Nazif Mujic spielt sich in »An Episode in the Life of an Iron Picker selbst« | © Danis Tanović

Filmisches Manifest gegen die Diskriminierung

Das Roma-Drama »An Episode in the Life of an Iron Picker« des bosnischen Oscar-Preisträgers Boris Tanovic wurde bei der 63. Berlinale mit zwei Silbernen Bären ausgezeichnet. Tanovic erhielt den Großen Preis der Jury, sein Hauptdarsteller Nazif Mujic wurde als bester Darsteller geehrt.

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Am untersten Ende der Gesellschaft

Der mit zwei Silbernen Bären ausgezeichnete Film An Episode in the Life of an Iron Picker erzählt die Geschichte von Nazif und Senada, die in einem kleinen Dorf in bitterarmen und harten Verhältnissen leben. Den Lebensunterhalt der vierköpfigen Familie verdient Nazif mit dem Handel von Schrott, indem er Autos mit Hammer und Axt zerlegt und diese dann…

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Demokratie einklagen

Die Debatte um den Legitimationsverlust der klassischen repräsentativen Demokratie befand sich im Dornröschenschlaf. Die Finanzkrise hat sie aufgrund des eklatanten Mangels demokratischer Verständigungsprozesse im rasanten Tempo der Märkte neu entfacht. Besteht die Demokratie nur noch aus der formalen Hülle ihrer Institutionen, die durch eine elitäre Kultur von Experten ersetzt wurde? Oder liegt in der Krise…

Cornelia in »Child's Pose« | © Cos Aelenei

Osteuropäische Dramen räumen Bären ab

Die Berlinale hat sich einmal mehr als politischstes aller Filmfestivals bewiesen. Das rumänische Drama »Poziţia Copilului« von Calin Peter Netzer wurde als Bester Film mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet. Silberne Bären gingen außerdem an den bosnischen Roma-Film »An Episode in the Life of an Iron Picker«, dem kasachischen Beitrag »Harmony Lessons« und Jafar Panahis heimlich…

© Harmony Lessons Film Production

Der Mensch ist des Menschen Wolf

Der erst 29-jährige Regisseur Emir Baigazin aus Kasachstan stellt auf der Berlinale mit »Harmony Lessons« eine außergewöhnlich feinfühlige, und zugleich brachiale Gesellschaftsstudie seiner Heimat vor.

Guillaume Nicloux »La Religieuse«

Lauf um dein Leben!

Mit »Die Nonne« des französischen Regisseurs Guillaume Nicloux und »Im Namen des…« der polnischen Filmemacherin Małgorzata Szumowksa zeigen zwei Filme aus dem Wettbewerb der diesjährigen Berlinale die fanatische Seite des Religiösen. Sowohl Nicloux’ Adaption von Denis Diderots gleichnamigen Romanfragment als auch Szumowskas Geschichte eines homosexuellen Priesters in Polen machen deutlich, wie der Mensch im Mahlwerk der…

Barbu in »Child's Pose« | © Cos Aelenei

Fressen und Gefressen werden

Der rumänische Regisseur Calin Peter Netzer erzählt in seinem Psychodrama »Poziţia Copilului« eine bedrückende Geschichte von Macht, Einfluss und Korruption am Rande und im Herzen der gegenwärtigen rumänischen Gesellschaft.

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Eine Ode an das Alter

Die Hauptdarstellerin des chilenischen Beitrags »Gloria«, Paulina Garcia, legt eine der eindrucksvollsten schauspielerischen Leistungen auf der diesjährigen Berlinale hin. Der Film ist eine laute Ode an das Leben, in der die leisen Töne nicht minder beeindruckend sind.