Monate: September 2026

Das Gefühl einer Utopie

In Israel wird Ende Oktober ein neues Parlament gewählt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die rechtsextreme Regierung unter Benjamin Netanyahu im Amt bleibt. Der in Berlin lebende Israeli Tomer Dotan-Dreyfus schildert in »Keinheimisch« seine eigenen Beklemmungen gegenüber dem Staat Israel, aber auch seiner Wahlheimat Deutschland. Seine schmerzhafte Selbstbefragung ist eine linke jüdische Intervention, die schonungslos mit jeder selbstgerechten Bequemlichkeit abrechnet. Und mit Joana Osman Raum für utopische Hoffnung lässt.

Miriam Carbe, Marion Kraft und Tupoka Ogette schreiben aus Schwarzer Perspektive deutsche Geschichte | © Thomas Hummitzsch

Eine körperliche Erfahrung

Die deutsche Geschichte scheint auserzählt, dabei gibt es immer noch Perspektiven, die in der etablierten Geschichtsschreibung kaum Platz finden. Mit Marion Kraft, Miriam Carbe und Tupoka Ogette verschaffen sich nun drei Schwarz gelesene Autorinnen aus drei Generationen Gehör, die ausgehend von ihrer (Familien-)Biografie der deutschen Wirklichkeit im 20. Jahrhundert nachgehen. Ihre Texte erzählen vom Alltagsrassismus und seiner folgenschweren Wirkung für Körper und Seele.

Der indische Poet Jeet Thayil bei seiner cross-artistischen Performance | © ILB 2026, PWS e.V., Foto Phil Dera

Crossartige Eröffnung

Am Donnerstagabend wurde im Haus der Berliner Festspiele das 26. Internationale Literaturfestival eröffnet. Curator in Residence Jeet Thayil faszinierte mit einer Performance über die Bedeutung der Kunst in Krisenzeiten. Über 100 Autor:innen sind in den nächsten zehn Tagen in Berlin zu sehen, unter anderem eine Literaturnobelpreisträgerin und ein Booker-Preisträger.