibändigen Kafka-Biografie geschrieben. Er entfaltet darin nicht nur ein Leben, zwischen dessen äußerer und innerer Biografie ein tiefer Graben verläuft, sondern porträtiert darin Kafkas Prag in der Epoche der »Nervosität«. Der unnahbare Franz Kafka wird uns bei Stach plötzlich sehr vertraut.

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Das Leben ausgekotzt

Lisa Kränzler lässt die Leser ihres neuen Romans einmal mehr durch den zähen Sumpf der Adoleszenz waten. »Lichtfang« ist die Geschichte von einer, die auszog, dem Leben das Fürchten zu lehren.

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Abschluss eines Meisterwerks

Manu Larcenet hat mit »Blast. Pourvu que les Bouddhistes se trompent« in Frankreich den vierten und letzten Teil seines Meisterwerks vorgelegt. Er lüftet die Geheimnisse im Fall Polca Mancini und vollendet sein Werk spektakulär.