Alle Artikel in: Literatur

»So lässig und so komisch«

Für seinen Debütroman »Und draußen feiern die Leute« erhält der 1991 in Celle geborene Autor Sven Pfizenmaier den 44. ZDF-»aspekte«-Literaturpreis. Damit gehen alle wichtigen Debütpreise in diesem Jahr in die Hauptstadt. Die Auszeichnung der ZDF-Kultursendung gilt der literarischen Qualität eines Erstlingsromans, kann in diesem Jahr aber auch als Bestätigung einer verantwortungsethischen Haltung verstanden werden.

Klinisch scharfe Erinnerungen

Annie Ernaux erhält den Literaturnobelpreis 2022. Damit zeichnet das Nobelpreis-Komitee eine der Favoritinnen auf den Preis aus. In wenigen Tagen erscheint Ernaux‘ neuestes Erinnerungswerk »Das andere Mädchen«, in dem sie einen Brief an die vor ihrer Geburt verstorbene Schwester schreibt.

Triebgesteuerter Todeswahn

40 Jahre lang schrieb Boris Lurie an einem Text, in dem er das Trauma und die Schuld, den Holocaust überlebt zu haben, verarbeiten wollte. Jahre nach seinem Tod liegt nun sein verstörender Roman »Haus von Anita« vor, in dem Holocaust und Pornografie die Klingen kreuzen.

Serhij Zhadan im Preisregen

Ukrainische Autor:innen haben noch nie so viel Aufmerksamkeit bekommen wie in diesen Tagen und Wochen. Serhij Zhadan, der in der hart umkämpften Region Charkiw in der zivilen Verteidigung aktiv ist, ist aber der Autor der Stunde. Zahlreiche Preise wurden ihm in den letzten Wochen zugesprochen, längst überfällig seien die, sind sich Expert:innen einig. Denn Zhadan beschreibe die ukrainische Welt nicht nur, sondern er helfe sie zu verstehen, sind sich zahlreiche Jurys einig.

Schreiben statt Verschweigen

In den Eruptionen der Gegenwart spiegeln sich meist die Abgründe der Vergangenheit. Dabei führen die Romane des Sommers von Andrea Tompá, Can Xue, Fiston Mwanza Mujila, Maggie Shiptstead und Guillermo Arriaga in fünf Kontinente, durchqueren Zeiten und Welten und überzeugen dank wunderbarer Übersetzungen mit höchster Sprachkunst.