Dass Comics mehr können als Abenteuergeschichten zu erzählen, ist eine Binse. Zu reichhaltig ist die Fülle an Themen, die die neunte Kunst verhandelt. Dass deutsche Comics auch jüngere deutsche Zeitgeschichte nahe bringen können, diesen Beweis treten zwei Werke an, die bei aller Unterschiedlichkeit eines Gemeinsam haben: Sie machen Geschichte über die kleinen Dinge erfahrbar.
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Souverän, verspielt, meisterhaft
Christian Hansen ist einer der besten Übersetzer Deutschlands. Roberto Bolaño, Alan Pauls, Julio Cortázar und César Aira hat er ins Deutsche gebracht. Nun wird seine jüngste Aira-Übertragung mit dem Straelener Übersetzerpreis ausgezeichnet und damit endlich auch ein Werk, das seit Jahren preisverdächtig unter dem Radar der großen Übersetzerpreise flog. Der Straelener Förderpreis geht an Wiebke Stoldt, die verblüffend souverän einen portugiesischen Klassiker ins Deutsche gebracht hat.
WeiterlesenDanish Dynamite
In Zeiten von Netflix & Co. hat der epische Roman an Leserschaft verloren. Die dänischen Autorinnen Solvej Balle und Asta Olivia Nordenhof beweisen mit ihren seriell angelegten Werken, dass weltsprengende Großromane immer noch möglich sind.
WeiterlesenDie Liebe in Zeiten der Trostlosigkeit
Der libanesische Filmemacher Cyril Aris feiert in seinem preisgekrönten Drama »A Sad and Beautiful World« das Leben. Eine Liebeserklärung an den Libanon und seine Menschen.
WeiterlesenDie Poesie des Überlebens
Timea Tankós brillante Übersetzung von András Viskys Roman »Die Aussiedlung« wurde in diesem Jahr gleich mehrfach ausgezeichnet. Nachdem Sie beim Preis der Leipziger Buchmesse noch leer ausging, wurde sie Anfang Juli gemeinsam mit András Visky mit dem Internationalen Literaturpreis ausgezeichnet. Kurz danach wurde ihr zudem der Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis zugesprochen.
WeiterlesenThe American Dream Of Literature
250 Jahre Amerika bedeutet auch 250 Jahre amerikanische Literatur. In den USA sind in unheimlich viele bedeutungsvolle und bleibende Werke entstanden, in diesem Beitrag wird der Versuch unternommen, für (fast) jedes Jahrzehnt ein beziehungsweise ab dem 20. Jahrhundert zwei einflussreiche Werke vorzustellen.
WeiterlesenDeutscher Buchpreis: Longlist ist weiblich und divers
Shida Bazyar, Karosh Taha, Yade Yasemin Önder, Tomer Gardi und Giuliano Musio – das sind nur fünf von zwanzig Namen, die es unter die 20 für den Deutschen Buchpreis nominierten Autor:innen geschafft haben. Die Hälfte der nominierten Autor:innen hat einen migrantischen Hintergrund. Während die Gesellschaft nach rechts driftet, wird in der Literatur Vielfalt sichtbar.
WeiterlesenDie dunkle Seite eines Klassikers
Percival Everett hat einen der berühmtesten amerikanischen Romane umgeschrieben. Sein Roman »James« ist ein Geniestreich, in dem er die populäre Geschichte von Huckleberry Finn aus der Perspektive des versklavten Jim erzählt.
Weiterlesen»Ich habe überlebt, aber mein Herz ist tot«
Die syrische Journalistin und Bürgerrechtlerin Samar Yazbek hat in Katar mit Palästinenser:innen gesprochen, die schwerst verletzt oder als Begleitung von schwerst verletzten Kindern aus Gaza ausgeflogen wurden. Deren erschütternde Überlebensberichte zeichnen ein zutiefst verstörendes Bild des Gaza-Krieges.
WeiterlesenGeburtsstunde eines Helden mit Schuhgröße 65
Ganz zu Beginn seiner Karriere schrieb und zeichnete der spätere Comic-Superstar Lewis Trondheim mit »Lapinot et les carottes de patagonie« eine Fingerübung von 500 Seiten, mit der er sich im frankophonen Raum als Autor etablierte. Dieses Werk ist lange nicht im deutschsprachigen Raum erschienen. Der Reprodukt-Verlag hat das jetzt geändert.
WeiterlesenVon der Freiheit einer Frau
Am 25. Juni 2026 wäre Ingeborg Bachmann einhundert Jahre alt geworden. Die Filmemacherin Regina Schilling hat dies zum Anlass genommen, sich gemeinsam mit Sandra Hüller der österreichischen Schriftstellerin zu nähern.
WeiterlesenDer Trend zum Szenario
Heute Abend wird in Hamburg zum sechsten Mal der Deutsche Sachbuchpreis vergeben. Acht Bücher zu Debatten und Fragen unserer Zeit stehen zur Auswahl. Auffällig ist, dass mehrere der nominierten Titel mit mehr oder weniger fiktiven Szenarios arbeiten.
Weiterlesen»Ohne Hoffnung zu leben bedeutet aufzuhören zu leben«
Die 1969 in Teheran geborene Künstlerin Marjane Satrapi ist am 4. Juni 2026 im Alter von nur 56 Jahren verstorben. Sie gehörte zu den bekanntesten und einflussreichsten Comicschaffenden der letzten Jahrzehnte. Vor 20 Jahren veränderte sie mit ihrem Comic-Memoir »Persepolis« die Welt. Zuletzt kämpfte sie im Kino gegen Vorurteile. In Erinnerung an Marjane Satrapi und ihr Werk wird an dieser Stelle ein Gespräch veröffentlicht, dass ich 2021 mit ihr führen konnte.
WeiterlesenBlaue Flecken oder: Der Schnee von heute
»Ich frage mich manchmal, ob unser Leben anders wäre, lebten wir in runden Häusern, verschickten wir runde Kisten und läsen runde Bücher«, schreibt die Dichterin und Übersetzerin Volha Hapeyeva in ihrem »Wörterbuch einer Nomadin«. In zwölf seit dem Herbst 2020 entstandenen Essays wirft sie die grundsätzliche Frage nach der Sprache und ihrer Bedeutung für das Sein abseits der festgefahrenen Ordnungen auf.
WeiterlesenDrei Schriftsteller, zwei Freundschaften, eine Geschichte
Der US-amerikanische Schriftsteller Donald Windham zählte zum Freundeskreis von Truman Capote und Tennessee Williams. Im Lilienfeld-Verlag ist nun sein Rückblick »Verlorene Freunde« erschienen, in dem er über die gemeinsame Zeit und das Scheitern dieser beiden Freundschaften schreibt.
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