Monate: Dezember 2025

© Thomas Hummitzsch

»Menschen galten Le Guin nie als Krone der Evolution«

Matthias Fersterer ist einer von drei Übersetzer:innen hinter der preisgekrönten Übersetzung von Ursula K. Le Guins Opus Magnum »Immer nach Hause«. Er hat außerdem Essays der amerikanischen Autorin herausgegeben, gerade ist seine Übertragung ihrer Aeneis-Variation »Lavinia« erschienen. Le Guin hat in seinen Augen die Grenzen des Phantastischen erweitert und stets aus einer Perspektive des Mehr-als-Menschlichen geschrieben.

© Christoph Schickl

Fotograf mit Adrenalin und Anstand

Der spanische Comicautor Manfred Sommer hat in den 1980er Jahren mit Frank Cappa die Figur eines Kriegsfotografen geschaffen, der sich auch nach Jahren inmitten des Grauens seinen menschenfreundlichen Blick bewahrt hat. Die Werke sind in Deutschland weitgehend unbekannt, und das ist eine Schande. Der avant-verlag schafft Abhilfe und bringt eine Gesamtausgabe auf den Markt.

© Thomas Hummitzsch

Spektakuläre Körperlandschaften, tanzende Buchstaben

Maddie Mortimer hat mit »Atlas unserer spektakulären Körper» einen Roman geschrieben, der sich in jeglicher Hinsicht vom Gewöhnlichen abhebt. Die Sprache wird hier selbst zum sich bewegenden Organ. Maria Meinels flirrend kreativer Übersetzung merkt man den Aufwand hinter ihrer Leichtfüßigkeit nicht an. Ein Gespräch über die Lust am Retour-Blitzbomben, das Erobern von Landschaften aus Lettern, über »schniefmiefen, schrämen und schamrotschnell schlingern« in einem spektakulären Roman, in dem eine junge Frau nach einer schrecklichen Diagnose sich und das Leben neu entdeckt.

Zamonien auf Speed

Walter Moers hat mit »Qwert« einen weiteren Zamonien-Roman abgeliefert. Diesmal schickt er eine mittlerweile 15 Jahre alte Idee auf eine Abenteuerreise durch ein komplett durchgeknalltes Setting aus immer neuen Abenteuern. Im Zentrum steht noch mehr als in den bisherigen Büchern das Erzählen als solches und seine Auswirkung auf die Realität.