Alle Artikel in: Sachbuch

Ingeborg Bachmann (Sandra Hüller) trägt Schminke – sie macht sich fertig um nachts auf den Straßen Roms zu spazieren. | © Weltkino Filmverleih

Von der Freiheit einer Frau

Am 25. Juni 2026 wäre Ingeborg Bachmann einhundert Jahre alt geworden. Die Filmemacherin Regina Schilling hat dies zum Anlass genommen, sich gemeinsam mit Sandra Hüller der österreichischen Schriftstellerin zu nähern. Zudem sind einige Biografien erschienen, die sich ganz unterschiedlich mit Leben und Werk von Ingeborg Bachmann befassen.

Die für den Deutschen Sachbuchpreis nominierten Titel | Foto: Christof Jakob

Der Trend zum Szenario

Heute Abend wird in Hamburg zum sechsten Mal der Deutsche Sachbuchpreis vergeben. Acht Bücher zu Debatten und Fragen unserer Zeit stehen zur Auswahl. Auffällig ist, dass mehrere der nominierten Titel mit mehr oder weniger fiktiven Szenarios arbeiten.

© Thomas Hummitzsch

Blaue Flecken oder: Der Schnee von heute

»Ich frage mich manchmal, ob unser Leben anders wäre, lebten wir in runden Häusern, verschickten wir runde Kisten und läsen runde Bücher«, schreibt die Dichterin und Übersetzerin Volha Hapeyeva in ihrem »Wörterbuch einer Nomadin«. In zwölf seit dem Herbst 2020 entstandenen Essays wirft sie die grundsätzliche Frage nach der Sprache und ihrer Bedeutung für das Sein abseits der festgefahrenen Ordnungen auf.

© Thomas Hummitzsch

Die Waffen der Wirtschaft

Die Journalistin Ulrike Herrmann schreibt in ihrem neuen Buch über »Geld als Waffe« und zeigt dabei auf, warum Russland und China politisch in der Sackgasse stecken. Ihre Analyse leidet jedoch an der Schnelllebigkeit der Gegenwart. Die Politik der Deals eines Donald Trump kommt in ihrem Buch quasi nicht vor.

Fotografie: Verlag Voland & Quist

Zukunftsstadt ohne Zukunft

Zum vierzigsten Mal jährt sich am 26. April die Atomkatastrophe von Tschornobyl. Mit »Reaktoren explodieren nicht« liegt nun ein illustriertes Jugendbuch vor, dass sich der Stadt, dem Kernkraftwerk, der Tragödie und der historischen Erfahrung verständlich und vielschichtig annähert.

© Thomas Hummitzsch

»Goldstrand« gewinnt den Preis der Leipziger Buchmesse

Die Berliner Schriftstellerin Katerina Poladjan hat den Preis der Leipziger Buchmesse für den besten literarischen Titel gewonnen. Das Buch »Balkan-Odyssee. 1933–1941. Auf der Flucht vor Hitler durch Südosteuropa« der Münchener Historikerin Marie-Janine Calic wurde als bestes Sachbuch ausgezeichnet. Der Österreicher Manfred Gmeiner erhielt für seine Übertragung von Gustavo Faverón Patriaus Roman »Unten leben« den Übersetzerpreis.

© Thomas Hummitzsch

Ganz normale Frauen

Die in Österreich aufgewachsene Comiczeichnerin UIIi Lust stellt In Ihrer preisgekrönten Comic-Erzählung »Die Frau als Mensch« die Geschichte der Eiszeitmenschen in ein neues, magisches Licht. Nachdem der erste Band mit dem Deutschen Sachbuchpreis ausgezeichnet wurde, ist der die Geschichte abschließende Teil nun für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Hier spricht Uli Lust über dieses lang gewachsene Projekt.

Die Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 | © Thomas Hummitzsch

Über Herbstbücher, Comics und Prachtbände

Die Nominierungen für den Preis der Leipziger Buchmesse sind da. In den drei Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung sind jeweils fünf Titel nominiert. Nominiert sind Autor:innen wie Anja Kampmann, Katerina Poladjan, Norbert Gstrein oder Ines Geipel. Mit Ulli Lust ist auch wieder eine Comickünstlerin nominiert.

© Thomas Hummitzsch

Zukunftslabor oder Zone der Niedertracht?

Steffen Mau bezeichnete Ostdeutschland kürzlich als Laboratorium der Demokratie. Angesichts der anstehenden Wahlen in diesem Jahr lohnt es sich, auf das gesellschaftliche Klima zu schauen. Der Sammelband »Extremwetterlagen« versucht das als offene Feldforschung im Osten Deutschlands, der Essay »Mentalitäten« scheitert daran, die Spaltungstendenzen auf einen Begriff zu bringen.

© Thomas Hummitzsch

Die Zumutung der Fülle

Der deutsche Anglist Manfred Pfister ermöglicht mit seinem Prachtband »Englische Renaissance« etwas selten gewordenes: einen Raum zum Selberdenken. Auf 480 verspielt gesetzten Seiten führt er eindrucksvoll und facettenreich vor Augen, wie die britische Nationwerdung, die Reiseliteratur, der Religionsstreit und der Kolonialismus, wie Wissenschaft, Kriege, Buchdruck und (Bühnen)Kunst, wie der Blick auf die Frau, auf Arbeitswelten, Gesundheit und Klassenlagen die englische Renaissance geprägt haben.

Foto: Thomas Hummitzsch

Implementierte Erneuerung

Zu einem gelingenden gesellschaftlichen Leben gehört die Frage, inwieweit sich Gesellschaften sich gegen ein Übergreifen dieser ökonomischen Kälte schützen können. Der deutsche Wirtschaftshistoriker Werner Plumpe zerstörte 2019 in seinem Opus Magnum »Das kalte Herz« die Mythen des heilbringenden Kapitalismus. Michael Knoll legt eine Re-Lektüre dieser eindrucksvollen Geschichte des Kapitalismus dringend ans Herz.

© Thomas Hummitzsch

»Grausamer, als alles, was ich bisher übersetzt habe«

Larissa Bender übersetzt seit Jahrzehnten Literatur aus dem arabischen Raum, gerade ist sie für ihre Übertragung von Mustafa Khalifas »Das Schneckenhaus« mit dem renommierten Scheich-Hamad-Preis ausgezeichnet worden. In diesen Tagen erscheint die Übersetzung von mehr als zwei Dutzend Überlebensberichten aus Gaza, die sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Leonie Nückell übersetzt hat. Ein Gespräch über die psychische Belastung dieser Arbeit, strukturellen Rassismus im System und die Faszination der arabischen Literatur.