Figlia mia | Daughter of Mine © Vivo film / Colorado Film / Match Factory Productions / Bord Cadre Films

Geliebte und Mutter

An den ersten Tagen der Berlinale wussten zwei ungleiche Frauenpaare zu beeindrucken. In Marcelo Martinessis Drama »Las Herederas« haben sich die in die Jahre gekommenen Freundinnen Chela und Chiquita auseinandergelebt, in Laura Bispuris Sardinien-Mutter-Drama »Figlia Mia« streiten sich zwei gegensätzliche Frauen um ein beeindruckendes junges Mädchen.

Isle of Dogs | Isle of Dogs – Ataris Reise © 2017 Twentieth Century Fox

Die ReBELLion von Trash-Island

Wes Andersons Animationsfilm »Isle of Dogs« eröffnet die Berlinale. Nach »Der Fantastische Mr. Fox« ist dies bereits der zweite Stop-Motion-Film des amerikanischen Ausnahmeregisseurs, in dem er einmal mehr mit viel Liebe zum Detail ein faszinierendes Universum vor den Augen der Zuschauer entstehen lässt.

Sebastiao Lelio

Hinreißend und bedrückend

In Sebastiáo Lelios Drama »Eine fantastische Frau« ist mit Daniela Vega eine außergewöhnliche Schauspielerin zu entdecken, die mit großer Würde die Rolle von Marina Vidal ausfüllt. Marina hieß vor Jahren Daniel und sucht nun in der neu gewählten Rolle der Frau ihren Platz in der machistischen chilenischen Gesellschaft.

Malla Hukkanen © Sputnik Oy

Kaurismäki stark, deutschsprachige Beiträge blass

Die Berlinale geht in ihr Abschlusswochenende, 18 Filme konkurrieren um die Bären, die am Samstagabend vergeben werden. Auf einen absolut herausragenden Beitrag wartete man im Wettbewerb bis zum Schluss vergeblich. Dennoch gibt es einen Geheimfavoriten. Der stärkste Film des Festivals lief in der Sektion Panorama.

© Federica Valabrega

Ein Kampf um den eigenen Sohn

Erst verliert er seine Mutter, dann muss der Sohn des jüdischen Verkäufers Menashe aus religiösen Gründen zu seinem Onkel ziehen. Joshua Z. Weinsteins Film »Menashe« erzählt von radikalen Regeln des ultraorthodoxen Judentums und dem Leben in einer Parallelgesellschaft.

Ildikó Enyedi: »On Body and Soul«

Tierisch überzeugend

Nach einem Drittel des Wettbewerbs bei der Berlinale fällt auf, dass das Politische und das Animalische eng miteinander verbunden sind. Rehe, Affen und Zebrapferde sind bislang die stillen Helden der diesjährigen Filmfestspiele. Ein arbeitsloser Kulturjournalist, ein mürrischer Künstler und eine bezaubernde Mannfrau machen hingegen laut auf sich aufmerksam.

© Roger Arpajou

Berlinale eröffnet politisch

Etienne Comars Biopic über den Jazz-Pionier und Sinti Django Reinhardt ist eine solide inszenierte Musikergeschichte, die vor allem als politischer Appell in einem nach rechts rückenden Europa überzeugt.

Kunst-berlinale-2017

Künstlerbiografien und Bandgeschichten

Die 67. Berlinale eröffnet heute Abend mit Etienne Comars Biopic »Django«. Der Verfilmung des Lebens des französischen Künstlers Django Reinhardt, der als Vorreiter des europäischen Jazz gilt, steht im Wettbewerb eine Dokumentation von Joseph Beuys gegenüber. Andere Beiträge widmen sich dem Schweizer Maler Alberto Giocometti, der kanadischen Künstlerin Maud Lewis, der elektronischen Pionierformation Tangerine Dream…

© Touchstone Pictures

Die Neunte Kunst im Kino

Der amerikanische Comiczeichner Dash Shaw präsentiert mit »My Entire High School Sinking into the Sea« auf der 67. Berlinale seinen ersten Kinofilm. Außerdem die Verfilmung von Masamune Shirōs Manga »Ghost in the Shell« und von Chester Goulds »Dick Tracy«-Strips sowie Luc Bessons »Das fünfte Element« nach Ideen von Moebius.

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Raus aus der Wüste

Arash und Anoush machen Musik, die dem iranischen Regime nicht gefällt. Der Film »Raving Iran« erzählt von ihrem Leben im Untergrund und ihrer Flucht nach Europa.

© & TM Lucasfilm Ltd.

MEGA-Krieg der Sterne

Gareth Edwards »Star Wars: Rogue One« is a rough one! Dem britischen Regisseur ist mit seiner Auskopplung aus dem Weltraumepos etwas gelungen, was ihm niemand zugetraut hat: einen Film zu schaffen, der für sich steht. »Rogue One« ist ein nicht unwesentlich großes und sehenswertes Puzzlestück im großen Weltraummärchen, das bislang im Gesamtbild gefehlt hat.