Alle Artikel mit dem Schlagwort: Jorge Luis Borges

»Neun von zehn Büchern schreibe ich nicht zu Ende«

Wenn in diesem Jahr zwei Literaturnobelpreise vergeben werden, ist der Argentinier einer der heißesten Anwärter. Die novellenhaften Werke des von Patti Smith und David Foster Wallace verehrten Autors sind so voller Fantasie, dass man kaum mehr von magischem Realismus sprechen kann. Ein Gespräch über seinen besonderen Stil und die Möglichkeit von Zeitreisen mit dem in Buenos Aires lebenden Schriftsteller César Aira.

Die Fragilität der Weltliteratur

Ein Mann muss aus seinem Haus ausziehen und weiß nicht, wohin mit seiner über 20.000 Titel umfassenden Bibliothek. Er beschließt, aus seinen Büchern ein Haus zu bauen. Er richtet sich inmitten von Weltliteratur ein. Als eine ehemalige Geliebte ein Buch zurückfordert, gerät die Wirklichkeit auf eine schiefe Bahn. Carlos María Domínguez’ Novelle »Das Papierhaus« ist ein Kleinod des magischen Realismus.

Übersetzte Klassiker und gehobene Schätze

Der Autor des »Dschungelbuchs« Rudyard Kipling wäre in diesem Herbst 150 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass erscheinen gleich sechs seiner klassischen Werke in neuem Gewand. Mit Hochspannung erwartet werden die Übertragungen der Erstlinge von Harper Lee und Truman Capote sowie Neu- und Erstübersetzungen der Schlüsselwerke von Laurence Sterne, Henry David Thoreau, Henry James und Charlotte Brontë. Arno-Schmidt-Liebhaber können sich auf seine Übersetzung von Edward George Bulwer-Lyttons Porträt des viktorianischen Londons freuen.

Der Meister der Postmoderne

Die verrücktesten Bücher, die ich jemals gelesen habe, stammen aus der Feder von Mark Z. Danielewski. Der amerikanische Autor mit polnischen Wurzeln erzählt nicht nur mit Worten, sondern mit deren Inszenierung. Ob »Das Haus«, »Only Revolutions« oder »Das Fünfzig-Jahr-Schwert« – jedes Buch ist ein Ereignis.

Das »Aleph« im Bolañoversum

Mit »Die Nöte des wahren Polizisten« ist ein weiteres Werk posthum aus dem Archivo Bolaño ans Tageslicht befördert worden. Viele unterstellen dem Roman einen allzu fragmentarischen Charakter und sprechen vom Ausbeuten eines Gesamtwerks. Womöglich aber bildet der Roman die Essenz eines Grenzen sprengenden Gesamtwerks. Was ist über den hinterlassenen Roman Die Nöte des wahren Polizisten des 2003 verstorbenen chilenischen Schriftstellers Roberto Bolaño nicht schon alles geschrieben und gesagt worden? Die Süddeutsche Zeitung, die schon im Mai 2011 von der Trouvaille im wenig geordneten Nachlass schrieb, wies darauf hin, dass die Teile oft »unvereinbar und provisorisch« wirkten, die taz schreibt von einem »unvollendeten, fragmentarischen« Roman und die FAZ sprach jüngst von »recyceltem Material« und einem »versandenden Werk«. Zwar finden sich neben diesen verheerenden Einschätzungen in nahezu allen Kritiken auch im Grundsatz lobende Worten. Der Eindruck aber bleibt: Hier wird das Werk eines ganz großen bis zur Unerträglichkeit ausgebeutet. Lohnt es sich, dieses Spätwerk, an dem Bolaño nachweislich bis zu seinem Tod gearbeitet hat, überhaupt zur Hand zu nehmen? Oder muss nach dem die globale Bolañophilie auslösenden …