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Berlinale 2026: Über Kino und Haltung
Die 76. Berlinale geht heute mit dem Publikumstag zu Ende, mit Ilker Çatak hat seit 22 Jahren erstmals wieder ein Filmemacher aus Deutschland den Goldenen Bären gewonnen. Begleitet wurde das Festival von einer politischen Kontroverse, bei der das Wesentliche aus dem Blick geriet. Ein Kommentar.
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Berlinale 2026: Ilker Çatak gewinnt Goldenen Bären
Das gesellschaftspolitische Drama »Gelbe Briefe« von Ilker Çatak ist der beste Film der Berlinale 2026. Dies entschied die Jury um den deutschen Filmemacher Wim Wenders. Sandra Hüller erhielt zwanzig Jahre nach ihrer Auszeichnung für »Requiem« zum zweiten Mal den Silbernen Bären als beste Hauptdarstellerin. Lance Hammers Demenz-Drama »Queen at Sea« wurde mit zwei Bären ausgezeichnet.
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Berlinale 2026: Der Gaza-Krieg im Kino
Während außerhalb der Kinosäle auf der Berlinale rege über die politische Leisetreterei der Festivalleitung in Sachen Gaza diskutiert wird, laufen im Programm einige Filme mit Bezug zum Nahostkonflikt. Es lohnt sich, diese unabhängig von der Debatte zu beleuchten.
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Die Zumutung der Fülle
von Sabine BlackmoreDer deutsche Anglist Manfred Pfister ermöglicht mit seinem Prachtband »Englische Renaissance« etwas selten gewordenes: einen Raum zum Selberdenken. Auf 480 verspielt gesetzten Seiten führt er eindrucksvoll und facettenreich vor Augen, wie die britische Nationwerdung, die Reiseliteratur, der Religionsstreit und der Kolonialismus, wie Wissenschaft, Kriege, Buchdruck und (Bühnen)Kunst, wie der Blick auf die Frau, auf Arbeitswelten, Gesundheit und Klassenlagen die englische Renaissance geprägt haben.
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Berlinale 2026: Gelbe Briefe
Mit »Das Lehrerzimmer« hat es der deutsch-türkische Filmemacher Ilker Çatak bis zu den Oscars geschafft. Auf der diesjährigen Berlinale stellt er seinen neuen Film »Gelbe Briefe« vor, der schon im März in die Kinos kommt. Er handelt von einem Künstlerpaar in einer Gesellschaft, in der die Räume immer kleiner werden.
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Berlinale 2026: No Good Men
Mit dem politischen Drama »No Good Men« der afghanischen Regisseurin Shahrbanoo Sadat startete am Donnerstagabend die 76. Berlinale. Im Mittelpunkt steht eine Kamerafrau, die in der patriarchalen Gesellschaft ihren Weg geht. Insgesamt konkurrieren 22 Filme um den Goldenen und die Silbernen Bären.
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Gesänge aus dem Lichtjahrgrab
Haltlos schwebt das Raumschiff »Aniara« durch das All, als die Erzählung des gleichnamigen Versepos' von Harry Martinson einsetzt. Dieses 1974 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnete Werk, »das den Tautropfen einfängt und das Weltall spiegelt«, war viele Jahre vergriffen. Nun ist dieser verschollene Klassiker in der wortgewandten Übersetzung von Lena Mareen Bruns im Guggolz-Verlag neu erschienen.
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»Grausamer, als alles, was ich bisher übersetzt habe«
Larissa Bender übersetzt seit Jahrzehnten Literatur aus dem arabischen Raum, gerade ist sie für ihre Übertragung von Mustafa Khalifas »Das Schneckenhaus« mit dem renommierten Scheich-Hamad-Preis ausgezeichnet worden. In diesen Tagen erscheint die Übersetzung von mehr als zwei Dutzend Überlebensberichten aus Gaza, die sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Leonie Nückell übersetzt hat. Ein Gespräch über die psychische Belastung dieser Arbeit, strukturellen Rassismus im System und...
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»Der Zauber überträgt sich auf die Lesenden«
Ursula K. Le Guin war eine der einflussreichsten Schriftstellerinnen Amerikas. Keine Autorin hat so viele Preise und Auszeichnungen erhalten wie die 2018 im alter von 88 Jahren gestorbene Autorin. Unter Science Fiction-Fans sind ihre Romane Kult, dabei passt ihr facettenreiches Werk in keine Genre-Schublade. Zum erscheinen des Erzählungsbandes »Am Tag vor der Revolution« sprach ich mit der Le-Guin-Übersetzerin Karen Nölle über diese außergewöhnliche Autorin...
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»Der Mensch kann unendlich grausam sein«
Der Schriftsteller Kamel Daoud hat mit seinem Roman »Huris« den Prix Goncourt 2024 gewonnen. Im Gespräch über den Roman und sein Leben im Exil spricht er darüber, warum er mit seinem Werk das algerische Regime zur Weißglut bringt und weshalb sein Land am Scheideweg steht.










