Autor: Thomas Hummitzsch

20 Jahre »Persepolis«

Die Exiliranerin Marjane Satrapi hat in ihrer »Persepolis« Erzählung ihre Kindheit und Jugend in Teheran und Wien verarbeitet. Ihre autobiografische Comicgeschichte machte dem beschränkten Blick auf den Iran und seine Menschen ein Ende und berührt auch noch zwanzig Jahre nach ihrem Erscheinen.

Erinnerungen an einen Besessenen

Bettina Böhlers Filmbiografie »Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien« ist eine materialreiche Hommage an den engagierten Künstler und Freund Christoph Schlingensief. Ein Jahr nach der Premiere auf der Berlinale ist der Film nun für das Heimkino erhältlich.

Die dunkle Seite Indiens

2008 erhielt der damals 33-jährige Journalist und Schriftsteller Aravind Adiga in London für seinen Debütroman »Der weiße Tiger« den wichtigsten britischen Literaturpreis. Was sich wie die Vorlage für ein Drehbuch las, war offenbar doch nicht so einfach zu verfilmen. Nun läuft »Der weiße Tiger« auf Netflix.

Feuermann – ohne wehr

»Fahrenheit 451« sei die Temperatur, bei der Buchpapier Feuer fängt, war sich Ray Bradbury sicher. Nach ihr benannte er seine Dystopie, die in einer Reihe mit den Werken von George Orwell und Aldous Huxley steht. Peter Thorberg hat die Geschichte von Guy Montags Kampf für das freie Wort neu ins Deutsche übertragen und sich mit mir darüber ausgetauscht.

Der Weltcontroller mit neuem Anstrich

Uda Strätling überträgt die Romane von Ann Petry, Teju Cole, Marilynne Robinson und Adam Haslett ins Deutsche. Vor Jahren schon legte sie eine erfrischend neue Übersetzung von Aldous Huxleys satirischer Dystopie »Schöne neue Welt« vor. Die ist kürzlich in einer von Reinhard Kleist illustrierten Ausgabe erschienen. Die in Hamburg lebende Übersetzerin macht im Austausch deutlich, wie Kleists expressive Illustrationen zu Huxleys anspielungsreicher Ironie passen und vor welche Herausforderungen ein solcher Klassiker eine Übersetzerin heute stellt.

Faithless-Auszug

Manche Comics lassen die Luft knistern

Als avantgardistisches Medium hat die Neunte Kunst schon immer ein enges Verhältnis zur Sexualität. Waren die Werke von Robert Crumb, Milo Manara und Guido Crepax lange Zeit stilbildend, hat sich das Genre der erotischen Comics längst von seinen Ikonen emanzipiert. Statt schriller Enttabuisierung und Provokation geht es inzwischen um Aufklärung und das Feiern sexueller Vielfalt.

Best-Of Indie-Books 2020

Wie in kaum einem anderen Jahr wurde 2020 gelesen, denn Literatur gibt Halt. Dazu haben auch die vielen Titel aus den unabhängigen Verlagen beigetragen, die es immer schwerer gegen die großen Publikumsverlage haben. Hier findet ihr meine zwanzig Lieblingsbücher des Jahres aus den deutschen Indie-Verlagen, die aus Kapazitätsgründen nicht alle ausführlich besprochen werden konnten.

Heimkinogold

Das Kinojahr 2020 war geprägt von Schließungen, viele Filme liefen gar nicht oder nur kurz auf der großen Leinwand. Wer sicher gehen wollte, blieb im Heimkino. Das wird auch für Anfang 2021 gelten. Wir haben unser zehn Heimkino-Favoriten aus dem zu Ende gehenden Jahr versammelt, die auch als Geschenk unter dem Baum einen guten Eindruck machen.

Phoenix aus der Asche

Darcy van Poelgeests »Little Bird« lebt in einer dystopischen Cyberpunk-Welt, in der alte weiße Männer einen Krieg gegen Emanzipation, Vielfalt und Freiheit führen. Ihr bleibt keine andere Wahl, als die Rebellion anzuführen. Die Welt wäre ein besserer Ort, wenn die Leute mehr Comics lesen, sagt der Kanadier im Gespräch über seinen umwerfenden Comic.