Alle Artikel in: Sachbuch

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Blaue Flecken oder: Der Schnee von heute

»Ich frage mich manchmal, ob unser Leben anders wäre, lebten wir in runden Häusern, verschickten wir runde Kisten und läsen runde Bücher«, schreibt die Dichterin und Übersetzerin Volha Hapeyeva in ihrem »Wörterbuch einer Nomadin«. In zwölf seit dem Herbst 2020 entstandenen Essays wirft sie die grundsätzliche Frage nach der Sprache und ihrer Bedeutung für das Sein abseits der festgefahrenen Ordnungen auf.

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Die Waffen der Wirtschaft

Die Journalistin Ulrike Herrmann schreibt in ihrem neuen Buch über »Geld als Waffe« und zeigt dabei auf, warum Russland und China politisch in der Sackgasse stecken. Ihre Analyse leidet jedoch an der Schnelllebigkeit der Gegenwart. Die Politik der Deals eines Donald Trump kommt in ihrem Buch quasi nicht vor.

Fotografie: Verlag Voland & Quist

Zukunftsstadt ohne Zukunft

Zum vierzigsten Mal jährt sich am 26. April die Atomkatastrophe von Tschornobyl. Mit »Reaktoren explodieren nicht« liegt nun ein illustriertes Jugendbuch vor, dass sich der Stadt, dem Kernkraftwerk, der Tragödie und der historischen Erfahrung verständlich und vielschichtig annähert.

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»Goldstrand« gewinnt den Preis der Leipziger Buchmesse

Die Berliner Schriftstellerin Katerina Poladjan hat den Preis der Leipziger Buchmesse für den besten literarischen Titel gewonnen. Das Buch »Balkan-Odyssee. 1933–1941. Auf der Flucht vor Hitler durch Südosteuropa« der Münchener Historikerin Marie-Janine Calic wurde als bestes Sachbuch ausgezeichnet. Der Österreicher Manfred Gmeiner erhielt für seine Übertragung von Gustavo Faverón Patriaus Roman »Unten leben« den Übersetzerpreis.

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Ganz normale Frauen

Die in Österreich aufgewachsene Comiczeichnerin UIIi Lust stellt In Ihrer preisgekrönten Comic-Erzählung »Die Frau als Mensch« die Geschichte der Eiszeitmenschen in ein neues, magisches Licht. Nachdem der erste Band mit dem Deutschen Sachbuchpreis ausgezeichnet wurde, ist der die Geschichte abschließende Teil nun für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Hier spricht Uli Lust über dieses lang gewachsene Projekt.

Die Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 | © Thomas Hummitzsch

Über Herbstbücher, Comics und Prachtbände

Die Nominierungen für den Preis der Leipziger Buchmesse sind da. In den drei Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung sind jeweils fünf Titel nominiert. Nominiert sind Autor:innen wie Anja Kampmann, Katerina Poladjan, Norbert Gstrein oder Ines Geipel. Mit Ulli Lust ist auch wieder eine Comickünstlerin nominiert.

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Zukunftslabor oder Zone der Niedertracht?

Steffen Mau bezeichnete Ostdeutschland kürzlich als Laboratorium der Demokratie. Angesichts der anstehenden Wahlen in diesem Jahr lohnt es sich, auf das gesellschaftliche Klima zu schauen. Der Sammelband »Extremwetterlagen« versucht das als offene Feldforschung im Osten Deutschlands, der Essay »Mentalitäten« scheitert daran, die Spaltungstendenzen auf einen Begriff zu bringen.

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Die Zumutung der Fülle

Der deutsche Anglist Manfred Pfister ermöglicht mit seinem Prachtband »Englische Renaissance« etwas selten gewordenes: einen Raum zum Selberdenken. Auf 480 verspielt gesetzten Seiten führt er eindrucksvoll und facettenreich vor Augen, wie die britische Nationwerdung, die Reiseliteratur, der Religionsstreit und der Kolonialismus, wie Wissenschaft, Kriege, Buchdruck und (Bühnen)Kunst, wie der Blick auf die Frau, auf Arbeitswelten, Gesundheit und Klassenlagen die englische Renaissance geprägt haben.

Foto: Thomas Hummitzsch

Implementierte Erneuerung

Zu einem gelingenden gesellschaftlichen Leben gehört die Frage, inwieweit sich Gesellschaften sich gegen ein Übergreifen dieser ökonomischen Kälte schützen können. Der deutsche Wirtschaftshistoriker Werner Plumpe zerstörte 2019 in seinem Opus Magnum »Das kalte Herz« die Mythen des heilbringenden Kapitalismus. Michael Knoll legt eine Re-Lektüre dieser eindrucksvollen Geschichte des Kapitalismus dringend ans Herz.

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»Grausamer, als alles, was ich bisher übersetzt habe«

Larissa Bender übersetzt seit Jahrzehnten Literatur aus dem arabischen Raum, gerade ist sie für ihre Übertragung von Mustafa Khalifas »Das Schneckenhaus« mit dem renommierten Scheich-Hamad-Preis ausgezeichnet worden. In diesen Tagen erscheint die Übersetzung von mehr als zwei Dutzend Überlebensberichten aus Gaza, die sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Leonie Nückell übersetzt hat. Ein Gespräch über die psychische Belastung dieser Arbeit, strukturellen Rassismus im System und die Faszination der arabischen Literatur.

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Liebe dich selbst… und andere

Über Sex redet man nicht, Sex hat man, hieß es früher im Volksmund. Inzwischen ist zum Glück beides möglich. Die Bücher von Christopher Ryan und Cacilda Jethá, von Deepa Paul und Susann Rehlein bieten nicht nur eine gute Gesprächsgrundlage, sondern haben das Potential, die Sexualität ihrer Leser:innen nachhaltig zu verändern.

Postkoloniale Wirklichkeit

Der Journalist und Fotograf Issio Ehrich zeichnet in »Putsch. Der Aufstand gegen Europas Kolonialismus in Afrika« die jüngere (gesellschafts-)politische Entwicklung in Ländern wie Mali, Mauretanien, Senegal, Burkina Faso, Niger oder dem Tschad nach und zeigt, warum der Westen in der Region immer weniger Anhänger findet.