»Ich frage mich manchmal, ob unser Leben anders wäre, lebten wir in runden Häusern, verschickten wir runde Kisten und läsen runde Bücher«, schreibt die Dichterin und Übersetzerin Volha Hapeyeva in ihrem »Wörterbuch einer Nomadin«. In zwölf seit dem Herbst 2020 entstandenen Essays wirft sie die grundsätzliche Frage nach der Sprache und ihrer Bedeutung für das Sein abseits der festgefahrenen Ordnungen auf.
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Drei Schriftsteller, zwei Freundschaften, eine Geschichte
Der US-amerikanische Schriftsteller Donald Windham zählte zum Freundeskreis von Truman Capote und Tennessee Williams. Im Lilienfeld-Verlag ist nun sein Rückblick »Verlorene Freunde« erschienen, in dem er über die gemeinsame Zeit und das Scheitern dieser beiden Freundschaften schreibt.
WeiterlesenInternationaler Literaturpreis: Die Welt als Ausnahmezustand
Die sechs für den Internationalen Literaturpreis nominierten Romane führen nach Weißrussland, Ungarn, Sri Lanka, in den Iran und Sudan sowie an die europäischen und nordafrikanischen Ränder. Laut Jury erzählen sie alle vom Andauern des Ausnahmezustands.
WeiterlesenTaiwanesischer Roman gewinnt International Booker Prize 2026
2024 wurde Jenny Erpenbecks Roman »Kairos« in der Übersetzung von Michael Hofmann mit dem International Booker Prize ausgezeichnet. In diesem Jahr standen Shida Bazyar und Daniel Kehlmann mit ihren Übersetzer:innen auf der sechs Bücher zählenden Shortlist des International Booker Prize. Ausgezeichnet wurde der Roman »Taiwan Travelogue« von Yáng Shuang-zi in der Übersetzung der amerikanisch-taiwanesischen Autorin Lin King. Die deutsche Übersetzung erscheint voraussichtlich 2027 im Dumont-Verlag.
WeiterlesenGeliebtes Beirut
Die libanesische Filmemacherin Lana Daher hat ihrer Geburtsstadt Beirut ein cineastisches Denkmal gesetzt. In ihrem Film »Do You Love Me« zeichnet sie in über 20.000 Schnipseln die wechselvolle Geschichte von Libanons Hauptstadt und ihren Menschen nach.
WeiterlesenLiterarische Diamanten
Short Stories beziehungsweise Kurzgeschichten sind wie Diamanten. Umso seltsamer, dass sie sich auf dem deutschen Buchmarkt nicht durchsetzen. Dabei konzentrieren sie das Grandiose der Literatur auf kleinem Raum, wie dieses Dutzend aktueller Erzählbände und Kurzgeschichtensammlungen beweist.
WeiterlesenIm Labyrinth eines Verbrechens
Nach dem Welterfolg von »Der Junge im gestreiften Pyjama« ist es um den irischen Autor John Boyne ruhiger geworden. Nach der Fortsetzung seines Bestsellers mit »Als die Welt zerbrach« ist nun sein Elemente-Quartett erschienen, eine Romanreihe über Missbrauch, Schuld und Heilung.
WeiterlesenBabylon Hamburg
Anja Kampmann entfaltet in ihrem sprachgewaltigen und für den Preis der Leipziger Buchmesse nominierten Roman «Die Wut ist ein heller Stern» in kurzen Szenen die Geschichte einer Artistin, die im roten Hamburg den Aufstieg der Nazis erlebt. Lyrisch verdichtet und rhythmisch versiert führt Kampmann das Abrutschen einer Gesellschaft in den Faschismus vor Augen.
WeiterlesenHeilige Kollisionen
Dorothee Elmigers Roman »Die Holländerinnen« war der meist diskutierte, meist gelobte, meist nominierte und meist ausgezeichnete Roman des vergangenen Jahres. In einer Woche hält Elmiger ihre Antrittsvorlesung an der Universität Bonn, wo sie in diesem Jahr die Thomas-Kling-Poetikdozentur der Kunststiftung NRW innehat. Ein guter Grund, noch einmal den Blick in die Echoräume hinter den Zeilen ihres ausgezeichneten Romans zu werfen.
WeiterlesenDas Gewicht der Performance
Mit der Neuübersetzung des »Decameron« von Luis Ruby und der Erstübersetzung der »Filocolo«-Legende von Moritz Rauchhaus sind zum 650. Todestag von Giovanni Boccaccio zwei zentrale Werke des italienischen Renaissance-Schriftstellers erschienen. Boccaccios Zeit begegnet einem in beiden Werken, seine verspielte Sprache nur im »Decameron«.
WeiterlesenDie Waffen der Wirtschaft
Die Journalistin Ulrike Herrmann schreibt in ihrem neuen Buch über »Geld als Waffe« und zeigt dabei auf, warum Russland und China politisch in der Sackgasse stecken. Ihre Analyse leidet jedoch an der Schnelllebigkeit der Gegenwart. Die Politik der Deals eines Donald Trump kommt in ihrem Buch quasi nicht vor.
WeiterlesenInnere Verhärtungen
Der dritte Roman der Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin von 2021 Nava Ebrahimi führt Leser:innen in die fiktive Kleinstadt Lasseren im niedersächsischen Emsland. »Und Federn überall« ist ein großer Gegenwartsroman, in dem der Alltag von sechs Figuren aufeinanderprallen, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
WeiterlesenDie Faszination eines Davongekommenen
Norbert Gstrein erzählt in seinem für den Preis der Leipziger Buchmesse nominierten Roman »Im ersten Licht« von einem Mann, der den Krieg nie gesehen hat und dennoch nicht von ihm loskommt. Die elegante Beiläufigkeit, mit der Gstrein hier durch ein Jahrhundert führt, erinnert an Autoren wie W.G. Sebald, Patrick Modiano oder Joseph Roth.
WeiterlesenZukunftsstadt ohne Zukunft
Zum vierzigsten Mal jährt sich am 26. April die Atomkatastrophe von Tschornobyl. Mit »Reaktoren explodieren nicht« liegt nun ein illustriertes Jugendbuch vor, dass sich der Stadt, dem Kernkraftwerk, der Tragödie und der historischen Erfahrung verständlich und vielschichtig annähert.
WeiterlesenApokalypse am Arsch der Welt
Ken Kesey ist eine Ikone der amerikanischen Gegenkultur. Als literarischer Rebell und idealistischer Hippie wandte er sich schreibend gegen die Unterdrückung des Individuums und die Unterwerfung der Natur. Mit dreißigjähriger Verspätung liegt nun endlich sein letzter Roman »Seemannslied« vor, der vulgäre Gesellschaftssatire, packende Endzeiterzählung und mahnende Climate Fiction verbindet. Milena Adam hat ihn spektakulär ins Deutsche gebracht.















