Ein japanischer Amerikaner entrollt dieses Banner am Tag nach dem Angriff auf Pearl Harbor. Dorothea Lange nahm diese Fotografie im März 1942 auf. | Foto: Dorothea Lange

Weder Heimat noch Fremde

Was heißt es, fremd im eigenen Land zu sein? Wie überwindet man die Bürde der eigenen Herkunft? Wie findet man seinen Platz in der Welt? John Okada erzählt in seinem wiederentdeckten Klassiker »No No Boy« eindrucksvoll von den Folgen getroffener Entscheidungen.

Nadav Lapid: Synonymes |  © Guy Ferrandis / SBS Films

Israelischer Film »Synonymes« gewinnt Goldenen Bären

Mit Nadav Lapid hat erstmals ein Israeli den Preis für den besten Film gewonnen. Die beiden Darsteller-Bären gehen an die beiden Hauptdarsteller im chinesischen Drama »So Long, My Son«. Auch zwei deutsche Regisseurinnen wurden mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet. Insgesamt konkurrierten lediglich 16 Filme um die acht Berlinale-Bären.

Wang Xiaoshuai: So long, my son | © Li Tienan / Dongchun Films

Ein einfaches Leben

So früh war das Rennen um die Bären noch nie zu Ende. Nachdem der chinesische Beitrag »One Second« von Zhang Yimou wegen »technischer Probleme« kurzfristig gestrichen wurde, beschließt dessen Landsmann Wang Xiaoshuai mit dem sehenswerten Drama »So long, my son« bereits am Donnerstag den Wettbewerb der 69. Berlinale. Die chinesischen Beiträge im Festival haben einen…

Angela Schalenec: Ich war zuhause, aber | © Nachmittagfilm

Sprachlos in Zwischenwelten

Angela Schalenec hat über Jahre im Forum der Berlinale ihre Filme vorgestellt. Nun ist sie mit ihrer fragmentierten Familienanordnung »Ich war zuhause, aber…« erstmals im Wettbewerb vertreten.

Fatih Akin: Der Goldene Handschuh | © Gordon Timpen / 2018 bombero int./Warner Bros. Ent.

Würge(r)kino

Mit hohen Erwartungen ist Fatih Akins Verfilmung von Heinz Strunks Roman »Der Goldene Handschuh« in den Wettbewerb der Berlinale gegangen. Der Film weist in seinem Handwerk Parallelen zu Takis Würgers viel kritisiertem Roman »Stella« auf.

Teona Strugar Mitevska: God exists, her name is Petrunya | © sistersandbrothermitevski

Gott ist eine starke Frau

Die mazedonische Regisseurin Teona Strugar Mitevska ist ein Eigengewächs der Berlinale. Vier mal war sie bereits in der Sektion Panorama zu Gast. Mit »God exists, her name is Petrunya«, einem heiteren Manifest gegen religiöse Borniertheit und toxische Männlichkeit, ist sie erstmals im Wettbewerb vertreten.

Marie Kreutzer: Der Boden unter den Füßen | © Juhani Zebra / Novotnyfilm

Lola rennt im Hamsterrad

Die Österreicherin Marie Kreutzer ist mit »Der Boden unter den Füßen« im Wettbewerb vertreten. Ihr Film porträtiert eine Unternehmensberaterin und ihren Berufszweig. Der stellt sich als genauso trist wie man ihn immer vermutet hat heraus.

Nora Fingscheidt: Systemsprenger © Peter Hartwig / kineo / Weydemann Bros. / Yunus Roy Imer

Schrei nach Liebe

Nora Fingscheidt feiert mit »Systemsprenger« ein beeindruckendes Spielfilmdebüt auf der Berlinale. In ihrem Beitrag porträtiert sie ein wildes Mädchen, für das in den etablierten Kinder- und Jugendhilfestrukturen kein Platz ist.

Lone Scherfig: The Kindness of Strangers | © Per Arnesen

Unerhoffte Hilfe

Lone Scherfigs »The Kindness of Strangers« hat die 69. Berlinale eröffnet. Darin erzählt sie, wie eine junge Mutter mit ihren Kindern vor dem gewalttätigen Ehemann abhaut und Hilfe findet, wo sie sie nicht erwartet hat.

Adam Driver stars as Flip Zimmerman and John David Washington as Ron Stallworth in Spike Lee’s BlacKkKLansman, a Focus Features release.
Credit: David Lee / Focus Features

Ein weißer Schwarzer

Er gilt als wütendes enfant terrible des Black New Cinema. Spike Lee ist mit »BlackKklansman« eine fulminante Rückkehr auf die Hauptbühne des amerikanischen Kinos gelungen, nachdem bereits der Abgesang auf ihn gesungen war.

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Von Brüssel über Rummelsdorf nach Berlin

Zum 80. Geburtstag von »Spirou und Fantasio« erscheinen die gesammelten Werke von André Franquin und Jean-Claude Fournier in edler Aufmachung. Der französische Zeichner Émile Bravo führt in einer Spezialreihe zurück zu den Anfängen des Magazins, der deutsche Zeichner Flix steuert der Erzählung ein Wende-Abenteuer bei.

Vittorio De Sica, Roberto Rossellini und Federico Fellini am Set |Foto: piervincenzocanale via Flickr  (CC BY 2.0)

Realismus des Persönlichen

Federico Fellinis filmisches Werk ist ein Stand-Alone und hat zahlreiche Nachahmer gefunden. Woody Allen, Pedro Almodóvar, Martin Scorsese, Andrej Tarkovskij, Tim Burton, David Lynch, Alejandro Jodorowsky, Terry Gilliam und Paolo Sorrentino sind nur einige, die sich von seinen Filmen haben inspirieren lassen. Fellinis wichtigste Werke wurden anlässlich des 25. Todestages in einer DVD-Box zusammengetragen.

Rabate-Titel-2

Roulette des Lebens

540 Seiten avantgardistische Comiclektüre – mit zwanzigjähriger Verspätung erscheint mit »Der Schwindler« Pascal Rabatés Durchbruch als Comiczeichner. Dieser stilistisch betrachtete Ausreißer im Gesamtwerk des Franzosen ist das eindrucksvolle Porträt eines eigensinnigen Glücksritters im zaristischen Russland und zugleich ein schonungsloses Psychogramm der postrevolutionären russischen Gesellschaft.

Black-Panther-Titel

Ein Spiegel unserer Zeit

Der amerikanische Essayist Ta-Nehisi Coates ist hierzulande vor allem für seine kritischen Texte zum US-amerikanischen Rassismus bekannt. Nur wenige wissen, dass er auch der Kopf hinter der erfolgreichen »Black Panther«-Erzählung ist. Mit ihr hält er weißen Isolationisten den Spiegel vor.