Dietrich Brüggemann hat mit »Kreuzweg« eine bedrückende Religionsfarce vorgelegt, in deren Mittelpunkt die 14-jährige Maria steht, die ihr Leben inmitten einer erzkonservativen Gemeinschaft Gott opfern will. Ein Hauch von Ulrich Seidl schwebte am Sonntag in den Berlinale-Wettbewerb.
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Berlinale Bites: Ein spektakulärer Rahmen
Außerhalb des Wettbewerbs tummeln sich die Filme mit Staraufgebot und bildgewaltigen Erzählungen. Der Wettbewerb der Berlinale ist weniger glamourös gestartet als das Rahmenprogramm. Der einzige echte Hingucker war bislang Wes Andersons Belle-Epoque-Märchen »Grand Budapest Hotel«.
Berlinale Bites: Niveauvolles Grinsen
Dominik Grafs »Die geliebten Schwestern« ist eine Hommage an Friedrich Schiller und den freien Geist sowie eine Verneigung vor dem Mut dreier Menschen, einen anderen Weg und damit das Scheitern zu wagen.
Berlinale Bites: Auf sich allein gestellt
Edward Berger erzählt in seinem Sozialdrama »Jack« von einer überforderten Mutter und der Odyssee ihrer beiden Söhne durch ein ignorant überzeichnetes Berlin.
Berlinale Bites: Ein Leben lang in Ketten
Forest Whitaker überzeugt in »La voie de l’ennemie« als Ex-Häftling, der erbittert mit den Dämonen seiner Vergangenheit und um seine Menschenwürde kämpft. Rachid Boucharebs Wettbewerbsbetrag ist eine Anklage gegen den Alltagsrassismus in den USA.
Berlinale Bites: Wenn Ärsche schießen
Ein junger britischer Soldat gerät im nordirischen Konflikt zwischen die Fronten und kämpft, auf sich allein gestellt, ums Überleben. Der britische Film »’71« erzählt von einem vergessenen europäischen Bürgerkrieg, dessen Ende noh nicht allzu viele Jahre zurückliegt.
Der König und sein Exil
Bill Watterson, der Zeichner der weltberühmten Comicstrips von »Calvin & Hobbes«, wurde beim 41. Internationalen Comicfestival in Angoulême für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Damit ist er auch zum Jurypräsidenten des nächsten Festivals ernannt worden. Die internationale Comicwelt fragt sich, ob der publikumsscheue Autor den Posten antreten wird.
»Come Prima« wird bestes Album
Beim 41. Internationalen Comicfestival in Angoulême triumphierten vor allem Autoren aus dem franko-belgischen Raum. Das Beste Album des Jahres stammt aus der Feder des Franzosen Alfred und erzählt sensibel von der Reise zweier Brüder in die gemeinsame Vergangenheit. Die großen Favoriten »Last Man« und »Saga« gingen leer aus.
Zwischen Theatralik und Form
Die sinnlichen Fotografien des avantgardistischen Fotografen František Drtikol lassen die herannahende Exzentrik der Moderne erahnen.
Die Macht von Israels säkularer Mittelklasse
Israels Bevölkerung hat am Dienstag ein neues Parlament gewählt. Ich sprach mit Marianne Zepp, der stellvertretenden Leiterin des Büros der Heinrich Böll Stiftung in Tel Aviv, über den Ausgang der Parlamentswahlen in Israel und die Friedensperspektiven im Nahen Osten.
WeiterlesenFliegende jüdische Identitäten
Seit Anfang Dezember setzt sich das Dresdener Kunsthaus mit den gegenwärtigen Perspektiven von Künstlern auf die Frage nach der Identität in Europa auseinander. Ein Teil der Ausstellung »Vot ken you mach?« widmet sich den jüdischen Identitäten im zeitgenössischen Comic.
»…uns wollen sie auf die Seite schaffen«
200.000 Menschen wurden im Zuge der nationalsozialistischen Euthanasie-Aktionen zwischen 1939 und 1945 ermordet. Götz Aly hat die Geschichte dieser Massenmorde untersucht und mit seiner Studie »Die Belasteten« den Opfern den Gedenkstein gesetzt, der ihnen bis heute verweigert wird.
Entenhausen – Die agonale Stadt
PaTrick Bahners beweist sich in »Entenhausen. Die ganze Wahrheit« als Georg Simmel der Carl Bark’schen Galaxie und legt eine geografisch, rechtsphilosophisch, ethnologisch und kulturhistorisch fundierte Arbeit zur Heimatstadt der Ducks vor.
»Erotik ist Leben, Pornographie der Tod«
Der Interviewband »Confessions. Eroticism in Media« setzt sich mit den neuen Bildern des Erotischen auseinander und stellt einige spannende Magazine vor. Sucht man nach einer Definition von Erotik, auf die sich die Macher dieser Magazine wohl alle einigen können, dann liegt diese in der Subjektivität – nicht der des Betrachters, sondern der zu Betrachtenden.
Eine Form des Liebens
Thomas Hitzlsperger hat sich nach dem Ende seiner Karriere als Fußballprofi zu seiner Homosexualität bekannt. Die Journalistin Carolin Emcke hatte schon vor zwei Jahren – ausgehend von der persönlichen Erfahrung – ein überaus intelligentes Buch über das Begehren geschrieben, das weder »gut« noch »schlecht« kennt, sondern einfach ist.















