»Dann ist man weg, futschikato«
Die belgische Zeichnerin Judith Vanistendael legt mit »Als David seine Stimme verlor« einen Totentanz der besonderen Art vor und erzählt die berührende Geschichte eines schleichenden Verlustes.
Die belgische Zeichnerin Judith Vanistendael legt mit »Als David seine Stimme verlor« einen Totentanz der besonderen Art vor und erzählt die berührende Geschichte eines schleichenden Verlustes.
Einwanderung ist nicht per se gut oder schlecht, sondern es gibt wie bei den meisten gesellschaftlichen Prozessen Gewinner und Verlierer. Wer von ihr profitiert und wer etwas riskiert, zeichnet der Direktor des Zentrums für afrikanische Ökonomien an der Universität Oxford Paul Collier in »Exodus. Warum wir Einwanderung neu regeln müssen« nach.
Stephen Spielberg gehört zu den einflussreichsten Filmemachern der vergangenen vierzig Jahre. Eine Blu-ray-Box lässt uns jetzt neben einigen Blockbustern seine frühen Geniestreiche und Katastrophen wiederentdecken.
Mit Eduardo Halfon gibt es einen neuen Stern am südamerikanischen Literaturhimmel. Sein schmaler Roman »Der polnische Boxer« ist ein fesselndes surrealistisches Großereignis, mit dem er sich aus dem Nichts in die Höhen von Jorge Luis Borges und Roberto Bolaño aufschwingt.
Die zeitgenössische Fotografie setzt sich verstärkt mit dem verheerenden Einfluss des Menschen auf die zunehmend verletzliche Natur auseinander. Vier Bildbände zeigen, wie der Mensch erst seine Kultur vergisst, um dann unbeschwert die dunkle Seite seiner Zivilisation hervorzukehren.
Donna Tartts »Der Distelfink« ist eine Hommage an das Schöne und Hässliche im Leben. Ganz nebenbei ist die fulminante Geschichte des Theo Decker herausragend unterhaltsam als Coming of Age- und Gesellschafts- wie auch als Kunst- und Kriminalroman.
Es geht neben vielen anderen Dingen um das Risiko rollender Walkadaver, die artgerechte Haltung von Fahrzeugen und die schreckliche Unglaubwürdigkeit der Wahrheit. Heinrich Steinfests »Der Allesforscher« ist ein vergnüglicher Unterhaltungsroman, in dem sich der Erzähler im Chaos der Globalisierung zu behaupten versucht.
Der französische Comiczeichner Alfred erzählt in »Come Prima« von zwei Brüdern, die nach Jahren der Trennung eine Reise nach Italien unternehmen und sich dabei selbst finden. Mit diesem preisgekrönten Album beweist sich Alfred als souveräner Meister seines Genres.
Der amerikanische Regisseur Destin Daniel Cretton ist mit »Short Term 12 – Stille Helden« das bewegende Porträt einer Auffangstation für seelisch und körperlich verletzte Jugendliche gelungen. Trotz zahlreicher Preise fand es nicht den Weg in die deutschen Kinos. Nun ist der Film als DVD erhältlich.
Wenn man an Literatur das Kriterium der Debattenfähigkeit anlegt, dann ist Dave Eggers Roman »Der Circle« zweifelsohne das Buch des Jahres. Sprachlich wenig ambitioniert ist Eggers »Zukunftsvision« jedoch nicht mehr als ein pennälerhaftes Spiegelbild der Gegenwart. Mit »Replay« hat der Münchener Autor Benjamin Stein bereits vor zwei Jahren ein wahrhaft abgründiges Zukunftsbild zum digitalen Fortschritt vorgelegt.
Nach dem Road-Movie »Gegen die Wand« und dem Generationenfilm »Auf der anderen Seite« beendet der deutsch-türkische Filmemacher Fatih Akin mit seinem Flüchtlingsdrama »The Cut« nicht nur seine Filmtrilogie Liebe, Tod und Teufel, sondern rührt auch an dem Tabu des armenischen Völkermords im Herkunftsland seiner Eltern.
Nach seinem vielgelobten Debütroman »Das kalte Jahr« legt Roman Ehrlich mit »Urwaldgäste« ebenso verstörende wie betörende Erzählungen über die Widrigkeiten des Daseins vor. Ein Gespräch über die Arbeitsbedingungen der Moderne, den Menschen als Gestalter und den in die Irre führenden Anspruch eines sinnvollen Daseins.
Wenn sich die Wirklichkeit nach Prognosen richten würde, hieße der diesjährige Literaturnobelpreisträger nicht Patrick Modiano, sondern Ngũgĩ wa Thiong’o oder Haruki Murakami. Ein Blick auf das Werk der beiden Ausnahmeautoren, die als Favoriten in aller Munde waren, über die jetzt auf der Messe aber kaum noch jemand redet.
Seine Werke tragen poetische Titel wie »Im Café der verlorenen Jugend«, »Aus tiefstem Vergessen« und »Vorraum der Kindheit«. Der bekannteste Vertreter des französischen magischen Realismus Patrick Modiano erhält in diesem Jahr den Literaturnobelpreis.
Mit psychologischer Tiefe und erzählerischer Lust entblättert die Amerikanerin Meg Wolitzer in ihrem Roman »Die Interessanten« das Leben als Möglichkeit, die es zu nutzen gilt.