Alle Artikel in: Literatur

Der Herr der Stürme

Der Japaner Hideo Yokoyama ist ein Meister des Kriminalromans, für Verbrechen interessiert er sich allerdings kaum. Sein Thriller »64« eroberte den deutschen Markt wie im Flug, sein nachgereichtes Debüt »2« ging etwas unter. Nun erscheint mit »50« erstmals der Roman im nicht-japanischen Ausland, mit dem er 2003 zum ersten Mal den Preis für den besten Krimi des Jahres in seiner Heimat bekommen hat.

Raus aus der Hölle

Ta-Nehisi Coates gilt vielen als lebender Nachfolger von James Baldwin. Mit der Sklavengeschichte »Der Wassertänzer« liegt nun sein viel erwarteter Debütroman vor. Der amerikanische Journalist und Essayist Ta-Nehisi Coates ist spätestens seit seinem bahnbrechenden Essay »Zwischen mir und der Welt« einer der profiliertesten Kritiker des US-amerikanischen Rassismus. In dem als Brief verfassten Text geht er der Frage auf den Grund, wie man in den USA, wo es Tradition ist, »den schwarzen Körper zu zerstören«, in einem schwarzen Köper leben soll. »Du darfst nicht vergessen, wie viel sie dir genommen haben und wie sie unsere Körper in Zucker umwandelten, in Tabak, Baumwolle und Gold«, mahnt er darin seinen Sohn. Gedanken wie diese haben es bis in die amerikanische Unterhaltungsindustrie geschafft. Bei den »Black Panther«-Comics und der erfolgreichen Kinoadaption hatte er seine Finger im Spiel. Die Bezugnahme zur Sklaverei in seinen essayistischen Arbeiten teilt er mit keinem geringeren als James Baldwin. Während sich jener in seinem literarischen Werk ganz an der Gegenwart abgearbeitet hat, verlegt Coates seinen Debütroman in die Zeit vor dem Bürgerkrieg, als die Sklaverei …

Wirklich Realismus?

Alles ist hier irgendwie »fast and furious«, aber nichts von wirklicher Dringlichkeit. Jerome, Tanja und ihre coolen Freunde blenden den Katastrophenmodus unserer Zeit vollkommen aus und drehen sich in Clubs, Restaurants oder auf Privatparties weiter um sich selbst. All das beschreibt Randt in einem flüssigen, eingängigen Ton, der Roman entwickelt in all seiner Banalität einen Sog. Und dennoch fragt man sich, was für eine Welt das sein soll, in der Politik und Gesellschaft maximal Randbemerkungen wert sind? Fehlt das nicht für den Realismus, der dem Roman an vielen Stellen attestiert wird?

Wir sind hier

In Regina Porters fulminantem Gesellschafts- und Familienroman »Die Reisenden« kreuzen sich die Schicksale des schwarzen und weißen Amerikas in den verschlungenen Stammbäumen zweier Familien vielfältiger Weise.