Wie viel Verantwortung trägt der Einzelne, wenn alle Menschlichkeit verloren geht? Der Schweizer Dramatiker Lukas Bärfuss rechnet in seinem Romandebüt »Hundert Tage« mit der Schweizer Entwicklungshilfe ab und hält dem wohlhabenden Westen den Spiegel vor.
WeiterlesenNeueste Artikel
Die Gefahr von unreinen Hunden
Der iranische Filmemacher Jafar Pahani darf seit zweieinhalb Jahren weder Filme drehen noch seine Heimat verlassen. Heimlich arbeitet er seither und lässt seine Filme ins Ausland schmuggeln. Nach »Dies ist kein Film« hat er nun eine zweite Arbeit ins Ausland schaffen können. So läuft in diesem Jahr auf der Berlinale ein Film, der nicht existieren dürfte. »Pardé« ist ein beeindruckendes Gesellschafts- und Selbstporträt.
Weiterlesen»Und der Welt? Wer vergibt der Welt?«
Der Schriftsteller und Weltenbummler Ilija Trojanow hat mit »Wo Orpheus begraben« liegt eine Hommage an sein Herkunftsland Bulgarien geschrieben, in dem er die Mythen, die über das Schwarze Meer und den Balkan ziehen, mit den Geschichten der Bewohner dieser Region verbunden hat. Illustriert sind Trojanows Erzählungen mit quasi-dokumentarischen Fotografien von Christian Muhrbeck.
Nachrichten von der anderen Seite der Sonne
Die Gründe, warum sich Menschen Briefe schreiben, sind vielfältig. Hanna und Sebastian in Thomas Klugkists gleichnamigem Roman schreiben einander, um der Nähe, die sie füreinander empfinden, einen Raum zu geben. Sie wagen ein Doppelleben zwischen exzessiver Leidenschaft und intellektueller Seelennähe, in dem sie sich auf die Suche nach sich Selbst machen.
Kampf der Kulturen im ewigen Eis
Kim Leines preisgekrönter Grönland-Roman »Ewigkeitsfjord« vereint Kolonialgeschichte mit Selbstsuche auf hohem Niveau und stellt im Kern die Frage, wie lange das Gewissen das Überschreiten der eigenen ethischen Grenzen ertragen kann.
Von Namen und Hoffnungen
Saša Stanišić erzählt in seinem Roman »Vor dem Fest« die Geschichten, die sich zwischen dem Wald und den zwei Seen am Rande der fiktiven Ortschaft Fürstenfelde im Laufe der Jahrhunderte zugetragen haben. Diese faszinierende Erzählung ist eine Verneigung vor der Uckermark und seinen Menschen.
WeiterlesenEine Reise zum Ich
Der melancholisch-warme biografische Comic »Portugal« ist das Opus Magnum des französisch-portugiesischen Autors Cyril Pedrosa und eine tiefschürfende Liebeserklärung an »Zuhause«.
Wer weiß schon, wohin er geht?
In der Neuübersetzung von Diderots »Jacques der Fatalist und sein Herr« zeigt Hinrich Schmidt-Henkel, wie erfrischend modern und mit wie viel Witz Denis Diderots letzter Roman mehr als 200 Jahre nach seinem Erscheinen immer noch daherkommt.
Großstadtmagie zwischen Hoffen und Bangen
Die Comics der brasilianischen Zwillingsbrüder Fábio Moon und Gabriel Bá gehören zu den erfolgreichsten weltweit. In »De:TALES« verarbeiten sie in fantastisch surrealen Geschichten die Hoffnungen und Träume ihrer Generation.
Das Ei aus der Uckermark
Saša Stanišić hat mit seinem uckermärkischen Dorfroman »Vor dem Fest« den Preis der Leipziger Buchmesse gewonnen. »Der Schatten des Fotografen« des Kulturwissenschaftlers Helmut Lethen ist das beste Sachbuch des Frühjahrs. Robin Detjes Übersetzung von William T. Vollmanns »Europe Central« wurde als »berserkerhafte« Übertragung ausgezeichnet.
WeiterlesenBein zeigen
Ausgehend vom Epochenbruch der Französischen Revolution untersucht die Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken in »Angezogen. Das Geheimnis der Mode«, welche Strukturen die Grundlage für die Entwicklung weiblicher und männlicher Mode bereitet.
Pop-Musik als Kunstform – Pop-Musik als Phänomen
Pop-Theoretiker Diedrich Diederichsen legt mit »Über Pop-Musik« sein Alterswerk vor, in dem es ihm nicht weniger als um eine allumfassende Betrachtung der titelgebenden Kunstform geht – autonom den anderen Künsten zur Seite gestellt.
Das Eigenleben der Fotografie
Die Auseinandersetzung mit der Fotografie dringt mehr und mehr in den Vordergrund der allgemeinen Kulturdebatte. Schon die kulturwissenschaftliche Studie des Gesichts von Hans Belting, die im vergangenen Jahr für den Leipziger Messepreis in der Kategorie Sachbuch nominiert war, basierte zu großen Teilen auf Fotografien. In diesem Jahr könnte mit Helmut Lethens »Der Schatten des Fotografen« ein kulturwissenschaftliches Buch zur Wirklichkeit der Fotografie den Preis gewinnen.
Ein funkelnder Textkristall
Mit dem Text »Vielleicht Esther« hat Katja Petrowskaja im vergangenen Jahr in Klagenfurt den Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen. Darin hatte die in der Ukraine geborene und seit 1999 in Berlin lebende Autorin die Abgründe des Holocaust am Beispiel ihrer Urgroßmutter zu einem ebenso poetischen wie welthistorischen Kleinod der Literatur gemacht. Der gleichnamige Roman ordnet diese Geschichte in die Familienüberlieferungen ein.
Reaktion oder reaktionär
Die Aufregung ist groß um Sibylle Lewitscharoffs Dresdener Skandal-Rede, in der sie in reaktionärem Ton der Moderne eine Absage erteilte. Konsequenzen werden gefordert, der Literaturbetrieb müsse reagieren. In der kommenden Woche hätte er die Möglichkeit.















