Neueste Artikel

Geburtsstunde eines Helden mit Schuhgröße 65

Ganz zu Beginn seiner Karriere schrieb und zeichnete der spätere Comic-Superstar Lewis Trondheim mit »Lapinot et les carottes de patagonie« eine Fingerübung von 500 Seiten, mit der er sich im frankophonen Raum als Autor etablierte. Dieses Werk ist lange nicht im deutschsprachigen Raum erschienen. Der Reprodukt-Verlag hat das jetzt geändert.

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Bildausschnitt aus »Persepolis« von Marjane Satrapi

»Ohne Hoffnung zu leben bedeutet aufzuhören zu leben«

Die 1969 in Teheran geborene Künstlerin Marjane Satrapi ist am 4. Juni 2026 im Alter von nur 56 Jahren verstorben. Sie gehörte zu den bekanntesten und einflussreichsten Comicschaffenden der letzten Jahrzehnte. Vor 20 Jahren veränderte sie mit ihrem Comic-Memoir »Persepolis« die Welt. Zuletzt kämpfte sie im Kino gegen Vorurteile. In Erinnerung an Marjane Satrapi und ihr Werk wird an dieser Stelle ein Gespräch veröffentlicht, dass ich 2021 mit ihr führen konnte.

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© Thomas Hummitzsch

Blaue Flecken oder: Der Schnee von heute

»Ich frage mich manchmal, ob unser Leben anders wäre, lebten wir in runden Häusern, verschickten wir runde Kisten und läsen runde Bücher«, schreibt die Dichterin und Übersetzerin Volha Hapeyeva in ihrem »Wörterbuch einer Nomadin«. In zwölf seit dem Herbst 2020 entstandenen Essays wirft sie die grundsätzliche Frage nach der Sprache und ihrer Bedeutung für das Sein abseits der festgefahrenen Ordnungen auf.

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© The Booker Prizes

Taiwanesischer Roman gewinnt International Booker Prize 2026

2024 wurde Jenny Erpenbecks Roman »Kairos« in der Übersetzung von Michael Hofmann mit dem International Booker Prize ausgezeichnet. In diesem Jahr standen Shida Bazyar und Daniel Kehlmann mit ihren Übersetzer:innen auf der sechs Bücher zählenden Shortlist des International Booker Prize. Ausgezeichnet wurde der Roman »Taiwan Travelogue« von Yáng Shuang-zi in der Übersetzung der amerikanisch-taiwanesischen Autorin Lin King. Die deutsche Übersetzung erscheint voraussichtlich 2027 im Dumont-Verlag.

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Lana Daher: Do You Love me | © AFP Arguileh On The Beach (20015) by Patrick Baz

Geliebtes Beirut

Die libanesische Filmemacherin Lana Daher hat ihrer Geburtsstadt Beirut ein cineastisches Denkmal gesetzt. In ihrem Film »Do You Love Me« zeichnet sie in über 20.000 Schnipseln die wechselvolle Geschichte von Libanons Hauptstadt und ihren Menschen nach.

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© Thomas Hummitzsch

Babylon Hamburg

Anja Kampmann entfaltet in ihrem sprachgewaltigen und für den Preis der Leipziger Buchmesse nominierten Roman «Die Wut ist ein heller Stern» in kurzen Szenen die Geschichte einer Artistin, die im roten Hamburg den Aufstieg der Nazis erlebt. Lyrisch verdichtet und rhythmisch versiert führt Kampmann das Abrutschen einer Gesellschaft in den Faschismus vor Augen.

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© Thomas Hummitzsch

Heilige Kollisionen

Dorothee Elmigers Roman »Die Holländerinnen« war der meist diskutierte, meist gelobte, meist nominierte und meist ausgezeichnete Roman des vergangenen Jahres. In einer Woche hält Elmiger ihre Antrittsvorlesung an der Universität Bonn, wo sie in diesem Jahr die Thomas-Kling-Poetikdozentur der Kunststiftung NRW innehat. Ein guter Grund, noch einmal den Blick in die Echoräume hinter den Zeilen ihres ausgezeichneten Romans zu werfen.

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© Thomas Hummitzsch

Das Gewicht der Performance

Mit der Neuübersetzung des »Decameron« von Luis Ruby und der Erstübersetzung der »Filocolo«-Legende von Moritz Rauchhaus sind zum 650. Todestag von Giovanni Boccaccio zwei zentrale Werke des italienischen Renaissance-Schriftstellers erschienen. Boccaccios Zeit begegnet einem in beiden Werken, seine verspielte Sprache nur im »Decameron«.

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