00006Zuflucht nehmen

Die arabische Welt ist nicht weit von Europa entfernt

Seit Jahren schreibt Prix-Goncourt-Preisträger Mathias Énard an einem West-Östlichen Diwan der Moderne. In seinen Romanen überwindet er dafür Zeit und Raum. Gemeinsam mit der Comiczeichnerin Zeina Abirached lässt er nun auch die Dimension des Wortes hinter sich. Ein Gespräch über Flucht früher und heute, die Kraft der Liebe und Ènards Begeisterung für die Neunte Kunst.

The Dead Don't Die – Universal Pictures

Ein gewagtes Spiel mit dem Genre

Nach der Vampirkomödie »Only Lovers left alive« widmet sich Jim Jarmusch erneut der Welt der Untoten. Seine cineastische gelungene Alternative zum Hochglanzhorrorkino ist filmpolitisch jedoch zumindest umstritten.

César Aira in New York | Foto: Jesse Ruddock (http://jesseruddock.com/blog/2015/3/24/csar-aira)

»Neun von zehn Büchern schreibe ich nicht zu Ende«

Wenn in diesem Jahr zwei Literaturnobelpreise vergeben werden, ist der Argentinier einer der heißesten Anwärter. Die novellenhaften Werke des von Patti Smith und David Foster Wallace verehrten Autors sind so voller Fantasie, dass man kaum mehr von magischem Realismus sprechen kann. Ein Gespräch über seinen besonderen Stil und die Möglichkeit von Zeitreisen mit dem in Buenos…

DSC_6791_Ray&Liz_RobBakerAshton

Ganz unten

Der britische Fotograf Richard Billingham erzählt in seinem Filmdebüt »Ray & Liz« die erbärmliche Geschichte seiner Familie. Seine Bebilderung der Verhältnisse ist kompromissloser als Ken Loachs »Ich, Daniel Blake« und reflektierter als Fatih Akins »Der Goldene Handschuh«.

Marlene Stark, Anna Gien | Foto: Julien Menand

»Wenn alles schwanzgemacht ist, was bin dann ich als Frau im Verhältnis zu diesem Schwanz?«

Marlene Stark und Anna Gien haben einen der ungewöhnlichsten Romane des Frühjahrs geschrieben. Im Ringen um Macht und Anerkennung setzt ihre Erzählerin »M« erst den eigenen Körper und dann die Körper ihrer Bekannten aufs Spiel, denn alle Lechzen nach Erlösung und Befriedigung. Ein Gespräch über ihren Roman »M«, den »erotisierten Zoo« der Kunstszene, die »Totalzerfickung aller…

Ein japanischer Amerikaner entrollt dieses Banner am Tag nach dem Angriff auf Pearl Harbor. Dorothea Lange nahm diese Fotografie im März 1942 auf. | Foto: Dorothea Lange

Weder Heimat noch Fremde

Was heißt es, fremd im eigenen Land zu sein? Wie überwindet man die Bürde der eigenen Herkunft? Wie findet man seinen Platz in der Welt? John Okada erzählt in seinem wiederentdeckten Klassiker »No No Boy« eindrucksvoll von den Folgen getroffener Entscheidungen.

Nadav Lapid: Synonymes |  © Guy Ferrandis / SBS Films

Israelischer Film »Synonymes« gewinnt Goldenen Bären

Mit Nadav Lapid hat erstmals ein Israeli den Preis für den besten Film gewonnen. Die beiden Darsteller-Bären gehen an die beiden Hauptdarsteller im chinesischen Drama »So Long, My Son«. Auch zwei deutsche Regisseurinnen wurden mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet. Insgesamt konkurrierten lediglich 16 Filme um die acht Berlinale-Bären.

Wang Xiaoshuai: So long, my son | © Li Tienan / Dongchun Films

Ein einfaches Leben

So früh war das Rennen um die Bären noch nie zu Ende. Nachdem der chinesische Beitrag »One Second« von Zhang Yimou wegen »technischer Probleme« kurzfristig gestrichen wurde, beschließt dessen Landsmann Wang Xiaoshuai mit dem sehenswerten Drama »So long, my son« bereits am Donnerstag den Wettbewerb der 69. Berlinale. Die chinesischen Beiträge im Festival haben einen…

Angela Schalenec: Ich war zuhause, aber | © Nachmittagfilm

Sprachlos in Zwischenwelten

Angela Schalenec hat über Jahre im Forum der Berlinale ihre Filme vorgestellt. Nun ist sie mit ihrer fragmentierten Familienanordnung »Ich war zuhause, aber…« erstmals im Wettbewerb vertreten.

Fatih Akin: Der Goldene Handschuh | © Gordon Timpen / 2018 bombero int./Warner Bros. Ent.

Würge(r)kino

Mit hohen Erwartungen ist Fatih Akins Verfilmung von Heinz Strunks Roman »Der Goldene Handschuh« in den Wettbewerb der Berlinale gegangen. Der Film weist in seinem Handwerk Parallelen zu Takis Würgers viel kritisiertem Roman »Stella« auf.

Teona Strugar Mitevska: God exists, her name is Petrunya | © sistersandbrothermitevski

Gott ist eine starke Frau

Die mazedonische Regisseurin Teona Strugar Mitevska ist ein Eigengewächs der Berlinale. Vier mal war sie bereits in der Sektion Panorama zu Gast. Mit »God exists, her name is Petrunya«, einem heiteren Manifest gegen religiöse Borniertheit und toxische Männlichkeit, ist sie erstmals im Wettbewerb vertreten.