Matthias Fersterer ist einer von drei Übersetzer:innen hinter der preisgekrönten Übersetzung von Ursula K. Le Guins Opus Magnum »Immer nach Hause«. Er hat außerdem Essays der amerikanischen Autorin herausgegeben, gerade ist seine Übertragung ihrer Aeneis-Variation »Lavinia« erschienen. Le Guin hat in seinen Augen die Grenzen des Phantastischen erweitert und stets aus einer Perspektive des Mehr-als-Menschlichen geschrieben.
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Fotograf mit Adrenalin und Anstand
Der spanische Comicautor Manfred Sommer hat in den 1980er Jahren mit Frank Cappa die Figur eines Kriegsfotografen geschaffen, der sich auch nach Jahren inmitten des Grauens seinen menschenfreundlichen Blick bewahrt hat. Die Werke sind in Deutschland weitgehend unbekannt, und das ist eine Schande. Der avant-verlag schafft Abhilfe und bringt eine Gesamtausgabe auf den Markt.
WeiterlesenSpektakuläre Körperlandschaften, tanzende Buchstaben
Maddie Mortimer hat mit »Atlas unserer spektakulären Körper» einen Roman geschrieben, der sich in jeglicher Hinsicht vom Gewöhnlichen abhebt. Die Sprache wird hier selbst zum sich bewegenden Organ. Maria Meinels flirrend kreativer Übersetzung merkt man den Aufwand hinter ihrer Leichtfüßigkeit nicht an. Ein Gespräch über die Lust am Retour-Blitzbomben, das Erobern von Landschaften aus Lettern, über »schniefmiefen, schrämen und schamrotschnell schlingern« in einem spektakulären Roman, in dem eine junge Frau nach einer schrecklichen Diagnose sich und das Leben neu entdeckt.
WeiterlesenZamonien auf Speed
Walter Moers hat mit »Qwert« einen weiteren Zamonien-Roman abgeliefert. Diesmal schickt er eine mittlerweile 15 Jahre alte Idee auf eine Abenteuerreise durch ein komplett durchgeknalltes Setting aus immer neuen Abenteuern. Im Zentrum steht noch mehr als in den bisherigen Büchern das Erzählen als solches und seine Auswirkung auf die Realität.
WeiterlesenFabel-hafter Roadtrip
Fünfzehn Jahre hat der dänische Autor und Karikaturist Jakob Martin Strid an seinem »Fantastischen Bus« geschraubt. Nun liegt dieses überdimensionale Wunderwerk des Erzählens vor. Eine Kritik unserer Zeit und eine hoffnungsvolle Hommage an eine tierisch sympathische Schicksalsgemeinschaft.
WeiterlesenNeue Wege für eine neue Welt
Hannes Riffel ist nicht nur Fan der fantastischen und imaginären Literatur, sondern hat ihr im deutschen Sprachraum mehrfach ein Zuhause geboten. 2010 gründete er den Golkonda-Verlag, wechselte 2015 zu TOR, dem SciFi- und Fantasy-Imprint der S. FISCHER Verlag GmbH und gründete 2023 mit Carcosa einen weiteren Verlag für phantastische Weltliteratur, in dem Werke von Alan Moore, Becky Chambers, Samuel R. Delany, Joanna Russ und Ursula K. Le Guin erscheinen.
Weiterlesen»Der Zauber überträgt sich auf die Lesenden«
Ursula K. Le Guin war eine der einflussreichsten Schriftstellerinnen Amerikas. Keine Autorin hat so viele Preise und Auszeichnungen erhalten wie die 2018 im Alter von 88 Jahren gestorbene Autorin. Unter Science Fiction-Fans sind ihre Romane Kult, dabei passt ihr facettenreiches Werk in keine Genre-Schublade. Nun erscheint mit »Am Tag vor der Revolution« ein Band mit 25 Erzählung. Aus diesem Anlass sprach ich mit der Le-Guin-Übersetzerin Karen Nölle über diese außergewöhnliche Autorin und die Aktualität ihres Werks.
