Kunst-berlinale-2017

Künstlerbiografien und Bandgeschichten

Die 67. Berlinale eröffnet heute Abend mit Etienne Comars Biopic »Django«. Der Verfilmung des Lebens des französischen Künstlers Django Reinhardt, der als Vorreiter des europäischen Jazz gilt, steht im Wettbewerb eine Dokumentation von Joseph Beuys gegenüber. Andere Beiträge widmen sich dem Schweizer Maler Alberto Giocometti, der kanadischen Künstlerin Maud Lewis, der elektronischen Pionierformation Tangerine Dream…

© Touchstone Pictures

Die Neunte Kunst im Kino

Der amerikanische Comiczeichner Dash Shaw präsentiert mit »My Entire High School Sinking into the Sea« auf der 67. Berlinale seinen ersten Kinofilm. Außerdem die Verfilmung von Masamune Shirōs Manga »Ghost in the Shell« und von Chester Goulds »Dick Tracy«-Strips sowie Luc Bessons »Das fünfte Element« nach Ideen von Moebius.

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Raus aus der Wüste

Arash und Anoush machen Musik, die dem iranischen Regime nicht gefällt. Der Film »Raving Iran« erzählt von ihrem Leben im Untergrund und ihrer Flucht nach Europa.

© & TM Lucasfilm Ltd.

MEGA-Krieg der Sterne

Gareth Edwards »Star Wars: Rogue One« is a rough one! Dem britischen Regisseur ist mit seiner Auskopplung aus dem Weltraumepos etwas gelungen, was ihm niemand zugetraut hat: einen Film zu schaffen, der für sich steht. »Rogue One« ist ein nicht unwesentlich großes und sehenswertes Puzzlestück im großen Weltraummärchen, das bislang im Gesamtbild gefehlt hat.

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Der Groove der Freiheit

Der Film »Raving Iran« erzählt die Geschichte des DJ-Duos Blade & Beard. Arash und Anoosh sind aus dem Iran geflohen, um ohne Angst auflegen zu können. Wir sprachen mit beiden über das Leben im Iran, heimliche Filmaufnahmen und den Klang der Freiheit.

Peggy Guggenheim posiert in einer Kutsche.
| © Roloff Beny / Courtesy of National Archives of
Canada

Ein Leben für die Kunst

Peggy Guggenheim hat die wohl bedeutendste Sammlung der modernen Kunst des 20. Jahrhunderts quasi im Alleingang zusammengetragen. Die Dokumentarfilmerin Lisa Vreeland zeigt die schillernde Weltbürgerin der internationalen Kunstszene, aber auch die einsame Frau.

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Der innere Krieg

So wie es kein richtiges Leben im falschen gibt, scheint es keine Menschlichkeit in der Zivilisationslosigkeit des Krieges zu geben. Tobias Lindholm erzählt in seinem Film »A War« eindrucksvoll von einem Mann, der auf einem schmalen Grat wandelt.

Die Tribute von Panem | © Murray Close

Der Mythos des Spotttölpels

Erst stark, dann schwach – die Verfilmung von Suzanne Collins Weltbestseller-Trilogie »Die Tribute von Panem« ist komplett. Können die ersten beiden Teile noch prächtig unterhalten, gleitet die Erzählung mit den Mockingjay-Filmen in ein mäßiges, mit zahlreichen Superstars besetztes Effektkino ab.

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Ein unverschämtes Dîner

Marco Ferreri gilt neben Luis Buñuel als siner der wichtigsten spanischen Regisseure seiner Zeit. Sein mit Stars besetzter Skandalfilm »Das große Fressen«, den er selbst lieber »Essen, Lieben, Scheißen, Sterben« genannt hätte, liegt nun in digitalisierter Form vor.

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»Ich habe immer gerne die Scheiße aufgewirbelt«

Das Kino von Louis Malle ist geprägt einerseits von einer endlosen Empathie gegenüber seinen Figuren und andererseits von einer faszinierenden Zeitlosigkeit. Ob film noir, Erotikdrama oder französische Sommerkomödie – sein Wagemut, sich immer wieder neu zu erfinden, macht ihn zum Schattenkanzler im Kabinett der Nouvelle Vague.

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Paintball, Hunde und Macheten

Regisseur-Nachwuchshoffnung Jeremy Saulnier präsentiert mit »Green Room« einen grausamen Arthaus-Horrorschocker, in dem eine grausame Neonazi-Horde Jagd auf eine Punkband macht.

© Weltkino

Irgendwat mit de Nerven

Die Verfilmung von Ralf Rothmanns Ruhrpottroman »Junges Licht« durch den Dortmunder Regisseur Adolf Winkelmann ist großes Kino, denn sie lässt eine längst vergangene Epoche noch einmal vor unseren Augen entstehen.

Zugang

Das AkkrediTIER – Eine seltsame Spezies

Groß ist die Freude, hat man eine der begehrten Berlinale-AkkrediTIERungen ergattert, schließlich verspricht sie den exklusiven Zugang zu allen Filmen. Doch ist man erst einmal Teil dieser exklusiven Herde, zweifelt man schnell an dieser vermeintlichen Kulturelite. Einblicke in die ökologische Nische einer eitlen Spezies.

Fuocoammare | Fire at Sea

Unsere Berlinale-Favoriten

Über 400 Filme wurden auf der diesjährigen Berlinale gezeigt. Auch wenn wir bei weitem nicht alle davon gesehen haben, durften wir doch mehr Filme schauen, als wir besprochen haben. Bevor alle Preise vergeben sind, präsentieren wir unsere Favoriten aus allen Sektionen.

Ejhdeha Vared Mishavad! | A Dragon Arrives! | © Abbas Kosari

Zum Schluss brüllt der Drachen

Der iranische Regisseur Mani Haghighi schließt mit »A Dragon Arrives« den Wettbewerb so fulminant ab, wie er zu keinem Zeitpunkt war. In überwältigenden Aufnahmen erzählt er eine kafkaeske Geschichte des Iran und öffnet für den Zuschauer den Raum der Assoziation.

Kollektivet | The Commune | © Christian Geisnæs

Nackt unter Leuten

Der dänische Regisseur und Dogma-Mitbegründer Thomas Vinterberg hat mit »Kolektivet« die Erinnerungen an seine Kindheit in der Kommune verfilmt.

Chi Raq | © Parrish Lewis

No Sex in Englewood Chicago

Spike Lee präsentiert auf der Berlinale seinen neuen Film »Chi-Raq«, ein ebenso frivoles wie engagiertes Lehrstück für politische Schönheit im Hip-Hop-Score nach antiker Vorlage.

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Von Dompteuren und Sinnsuchern

Die 66. Berlinale tritt in ihre literarische Phase, mit Romanen von Hans Fallada und Philip Roth, einem japanischen Krimi sowie der Geschichte von Tom Wolfe und seinem legendären Verleger. Danis Tanovic beeindruckt mit der Verarbeitung eines Bühnenstücks von Bernard-Henri Levy.