Toronto Slutwalk 2011 | Foto: Anton Bielousov

Schluss mit dem Schweigen

Rebecca Solnit beweist in ihren emanzipierten Texten, dass sie Lautstärke und Intelligenz zu verbinden vermag. Ihre Bücher »Wenn Männer mir die Welt erklären« und »Die Mutter aller Fragen« versammeln ihre feministischen Essays, mit »Wanderlust« erscheint demnächst eine Erkundung des Menschen in der Natur.

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»Die Melancholie des Unvollständigen ist schon wieder verschwunden«

Der junge Kommissar Ariel Spiro wird ins Berlin der 20er Jahre versetzt und mit seinem ersten Fall direkt in das existenzialistisch-schillernde Tages- und Nachtleben der Metropole geschubst. »Der weiße Affe« von Kerstin Ehmer ist mehr als nur ein historischer Berlin-Krimi. Es ist der Auftakt einer Serie mit Suchtpotential. Ein Gespräch über das historische Westberlin, die…

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Intellektuellendämmerung

Der in Bulgarien geborene Politologe Ivan Krastev nimmt in seinem Essay »Europadämmerung« Demokratie, Liberalismus und Europa in den Blick. Statt einer Hymne auf die Möglichkeiten dieser Werte hat er jedoch einen Abgesang verfasst.

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Fail better oder: Zum Schreiben berufen

Marion Poschmann besitzt eine seltene Doppelbegabung. Wie keiner anderen gelingt es ihr, die Poesie ihrer Lyrik in ihre Prosa zu übertragen und die Erzählkunst ihrer Romane in ihre Gedichte einfließen zu lassen. Mit ihrem neuen Roman »Die Kieferninseln« stand sie auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Wir sprachen mit ihr über die Faszination des Träumens,…

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Schädel, die am Meeresgrund verbleichen

Der österreichische Schriftsteller Franzobel verlässt mit »Das Floß der Medusa« seine Heimat. Eine gute Entscheidung, denn seine ansteckende Erzählung einer Seefahrt in den Untergang stand nicht nur völlig zurecht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises, sondern ist nun mit dem Bayerischen Buchpreis 2017 ausgezeichnet worden.

Ocelot

Das schöne Funkeln in den Augen

Maria-Christina Piwowarski von ocelot – not just another bookstore ist positive gestimmt. Dem Kulturpessimismus im unabhängigen Buchhandel setzt sie Kundenorientierung, Empfehlungskompetenz und Kooperation statt Konkurrenzdenken entgegen. Dass die Kultbuchhandlung in Berlin-Mitte inzwischen Teil eines größeren Verbunds und damit nicht mehr wirtschaftlich unabhängig ist, verschweigt sie nicht.

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Raus aus der deutschen Enge

Der große Buchpreis geht in dieser Woche in die nächste Runde. Unabhängig davon, wer es mit seinem aktuellen Werk auf die Shortlist schafft, steht eines schon von vorneherein fest: die Vielfalt der deutschen Gesellschaft bildet auch dieser Buchpreis nicht ab. Dabei gibt es einige ausgezeichnete Werke, denen es gelingt, mehr Vielfalt in die deutsche Literatur…

Sebastiao Lelio

Hinreißend und bedrückend

In Sebastiáo Lelios Drama »Eine fantastische Frau« ist mit Daniela Vega eine außergewöhnliche Schauspielerin zu entdecken, die mit großer Würde die Rolle von Marina Vidal ausfüllt. Marina hieß vor Jahren Daniel und sucht nun in der neu gewählten Rolle der Frau ihren Platz in der machistischen chilenischen Gesellschaft.

Persian New Year (Nowruz) Table: Haft Sin, in Holland - Photo by Pejman Akbarzadeh / Persian Dutch Network - (Haft-Sin Setting Table: Raheleh Nikoo / PDN) | CC BY-SA 3.0

Daseinspanorama zwischen zwei Welten

Was heißt es, ein Iraner in Deutschland zu sein? Shida Bazyar wagt in ihrem Debüt  »Nachts ist es leise in Teheran« einen großen Sprung, um eine Antwort auf diese Frage zu finden. Er führt ihre Helden von der iranischen Revolution zu den Protesten gegen die schlechte Bildungspolitik in Deutschland. Dabei erzählt sie die Geschichte einer…

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Humboldts Vermächtnis

Die Humboldt-Jahre sind angebrochen. Im Juni dieses Jahres konnten wir den 250. Geburtstag von Wilhelm von Humboldt feiern, am 14. September 2019 werden wir den 250. Geburtstag seines jüngeren Bruders Alexander begehren. Das Interesse an den beiden speist sich daraus, dass sie Namensgeber des Humboldt Forums sind. Das größte und wichtigste kulturpolitische Projekt der Bundesrepublik…

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»Mich interessiert, wie Gesellschaft funktioniert«

Mit »Wieder unterwegs« und »Bleierne Hitze« sind in diesem Frühsommer zwei neue Alben des franco-italienischen Zeichners Hervé Barulea, besser bekannt als Baru, erschienen. Seine Alben »Autoroute du soleil« und »Die Sputnik-Jahre« gehören zu internationalen Comic-Bestsellern. Wir sprachen mit ihm über seine Arbeit, die Motive in seinen Alben und seine gesellschaftspolitische Haltung. 

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Alle Macht geht vom Volke aus

Als die Truppen des Warschauer Paktes am 21. August 1968 in Prag einmarschieren, zeigte der Realsozialismus einmal mehr seine repressive Fratze. Josef Koudelkas Fotografien aus dem umkämpften Prag beweisen eindrucksvoll, dass der Sozialismus nicht im Stande war, Vernunft und Menschlichkeit der Prager Bürger zu zerstören.