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»Der kleine heilige Martinus im großen Krieg«

Stefan Hertmans erzählt in »Der Himmel meines Großvaters« die Geschichte seines Vorfahren, der pflichtbewusst in den Reihen des belgischen Heeres gedient hat, während die Welt um ihn herum zusammenbrach. Wir sprachen mit dem belgischen Autor über das Reproduzieren von Familiengeschichte, seinen lebenslang traumatisierten Großvater und die flämische Emanzipation in den Schützengräben.

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Kaddish für einen Dreihundertjährigen

»Cadenza for the Schneidermann Violin Concerto«, der nachgereichte Debütroman des Amerikaners Joshua Cohen, ist ein ebenso vergnüglicher wie ambitionierter Metaphernsalat, der ahnen lässt, dass mit der fortlaufenden Publikation seines Werkes noch Sensationelles kommt.

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Wenn Übersetzerinnen und Übersetzer lesen

Urlaubszeit ist Lesezeit – das gilt auch für jene, die den deutschen Lesenden einen Großteil der Literatur überhaupt erst zugänglich machen. Trotz Abgabestress haben einige Übersetzerinnen und Übersetzer uns geschrieben, was sie in diesem Sommer lesen. Einige sehr gelungene Übersetzungen über die unten genannten Bücher hinaus legen wir ausdrücklich zur sommerlichen Lektüre ans Herz. Sie finden Sie in unserem Titelbild.

Antoniusaltar, Triptychon, Mitteltafel: Versuchung des Hl. Antonius, Detail

Des Wahnsinns fette Beute

Christiane Scherer alias Thea Dorn hat sich als erste Frau an den Faust-Mythos gewagt. »Die Unglückseligen« ist ein grandioser Wissenschafts- und Kulturroman, in dem weder Wissenschaft, Philosophie noch Poesie ein Mittel gegen Schmerz und Endlichkeit finden. Beim Schreiben hat es »Deutschlands brutalste Schreiberin« allerdings selbst mit der Angst zu tun bekommen. 

Foto: ORF/ORF K/Thomas Feichter

Die Berliner Seite von Klagenfurt

Vom 29. Juni bis zum 3. Juli findet in diesem Jahr der Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb statt. In diesem Jahr hätte nicht nur die Namensgeberin des Literaturwettstreits ihren 90. Geburtstag gefeiert, auch der »Bewerb« hat ein Jubiläum, das Vierzigste. Zur Feier fünf Thesen zum fruchtbaren Literaturverhältnis von Berlin und Klagenfurt.

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Flüssige dunkle Irrealität

»Die Gehörlosen« heißt das Opus Magnum des guatemaltekischen Schriftstellers Rodrigo Rey Rosa, mit dem die Leser in ein Reich des Unbehagens reisen, in dem das Grauen der Moderne auf das Fremde des Ethnischen trifft.  

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Der »Spieltrieb« in »Unterleuten«

Groß ist die Aufregung um den neuen Roman von Juli Zeh. Nicht nur, weil ihr »Unterleuten« vor einem großen Umbruch steht, sondern weil eine heitere Debatte um Realität, Fiktion und Metafiktion rund um den Roman entstanden ist. Im Interview spricht die Autorin über ihr »Unterleuten«, den Trend der Landflucht sowie den Zustand der Literaturkritik.

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Kunstwerke, kein Lesestoff

Zum zwölften Mal wurden heute auf der Leipziger Buchmesse die messeeigenen Literaturpreise in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung vergeben. Den laut Kritikerjury besten Roman des Frühjahrs hat der Göttinger Schriftsteller Guntram Vesper geschrieben, er spielt nur wenige Kilometer von Leipzig entfernt.

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Die Wundertüte der Literatur

Lange Zeit als Fleißpreis verschrien, bietet der Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Übersetzung den Wortschauflern der Literatur die Anerkennung, die ihnen oft verwehrt bleibt. Die fünf nominierten Bücher sind erzählerische Meisterwerke, deren Genuss wir ihren Übersetzer_innen verdanken.

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Literatur, lass es krachen

Die Welt ist am Ende, es lebe die Literatur. Es ist nicht das schlechteste Zeichen, wenn die nominierten Titel für den Literaturpreis der Leipziger Buchmesse literarisch etwas wagen. Dabei entführen sie nach Norddeutschland, in den wilden Osten oder in die weite Welt, schwanken zwischen Milieustudie, postmoderner Odyssee, Weltminiatur und regionaler Geschichtsschreibung. Neben vier bemerkenswerten Titeln gibt…

Achterbahn

Achterbahnfahrt mit Zombies

Dath-Welten sind Nerd-Welten. Da werden schon mal ganze Arten abgeschafft oder Gesellschaft hinter tausend Monden neu erfunden. Sein neuer, brandaktueller Roman ist ein rasanter Abgesang auf den Zeitgeist, in dem Metaphysik, politische Theorie und Biopolitik die Klingen kreuzen, um am Ende einen Konzertsaal in die Luft zu jagen.

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Stranger than fiction oder: Der Raum, wo das Neue wäre, bleibt unerreichbar

Der Dramatiker Nis-Momme Stockmann kann sich berechtigte Hoffnungen auf den Preis der Leipziger Buchmesse machen. In seinem 700-seitigen Debütroman »Der Fuchs« schlittern die Leser auf verschiedenen, kompliziert ineinander gewundenen Erzählbahnen durch das komplexe Ideen- und Gedankengebäude des Erzählers Finn Schliemann, in dessen Kopf Zustand und Perspektive von Mensch, Welt und Kosmos vielstimmig verhandelt werden. Ein…