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Der mächtigste Mythos der Menschheit

»Beide, Adam und seine Frau, waren nackt, aber sie schämten sich nicht voreinander.« Stephen Greenblatt entfaltet in »Die Geschichte von Adam und Eva« ein weites kulturhistorisches Panorama abseits des historischen Mythos, mit dem er den Kern der biblischen Geschichte wie die verschiedenen Interpretationen der Geschichte der ersten Menschen freilegt.

US-Präsident Barack Obama während seiner Rede zur Lage der Nation vor dem 111. Kongress am 27. Januar 2010 (Audioaufnahme); im Hintergrund Vizepräsident Joe Biden (in seiner Rolle als Senatspräsident) und Nancy Pelosi, die Sprecherin des Repräsentantenhauses.

Wider die Unfreiheit, über Rasse zu sprechen

Ta Nehisi-Coates liefert mit »We were eight years in power» den überfälligen Klartext zum tief verwurzelten Rassismus in den USA, der während der achtjährigen Amtszeit von Barack Obama Schwung holte, um umso radikaler zurückzukommen. Diese »amerikanische Tragödie« beeindruckt in ihrer unwiderstehlichen Argumentation und bestechenden Logik. Ohne Zweifel eine der wichtigsten Analysen der jüngsten US-amerikanischen Geschichte.

Haslett-Titel

Schmerz in den Genen

Der Amerikaner Adam Haslett beobachtet in seinem Roman, wie sich eine Familie gegen die Depression wehrt. »Stellt Euch vor, ich bin fort« ist auch von seiner persönlichen Erfahrung des Verlusts geprägt.

Zorn

Das Unbehagen an der Moderne

Der indische Publizist Pankaj Mishra analysiert die gegenwärtige globale Krise und erklärt uns, warum der Zorn und das Ressentiment zu zentralen politischen Kategorien geworden sind. Sie sind nicht erst gestern entstanden, sondern blicken auf eine mehr als 200 Jahre währende Geschichte zurück.

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Vorwärts in die Vergangenheit

2017 war das Jahr der Krise der Demokratie. Zwischen hoffnungsvollem Pessimismus und vorsichtigen Optimismus schwanken die Analysen und Prognosen von Philipp Blom und Bernd Ulrich. Übereinander gelegt entfalten »Was auf dem Spiel steht« und »Guten Morgen, Abendland« eine beindruckende intellektuelle Wucht. In einem stimmen sie überein: Ein leichtes Unterfangen wird die Neuerfindung der Demokratie nicht.

Idaho-Schnee-Gras

Die letzten Gesänge eines Genies

Dem Tod geweiht erzählt Amerikas Ausnahmeästhet Denis Johnson in seinen letzten Erzählungen vom Leben. In seiner Geschichtensammlung »Die Großzügigkeit der Meerjungfrau« wird noch einmal sichtbar, wie bildgewaltig und facettenreich der vor einem Jahr verstorbene Autor, der sich selbst einmal als Ozzy Osborne der Literatur bezeichnete, gegen die Kälte der Gegenwart anschrieb.

Titel-Harari

Neuer Sinn für eine neue Welt – Der Mensch als Gott

Yuval Noah Harari, vor kurzem 42 Jahre alt geworden, gilt als intellektueller Superstar. Auf dem World Economic Forum sprach er dieses Jahr zwischen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Emanuel Macron. Die Deutsche rief ihm sogar zu, seine Bücher gelesen zu haben. Sein neuestes Buch »Homo Deus« müsste sie alarmiert haben.

Die Internationale Jury mit Festivaldirektor Dieter Kosslick und der Moderatorin Anke Engelke bei der Eröffnungsgala | Foto: Richard Hübner, Berlinale 2018

Unsere Lieblingsfilme auf der 68. Berlinale im Überblick

Über 400 Filme werden auf der diesjährigen Berlinale gezeigt. In unserer Berichterstattung konzentrieren wir uns auf den Wettbewerb, in dem 24 Filme gezeigt werden und 19 um die Bären konkurrieren. Aber auch in den anderen Sektionen (Panorama, Forum, Generationen etc.) werden sehenswerte Filme gezeigt. Auch wir haben nur einen kleinen Ausschnitt unter die Lupe nehmen…

Touch me Not von Adina Pintilie © Manekino Film, Rohfilm, Pink, Agitprop, Les Films de l'Etranger

We are so fucked: Bodypolitics auf der 68. Berlinale

Am Ende wenden sich zwei Frauen aus Osteuropa dem brisanten Thema »Bodypolitics« zu. Die rumänische Regisseurin Adina Pintilie konfrontiert die Zuschauer mit einem verstörenden Forschungsprojekt, in dem alle Hüllen fallen, Małgorzata Szumowska macht einen jungen Schönling zum Ungeheuer und beobachtet vor dem Hintergrund von Polens national-religiöser Ideologie die Reaktionen.

Don’t Worry, He Won’t Get Far on Foot © 2018 AMAZON CONTENT SERVICES LLC / Scott Patrick Green

Auf Rollen zurück ins Leben

Gus van Sant und Joaquin Phoenix erobern auf Rädern die Berlinale. Ihr hinreißender Film »Don’t worry, he won’t get far on foot« erzählt die Geschichte des Alkoholikers, Rollstuhlfahrers und Cartoonisten John Callahan.

Transit © Schramm Film / Marco Krüger

Viel Mittelmaß, wenig Brillanz

Zur Halbzeit der 68. Berliner Filmfestspiele hat man den Eindruck, Festivaldirektor Dieter Kosslick will erneut beweisen, dass es ihm partout nicht gelingen mag, einen Wettbewerb mit ausreichend großen Filmen zu bestücken. Die Höhe- und Tiefpunkte der ersten fünf Festivaltage.