Alle Artikel in: Sachbuch

Horror, Flüche und die Siebziger

Barbi Markovics »Minihorror«, Tom Holerts »ca. 1972« und Ki-Hyang Lees Übersetzung von Bora Chungs »Der Fluch des Hasen« gewinnen beim Preis der Leipziger Buchmesse. Das Gruselige, Abgründige und Dunkle, das die Jury in den nominierten Büchern fand, passt zur weltpolitischen Lage, auf die die scheidende Juryvorsitzende Insa Wilke in ihrer politischen Preisrede einging. Zur Krise auf dem Buchmarkt äußerte sich Wilke nicht, die erneute Auszeichnung von drei Büchern aus unabhängigen Verlagen spricht für sich.

Gebrüll und Argumente zum Auftakt

Die 20. Leipziger Buchmesse ist eröffnet, bis zum Sonntag lädt das Frühjahrstreffen der Branche zum Meinungsaustausch ein. Zum Auftakt wurde der Preis der Leipziger Buchmesse zur Europäischen Verständigung an den israelisch-deutschen Philosophen Omri Boehm verliehen. Bei der Festveranstaltung gab es nicht nur warme, sondern auch mahnende Worte.

Lektionen und Exkursionen zu Franz Kafka

»Irgendwann einmal wird man wissen, warum in unserem Jahrhundert soviel große Künstler so viele unlesbare Werke geschrieben haben. Und warum diese unlesbaren und ungelesenen Bücher wunderbarerweise dennoch Einfluß auf das Jahrhundert ausübten und berühmt sind«, notierte Witold Gombrowicz in seinem Tagebuch nach der Lektüre von Franz Kafkas Roman »Der Prozess«.

Merkels Mehltau-Republik

Nein, ein Fan von Angela Merkel ist Alexander Hagelüken wahrlich nicht. Als »passive Kanzlerin« habe sie den »ausgeglichenen Haushalt zum Fetisch erhoben und das Land kaputtgespart«. Sie habe die Digitalisierung, die Solar-Industrie nach China verscherbelt und Innovationen wie den 3D-Druck verschleudert. Ihre 16 Regierungsjahre lähmten immer noch Land.

Mehr oder weniger gespalten

Wo stehen wir nach all den Krisen der vergangenen Jahre als Gesellschaft? Gibt es noch einen gemeinschaftlichen Konsens? Was ist überhaupt diese so umkämpfte Mitte der Gesellschaft? Wer darf in dieser Platz nehmen und welche Themen werden dort verhandelt? Und was ist eigentlich mit dieser digitalen Welt, in die alles strebt? Einige aktuelle Bücher gehen diesen Fragen auf den Grund.

Entfesselt in Fesseln

Ihre Geschichte verkaufte sich millionenfach und wurde für Netflix von Maria Schrader verfilmt. Jetzt hat die bekennende Unorthodoxe Deborah Feldman über das zwanghafte Verhältnis, das Deutschland und die Deutschen zum Judentum haben, ein Buch geschrieben und beweist darin Chuzpe.

Die Freiheit, zu sein und zu bleiben

Die Berliner Philosophin Eva von Redecker denkt in »Bleibefreiheit« über die Herausforderungen der Gegenwart nach und nimmt dabei erfrischende Perspektiven ein. Ihr Kerngedanke, die Idee der Freiheit von der räumlichen auf die zeitliche Perspektive zu verschieben, wird in Jenny Odells neuem Buch »Zeit finden« spannend vertieft.