Weiterlesen»Der Mensch kann unendlich grausam sein«
Der Schriftsteller Kamel Daoud hat mit seinem Roman »Huris« den Prix Goncourt 2024 gewonnen. Im Gespräch über den Roman und sein Leben im Exil spricht er darüber, warum er mit seinem Werk das algerische Regime zur Weißglut bringt und weshalb sein Land am Scheideweg steht.
Weiterlesen»Ich verteidige schreibend meine Existenz«
Die queere Dichterin und Essayistin Jegana Dschabbarowa ist als Kind aserbaidschanischen Eltern 1992 im russischen Jekaterinburg geboren. In ihrem Debütroman »Die Hände der Frauen in meiner Familie waren nicht zum Schreiben bestimmt«, als Buch des Jahres mit dem Hamburger Literaturpreis ausgezeichnet, verarbeitet sie die körperliche Erfahrung von Krankheit, Stigmatisierung und Verfolgung in einer patriarchalen Gesellschaft. Ein Gespräch über Grenzerfahrungen, fehlende Geborgenheit und die Sehnsucht nach Begegnung in einer zerstrittenen Welt.
WeiterlesenDavid Szalay gewinnt renommierten Booker Prize
»Was nicht gesagt werden kann« ist die Geschichte eines jungen Mannes, der seine Heimat verlässt und in London neu anfängt. Der schicksalhafte Roman des ungarisch-britischen Autors David Szalay wurde am Abend mit dem renommierten Booker Prize 2025 ausgezeichnet.
WeiterlesenLe Guins Einfluss ist überall
Dietmar Dath ist der deutsche SciFi-Papst, niemand im hiesigen Sprachraum kennt die internationale Szene der imaginativen Literatur wie er. Ursula K. Le Guin ist für ihn eine der bedeutendsten internationalen Stimmen der Szene. Sie habe ihn davon befreit, fantastisches Erzählen mit einem sozialen Nutzen zu verbinden. Deshalb solle man auch nicht versuchen, ihre Literatur direkt zu nehmen oder ihre Welten eins zu eins nachzubauen.
WeiterlesenPrix Goncourt 2025 geht an Laurent Mauvignier
Der französische Autor Laurent Mauvignier erhält in diesem Jahr den renommierten Prix Goncourt für sein Buch »La Maison vide«. Dies teilte die Académie Goncourt gestern mit. Sein ausgezeichneter Roman erzählt die Geschichte von vier Generationen in der Kulisse eines alten Landhauses. Zuletzt erschienen in Deutschland seine Romane »Geschichten der Nacht« und »Von Menschen«.
WeiterlesenSekundenbruchteile, festgehalten
Guy Delisle war bisher vor allem dafür bekannt, sein Leben als Expat in ungewöhnliche Porträts der jeweiligen Gastgeberländer einfließen zu lassen. Jetzt ist er zum zweiten Mal von diesem Prinzip abgewichen. Mit »Für den Bruchteil einer Sekunde« hat er dem Briten Eadweard Muybridge, einem Pionier der Fotografie und des frühen Films, ein Denkmal gesetzt.
WeiterlesenWiederbegegnung in getrennten Räumen
Vor mehr als dreißig Jahren hat Hinrich Schmidt-Henkel den Roman »Getrennte Räume« von Pier Vittorio Tondelli übersetzt, jetzt erscheint eine überarbeitete Ausgabe des Romans. Ein Gespräch über einen hierzulande vergessenen Autor, die Zeitlosigkeit seines letzten Romans und die Stellschrauben des Übersetzens.
WeiterlesenKopflose Grüße aus Hölle
Mit »Katabasis« legt die sino-amerikanische Autorin Rebecca F. Kuang in kürzester Zeit ihren dritten und einen weiteren ehrgeizigen, wenngleich langatmigen Roman vor. Nach »Babel« führt sie ihre Leser*innen erneut in akademische Gefilde. Statt nach Oxford geht es diesmal ins benachbarte Cambridge, wo sich das Tor zur Unterwelt nicht in den Tiefen der Mythologie, sondern im Labor eines Instituts für »Analytische Magie« öffnet.
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