Die Liebe in Zeiten der Trostlosigkeit
Der libanesische Filmemacher Cyril Aris feiert in seinem preisgekrönten Drama »A Sad and Beautiful World« das Leben. Die Geschichte ist auch eine Liebeserklärung an seine Heimat und seine Landsleute.
Der libanesische Filmemacher Cyril Aris feiert in seinem preisgekrönten Drama »A Sad and Beautiful World« das Leben. Die Geschichte ist auch eine Liebeserklärung an seine Heimat und seine Landsleute.
Die libanesische Filmemacherin Lana Daher hat ihrer Geburtsstadt Beirut ein cineastisches Denkmal gesetzt. In ihrem Film »Do You Love Me« zeichnet sie in über 20.000 Schnipseln die wechselvolle Geschichte von Libanons Hauptstadt und ihren Menschen nach.
Dag Johan Haugerud hat mit den Filmen »Liebe«, »Sehnsucht« und »Träume« eine beeindruckende Filmreihe über die Lust auf Berührung geschaffen. Der Abschlussfilm der »Oslo-Trilogie« gewann im Frühjahr den Goldenen Bären bei der Berlinale, jetzt sind alle drei Filme in den Kinos zu sehen.
Michael Lockshins »Der Meister und Margarita« ist in Russland ein absoluter Publikumserfolg. Jetzt ist die mutige Romanadaption mit Anklängen an die totalitäre russische Gegenwart endlich in den deutschen Kinos zu sehen.
Die Geschichte eines amerikanischen Escort-Girls, das sich gegen die Familie eines russischen Oligarchensohns durchsetzt, gewinnt fünf Oscars. Adrien Brody gewinnt mit Brady Corbets Holocaust-Survivorstory »The Brutalist« seinen zweiten Oscar. Der erschütternde Film »No Other Land« über die rücksichtslose Zerstörung palästinensischer Dörfer im Westjordanland durch das israelische Militär wurde als beste Dokumentation ausgezeichnet.
In dem neuen Film von Ellen Kuras spielt Oscar-Preisträgerin Kate Winslet mit aller Überzeugung die Fotografin und Kriegsreporterin Lee Miller.
Die Autorin und Filmemacherin Grit Lemke beleuchtet in ihrem neuen Film »Bei uns heißt sie Hanka« die sorbische Identität abseits der Folklore. Ihr autobiografisch grundierter Dokumentarfilm macht die Tradition und Gegenwart des wendischen Lebens auf ansteckende Weise greifbar.
Der japanische Regisseur Ryusuke Hamaguchi gewann mit seiner Murakami-Verfilmung »Drive My Car« einen Oscar. Nun ist sein neuer Film »Evil Does Not Exist« im Kino zu sehen, der in meditativen Bildern dem Raubbau des Menschen an der Natur auf den Grund geht.
In den vergangenen Monaten sind einige eindrucksvolle Filme in die Kinos gekommen, die die weltweiten Flüchtlingsbewegungen in den Blick nehmen. Agnieszka Holland erzählt vom Elend an der polnisch-belarussischen Grenze, Brandt Andersen von den verschiedenen, in eine Flucht involvierten Akteuren und Matteo Garrone von der abenteuerlichen Reise zweier senegalesischer Teenager. Dabei verfolgen die Filmemacher:innen unterschiedliche ästhetische Konzepte.
Bei einer Verkehrskontrolle greift die Polizei eine blutverschmierte Drag-Queen am Steuer eines Lastwagens voller Hunde auf. Beim Verhör öffnet sich der Ermittlerin eine Welt, die jegliche Vorstellungskraft sprengt.
Viele hatten auf den Barbenheimer-Effekt gesetzt, doch am Ende ging Greta Gerwigs emanzipierter Turn der Barbie-Story bei den Oscars 2024 fast leer aus. Yorgos Lanthimos Frankenstein-Variation »Poor Things« hält die Fahne des Feminismus hoch, Hayao Miyazaki bekam für seinen mutmaßlich letzten Film seinen zweiten Oscar. Die drei deutschen Oscar-Kandidat:innen sowie Altmeister Martin Scorcese blieben ohne Auszeichnung.
Die Bühnen-Komödie »Theater Camp« erzählt von jungen Menschen, die von den Bühnen der Welt träumen. Das fulminante und unterhaltsame Debüt von Nick Lieberman und Molly Gordon, in Sundance mit dem Preis der Jury ausgezeichnet, ist eine Hommage an die rebellische Alternativkultur, die mehr und mehr verschwindet.
Der griechische Regisseur Yorgos Lanthimos hat mit »Poor Things« eine gleichermaßen poetische wie moderne Frankenstein-Variation gedreht. Der für insgesamt elf Oscars nominierte Film ist vom Drehbuch über die Besetzung und schauspielerische Leistung bis hin zur ästhetischen Bildsprache ein Meisterwerk, das unerschrocken und konsequent für die künstlerische Vision seines Machers spricht.
In seinem nun mutmaßlich allerletzten Film führt der Begründer der längst legendären Ghibli-Studios Hayao Miyazaki zu den allerletzten Fragen. In diesem fantasievollen Alterswerk schimmert, schwirrt und wimmelt es in allen Ecken. Es ist gut möglich, dass der Japaner mit »Der Junge und der Reiher« seinen zweiten Oscar gewinnt.
Drei Teenager-Girls fliegen nach Kreta, um dort den Sommer ihres Lebens zu verbringen. Sie trinken, tanzen und haben Sex, aber nicht für jede läuft es wie geplant. »How To Have Sex«, das Debüt der britischen Regisseurin Molly Manning Walker, überzeugt in seinen Zwischentönen und ist von verblüffender Reife.