Eingeschlossen für die Ewigkeit
Im neuen Roman von Don DeLillo wird dem Tod der Kampf angesagt. »Null K« ist ein schillernder Bernstein, der die Geister aus dem Werk des Amerikaners in sich einschließt.
Im neuen Roman von Don DeLillo wird dem Tod der Kampf angesagt. »Null K« ist ein schillernder Bernstein, der die Geister aus dem Werk des Amerikaners in sich einschließt.
Zehn Jahre nach »Die Beschissenheit der Dinge« hat der Belgier Dimitri Verhulst seine Erfahrungen im Kinderheim in »Die Unerwünschten« verarbeitet. Wir sprachen mit ihm über seine Rettung durch die Literatur, kreative Eingebungen und die kleinen Freuden im Leben.
Die lateinamerikanische Gegenwartsliteratur muss sich keineswegs vor der hiesigen verstecken. Im Gegenteil: sie hätte mehr Aufmerksamkeit verdient. Denn statt sich im magischen Realismus zu verlieren, wendet sie sich auf faszinierende Weise der Wirklichkeit Süd- und Mittelamerikas zu.
Erfolgsregisseur Fatih Akin bringt Wolfgang Herrndorfs Jugendroman »Tschick« auf die Leinwand und feiert das mitunter komplizierte Coming-of-Age der beiden Hauptfiguren als rasant-warmes Sommermärchen.
Stefan Hertmans erzählt in »Der Himmel meines Großvaters« die Geschichte seines Vorfahren, der pflichtbewusst in den Reihen des belgischen Heeres gedient hat, während die Welt um ihn herum zusammenbrach. Wir sprachen mit dem belgischen Autor über das Reproduzieren von Familiengeschichte, seinen lebenslang traumatisierten Großvater und die flämische Emanzipation in den Schützengräben.
»Cadenza for the Schneidermann Violin Concerto«, der nachgereichte Debütroman des Amerikaners Joshua Cohen, ist ein ebenso vergnüglicher wie ambitionierter Metaphernsalat, der ahnen lässt, dass mit der fortlaufenden Publikation seines Werkes noch Sensationelles kommt.
Urlaubszeit ist Lesezeit – das gilt auch für jene, die den deutschen Lesenden einen Großteil der Literatur überhaupt erst zugänglich machen. Trotz Abgabestress haben einige Übersetzerinnen und Übersetzer uns geschrieben, was sie in diesem Sommer lesen. Einige sehr gelungene Übersetzungen über die unten genannten Bücher hinaus legen wir ausdrücklich zur sommerlichen Lektüre ans Herz. Sie finden Sie in unserem Titelbild.
Saša Stanišić erfüllt mit seinen Erzählungen alle Hoffnungen seiner erwartungsschwangeren Leser und beweist sich »im Artikulieren von Gedanken, im Formulieren, im Meinen« selbst als der beste aller »Fallensteller«
»Die Kunst besteht doch gerade darin, dass man nicht schreibt, was man zu sagen hat, sondern etwas völlig Unvorhergesehenes«, schrieb der polnische Dandy Witold Gombrowicz in seinem »Tagebuch«. Nun sind mit »Kronos« seine intimen Aufzeichnungen erschienen.
Christiane Scherer alias Thea Dorn hat sich als erste Frau an den Faust-Mythos gewagt. »Die Unglückseligen« ist ein grandioser Wissenschafts- und Kulturroman, in dem weder Wissenschaft, Philosophie noch Poesie ein Mittel gegen Schmerz und Endlichkeit finden. Beim Schreiben hat es »Deutschlands brutalste Schreiberin« allerdings selbst mit der Angst zu tun bekommen.
Vom 29. Juni bis zum 3. Juli findet in diesem Jahr der Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb statt. In diesem Jahr hätte nicht nur die Namensgeberin des Literaturwettstreits ihren 90. Geburtstag gefeiert, auch der »Bewerb« hat ein Jubiläum, das Vierzigste. Zur Feier fünf Thesen zum fruchtbaren Literaturverhältnis von Berlin und Klagenfurt.
Büchner-Preisträger Friedrich Christian Delius legt mit »Die Liebesgeschichtenerzählerin« einen großen Roman vor, in dem er einmal mehr die Geschichte seiner eigenen Familie ordnet und verdichtet, um von Schuld und Schicksal in der deutschen Geschichte und Kultur zu erzählen.
»Die Gehörlosen« heißt das Opus Magnum des guatemaltekischen Schriftstellers Rodrigo Rey Rosa, mit dem die Leser in ein Reich des Unbehagens reisen, in dem das Grauen der Moderne auf das Fremde des Ethnischen trifft.
Groß ist die Aufregung um den neuen Roman von Juli Zeh. Nicht nur, weil ihr »Unterleuten« vor einem großen Umbruch steht, sondern weil eine heitere Debatte um Realität, Fiktion und Metafiktion rund um den Roman entstanden ist. Im Interview spricht die Autorin über ihr »Unterleuten«, den Trend der Landflucht sowie den Zustand der Literaturkritik.
Der israelische Schriftsteller David Grossman stellte in Berlin seinen neuen Roman »Kommt ein Pferd in eine Bar« vor und sprach über die Folgen verdrängter Wunden.