Titel_Der-Scheik-von-Aachen

Im trauten Kaff der Erinnerung

Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2017, verheißt schon der Titel von Brigitte Kronauers neustem Roman »Der Scheik von Aachen« sowohl eine interessante Lektüre als auch versierte Einbettung in die deutsche Literatur und Geschichte. Doch weder die durchaus überraschende Wahl des Handlungsortes Aachen – der Krönungsstadt deutscher Könige und Kaiser – noch der intertextuelle…

Titelbild-Wysocki

Am Anfang war das Wort

Am 28. März wird die Berliner Kritikerin und Autorin Gisela von Wysocki mit dem Heinrich-Mann-Preis 2017 der Akademie der Künste ausgezeichnet. Damit wird nicht nur Wysockis umfangreiches essayistisches Werk geehrt, sondern dezidiert auch ihre Romane, in denen es der Schriftstellerin gelungen sei, „den poetisch durchleuchteten Lebensmoment zum Element einer Großform zu machen, in der das…

© Karin Rocholl

Die Zeit der großen Gebildeten ist vorbei

Thea Dorn hat mit ihrem Roman »Die Unglückseligen« (hier unsere Besprechung) einen fulminanten Wissenschaftsroman geschrieben, mit dem sie den Fauststoff in die Gegenwart hebt. Wir sprachen mit ihr über Grenzüberschreiter, Naturphilosophen, Blowjobs, »Breaking Bad« und die Position der Autorin im Literaturbetrieb.

Frank Horvat, Mode à Longchamp, Givenchy hat, Paris, 1958 © Frank Horvat

Der flüchtige Blick in den Spiegel

Noch bis 4. September zeigt die c/o Berlin Galerie im Amerikahaus unter dem Titel »Allure [frz. Stil, Eleganz]« eine sorgfältig kuratierte Auswahl an Fotografien aus der Sammlung von Susanne von Meiss. Die zahlreichen Aufnahmen der verschiedensten Genres – Modefotografie, Street Photography oder Conceptual Photography – eint, dass sie einen flüchtigen Moment fotografisch festhalten und sichtbar…

Lars Eidinger als Hamlet an der Berliner Schaubühne | Foto: Arno Declair

Fünf Gründe, warum wir Shakespeare lesen sollten

Dass Shakespeares dramatisches und lyrisches Werk keine leichte Kost ist, wollen wir nicht bestreiten. Warum sich die (Re-)Lektüre lohnt, und zwar nicht nur an seinem 400. Todestag, sondern immer wieder, dafür gibt es unzählige gute Gründe. Einige der wichtigsten Argumente, »The (Immortal) Bard« immer griff- und lesebereit zu haben, sind hier versammelt.  

Morning portrait session with lovely Jules | Copyright: Bob Sala @ http://rum-diary.net/

Im Kammerspiel der Paarbeziehung

Die Datenschutzaffäre beim Seitensprungportal Ashley Madison bestätigt einmal wieder, was weithin bekannt ist, ohne jemals tatsächlich hinterfragt zu werden: sexuelle Untreue ist ein Dauerthema in Langzeitbeziehungen und häufig ein Trennungsgrund. In ihrem im Frühjahr erschienenen Roman »Der Tag, als meine Frau einen Mann fand« geht Sibylle Berg dem Mythos der sexuellen Erfüllung in der Paarbeziehung…

Ausschnitt-Titel

Der schmale Grat

Zwischen Larmoyanz und Melancholie liegt nur ein schmaler Grat. In seinem Roman »Verlangen und Melancholie« wandelt Schriftsteller Bodo Kirchhoff bisweilen daran entlang – und weiß dabei zum Glück, was er tut.

Freiheitsstatue 2009 | Foto: wikimedia commons

Der amerikanische (Alb)Traum

Die anglo-amerikanische Literaturkritik feiert ihn als »neuen Franzen«. Matthew Thomas verkauft sein Erstlingswerk »Wir sind nicht wir« für einen Millionenbetrag und wird über Nacht zum literarischen Shootingstar. Für Thomas scheint sich nun der amerikanische Traum zu erfüllen – ein Privileg, das er den Figuren in seinem Roman verweigert.

Heutige Endstation Nam Tok Sai Yok Noi

Menschlichkeit in Zeiten des Krieges

Richard Flanagans Erinnerungsroman »The Narrow Road to the Deep North« setzt der banalen Gewalt des Krieges eine tiefe Menschlichkeit entgegen. Im Oktober gewann er mit dem Roman den Man Booker Prize. Vor der Preisverleihung hatte es intensive Diskussionen um die Änderungen der Regularien des bedeutendsten britischen Literaturpreises gegeben.