Neueste Artikel

Wenn das Herz zerreißt

Der einzige deutsche Beitrag bei der 66. Berlinale polarisiert, weil er die Abtreibungsdebatte dem gesellschaftlichen Diskurs entzieht und sie dorthin führt, wo sie hingehört: auf die individuelle Ebene. Anne Zohra Berracheds Familiendrama »24 Wochen« wird aller Voraussicht nach der meistdiskutierte Film des Festivals werden.

Weiterlesen

Europas träges Auge

Es ist nicht so, als wäre die Flüchtlingssituation bislang nicht auf der Berlinale wahrnehmbar gewesen. George Clooneey traf sich sogar eigens mit Angela Merkel zum Refugee-Talk. Mit Gianfranco Rosis erschütternd-anrührendem Dokumentarfilm »Fuocoammare« ist das Thema nun unmittelbar ins Zentrum dieses noch jungen Festivals gerückt. Außerdem mussten sich am zweiten Wettbewerbstag die Französin Isabelle Huppert als Lehrerin neu erfinden und ein junger Maori gegen seinen autoritären Großvater durchsetzen. 

Weiterlesen
© Thomas Hummitzsch

Hochgelobt und totmassiert

Der New Yorker Sprachkünstler Ben Lerner legt mit »22:04« einen schmalen, aber großen Roman über das Werden des Menschen und des Künstlers vor. Seine Prosa ist ebenso betörend wie verstörend. Seine Sprache durchbricht immer wieder das Sagbare und macht so die Komplexität der Moderne verständlich.

Weiterlesen

Die Sache mit dem Glück

Die Berlinale sucht in diesem Jahr energisch nach dem Recht auf Glück, das in der Familie gehört vermeintlich selbstverständlich dazu. Wie die Filme am ersten wirklichen Wettbewerbstag gezeigt haben, ist das mit dem Recht auf Glück und Liebe in der Familie aber doch etwas komplizierter.

Weiterlesen

Letzte Ausfahrt Rache

Wie viel Verantwortung hat eine Gesellschaft für das Glück und Unglück des Einzelnen? Diese Frage steht nicht nur im Zentrum der diesjährigen Berlinale, sondern auch des Auftaktfilms der Sektion Panorama »Já, Olga Hepnarová« (I, Olga Hepnarova) von Petr Kazda und Tomas Weinreb.

Weiterlesen

Hommage durch knallbunte Persiflage

Was kann ein Eröffnungsfilm eines Filmfestivals Besseres leisten, als dem Medium nicht nur Hommage zu erweisen, sondern es auch nicht zu ernst zu nehmen. Ethan und Joel Coen gelingt mit ihrer mit zahlreichen Stars besetzten Hollywood-Komödie »Hail, Caesar!« genau dies, ohne dabei zu sehr in den Klamauk abzugleiten.

Weiterlesen
Still of Josh Brolin, Benicio Del Toro and Emily Blunt in »Sicario« von Dennis Villeneuve | Photo by Richard Foreman, Jr. - © 2015 - Lionsgate

Im Land der Wölfe

Emily Blunt steht in Denis Villeneuves »Sicario« Schmiere, während sich Josh Brolin und Benicio Del Toro die Gesetzlosigkeit des panamerikanischen Drogenkrieges zu Eigen machen. Erzählerisch ist Villeneuves actiongeladener Drogenthriller unspektakulär, bildsprachlich hingegen großes Kino.

Weiterlesen

Inside Refugee oder: Abbas Khider und sein Roman zur Stunde

Auch wenn der neue Roman des Deutsch-Irakers Abbas Khider vor der Kulisse des zweiten Golfkriegs spielt, ist der lückenlose Erfahrungsbericht seines in Deutschland gestrandeten Asylsuchenden von höchster Aktualität. Wer verstehen will, was die Flüchtlingspolitik mit den Betroffenen im Inneren anrichtet, muss diese »Ohrfeige« auf das europäische Asylsystem lesen.

Weiterlesen