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Medialer Kurzschlussaktivismus

Die Debatte um den Boykott der Frankfurter Buchmesse durch Jasmina Kuhnke und andere Autor:innen zeigt, wie es um die Kräfteverhältnisse in Redaktionen bestellt ist. Es waren vor allem die Positionen von gut situierten, weißen Männern, die die Debatte in eine bestimmte Richtung lenkten. Betroffene und BIPOCs wurden kaum gehört, die tatsächliche Bedrohung von rechts spielte kaum eine Rolle.

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Nur ein Stück Fleisch

Die diesjährige Friedenspreisträgerin Tsitsi Dangarembga beschreibt im dritten Roman ihrer Trilogie den weiblichen Körper als Schlachtfeld gesellschaftlicher Verteilungskämpfe. Dass die Bücher nicht in der richtigen Reihenfolge erscheinen, ist bedauerlich, denn aus der hoffnungsvollen Hauptfigur des Debüts »Aufbrechen« ist inzwischen eine verbitterte Frau geworden, die in Simbabwes Hauptstadt in existenziellen Nöten lebt. Wie genau es dazu gekommen ist, wird in »Überleben« nur angedeutet. Die Strahlkraft dieser Literatur bleibt davon unberührt. Dangarembga erschließt eine Welt, von der wir viel zu wenig wissen.

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Sprache in zänkischen Zeiten

Antje Rávik Strubel bezieht bei der Verleihung des Deutschen Buchpreises Position im Meinungsstreit um Fragen von Benennungen und Bezeichnungen. Ihre Dankesrede war ein Plädoyer für die Offenheit und Beweglichkeit der Sprache. Um eine Normalität greifen zu können, die normal ist, weil sie ist und nicht weil sie gut oder schlecht ist.

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Kinder mit Star-Appeal

Taiyo Matsumoto ist ein außergewöhnlicher Manga-Zeichner, dessen Herz insbesondere für Kinder schlägt. Sein Meisterwerk, die sechsteilige Kinderheim-Serie »Sunny«, ist der beste Beweis. Dank engagierter Comicverlage können seine magisch-realistischen Werke auch über »Sunny« hinaus endlich auch hier entdeckt werden.

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Nicht nur literarisch Nachholbedarf

Die Auszeichnung des Tansaniers Abdulrazak Gurnah mit dem Literaturnobelpreis hat den deutschen Literaturbetrieb auf dem falschen Fuß erwischt. Die weitgehende Unkenntnis von Autor und Werk zeigt nicht nur, dass die deutschsprachige Literaturlandschaft zu westlich orientiert ist, sondern macht auf ein viel grundsätzlicheres Problem der Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte aufmerksam.

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