Big Brother is watching you | © Jonathan Macintosh via Flickr (CC BY-SA 2.0)

Der gläserne Bürger

Gemeinsam fordern die Schriftsteller Juli Zeh und Ilija Trojanow Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, die Ausspähung der Bürger durch den amerikanischen Geheimdienst zu unterbinden. In ihrer provokanten Streitschrift »Angriff auf die Freiheit« riefen sie schon 2009 dazu auf, dem Ausverkauf der Privatsphäre den Kampf anzusagen.

Speerwerfer in den 1940er Jahren | wikimedia commons

Der Wink der Rachegöttin

Er gehört zu den Granden der amerikanischen Literatur. Der Autor Philip Roth glänzt mit seinem Roman »Nemesis«, einer düsteren Tragödie vor fiktiv-historischem Hintergrund, einmal mehr – und womöglich ein letztes Mal.

Demonstration gegen ACTA in Leipzig | Foto: iwanp via Flickr (CC BY-SA 2.0)

Das Kommunistische Manifest 2.0?

Wenig Falsches, nichts Neues. Die Flugschrift »Der kommende Aufstand« wurde einst als ideologische Blaupause für die kommenden Aufstände der westlichen Welt gehandelt. Die im Gewand der Revolution daherkommende Schrift ist jedoch nur ein Dokument dessen, was man Linkskonservativismus schimpfen muss.

Audrey Hepburn in "Frühstück bei Tiffany"

Ich bin Schriftsteller und verwende alles

Kaum ein Enthüllungsbuch erschütterte den Mikrokosmos der High Society so sehr, wie Truman Capote’s Romanfragment »Erhörte Gebete«. Das in der Zürcher Werkausgabe neu übersetzte unvollendete Buch ist Capotes Abrechnung mit der globalen Schickeria, die sich seit Erscheinen seines Erstlingsromans »Andere Stimmen, andere Räume« um das »literarische Wunderkind« gescharrt hat, um im Licht seines Ruhmes auch…

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»Von hehren Ideen der Liebe und des Lebens«

Der Architekt des New Yorker Guggenheim-Museums ist eine der amerikanischen Lichtgestalten des 20. Jahrhunderts. Frank Lloyd Wright, Stararchitekt, Frauenheld und Egomane. T.C. Boyle lässt in seinem neuen Roman »Die Frauen« Wrights Leben erzählen – aus der Perspektive seiner Ehefrauen und Geliebten.

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Eine falsche Vorstellung vom Gesetz

Ursula Krechel lässt in »Landgericht« einen ins Exil geflohenen jüdischen Juristen zurückkehren in das Land der Täter. Noch nie wurde der beschämende Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte derart akribisch und sprachgewandt seziert, wie in Krechels völlig zu Recht ausgezeichneten Roman.

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Die Banlieue als Baustelle

Nach den Unruhen in den französischen Vorstädten unterzog der Soziologe Robert Castel die gesellschaftlichen Verhältnisse in Frankreich einer schonungslosen Untersuchung. Dabei stellte er fest, dass nicht die fehlende Integration der Einwandererkinder in den Vorstädten, sondern die gesellschaftliche Realität der Grande Nation den Anlass für die Ausschreitungen darstellte.

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„Solschenizyn kennt und versteht das Lager nicht!“

Niemand hat so eindringlich den russischen Gulag beschrieben, wie Warlam Schalamow. Mit dem Band »Künstler der Schaufel« liegen der dritte und vierte Zyklus seiner beeindruckenden »Erzählungen aus Kolyma« vor. Der Band »Über Prosa« enthält brillante und kluge Reflektionen des eigenen Schaffens sowie Briefe an Alexander Solschenizyn oder Boris Pasternak.

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500 Tage in der Höhle oder: dem Holocaust entkommen

Der Höhlenforscher Christopher Nicola stieß vor 20 Jahren in einer ukrainischen Höhle auf ein paar Knöpfe, alte Schuhe und Medizinflaschen. Über zehn Jahre suchte er nach den ehemaligen Besitzern. Der Dokumentarfilm »NO PLACE ON EARTH« erzählt von der jahrzehntelangen Suche nach einer unglaublichen Geschichte des Überlebenskampfes von einigen jüdischen Familien während des Zweiten Weltkriegs. Ich…

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Kann denn Liebe Sünde sein?

Zwei kleine, aber kluge Bücher befassen sich mit den intensivsten aller Gefühle. Während Deutschlands bekanntester Nachkriegssoziologe Niklas Luhmann recht sachlich über die Liebe als »Motivation zur Selektion« schreibt, präsentiert der Philosoph Simon Blackburn eine überaus lesenswerte Ideen- und Mythengeschichte der Wollust.

Das zerstörte Kiew im Zweiten Weltkrieg (1941) | wikimedia commons

Vom Entgleisen der Welt

Wassili Grossmans Roman »Leben und Schicksal« ist eine fulminante Apologie des Menschen in barbarischen Zeiten. Dieses opus magnum nennt das Falsche falsch und das Richtige richtig – ein existenzielles Wagnis für Autor und Werk, wenn die Anhänger des Falschen das Sagen haben.

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Kleine Bücher mit großen Inhalten

Das Hamburger Institut für Sozialforschung hat renommierte Soziologen danach gefragt, wie angesichts der uns umgebenden postmodernen Verhältnisse mit den Klassikern der Soziologie umzugehen ist und inwiefern deren Theorien und Ansichten überhaupt noch Relevanz besäßen. Im Rahmen einer Vorlesungsreihe unter dem Titel »InstitutsMontage« wurden einzelne Gesichtspunkte von insgesamt zehn Klassikern der Soziologie diskutiert. Acht der Vorträge liegen…

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Mangelnde Begabung zur Unbeschwertheit

Für seinen Erstlingsroman »Grenzgang« wurde Stephan Thome vor drei Jahren mit Lorbeeren überschüttet. Der Roman gelangte bis auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Auch sein zweiter Roman »Fliehkräfte« hat es auf die Liste der Top-Anwärter für den Deutschen Buchpreis geschafft. Aber warum?