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Morning portrait session with lovely Jules | Copyright: Bob Sala @ http://rum-diary.net/

Im Kammerspiel der Paarbeziehung

Die Datenschutzaffäre beim Seitensprungportal Ashley Madison bestätigt einmal wieder, was weithin bekannt ist, ohne jemals tatsächlich hinterfragt zu werden: sexuelle Untreue ist ein Dauerthema in Langzeitbeziehungen und häufig ein Trennungsgrund. In ihrem im Frühjahr erschienenen Roman »Der Tag, als meine Frau einen Mann fand« geht Sibylle Berg dem Mythos der sexuellen Erfüllung in der Paarbeziehung nach und kreiert dabei ein höchst amüsantes, wenn auch groteskes Kammerspiel der Beziehung.

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Das Simeonskloster im Nordwesten Syriens. Noch ist das Pilgerheiligtum von den Angriffen des »IS« verschont geblieben | Foto: Thomas Hummitzsch

Die Sprengkraft des Dogmatismus

Der aktuelle Preisträger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels Navid Kermani und der rumänische Armenier Varujan Vosganian sprachen beim Internationalen Literaturfestival in Berlin über ihre aktuellen Bücher und kamen beide auf die Folgen der Radikalisierung der Religion, wie sie aktuell im Nahen und Mittleren Osten zu beobachten ist, zu sprechen.

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Clemens Setz beim ilb 2015 | Foto: Thomas Hummitzsch

»Grazwurzelrevolution« mit Heißluftballon

Einmal mehr scheint das österreichische Wunderkind Clemens J. Setz einer der Favoriten auf den Deutschen Buchpreis zu sein. Sein neuer Roman ist ein grenzenloses Spiel mit den Ebenen, ein sprachliches Meisterwerk und eine Lehre der Weltanschauung, in der alles mit allem zusammenhängt. »Die Stunde zwischen Frau und Gitarre« ist eine »Grazwurzelrevolution« der Literatur.

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Schule des Lebens für den Araber von morgen

Riad Sattouf, langjähriger Zeichner von »Charlie Hebdo«, gewann wenige Wochen nach dem Attentat auf die Redaktion des französischen Satiremagazins den wichtigsten europäischen Comicpreis. Der erste Teil der Erinnerungen an seine Kindheit im Nahen Osten »L’Arabe du futur« (dt. »Der Araber von morgen«) erhielt den großen Preis von Angoulême. Vor wenigen Wochen ist der zweite Teil in Frankreich erschienen, am Wochenende ist er in Berlin zu Gast.

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Ulrich Matthes beim Sommerfest im LCB am Wannsee | Foto: Thomas Hummitzsch

Ulrich Matthes liest »Tschick«

Er ist einer von Deutschlands besten Schauspielern. Ob im Tatort oder auf der Bühne des Deutschen Theaters in Berlin – wer Ulrich Matthes einmal gesehen hat, will das immer Wieder. Literaturinteressierten ist der Berliner aber nicht nur als Schauspieler, sondern auch als kongenialer Sprecher bekannt. Beim Sommerfest des Literarischen Kolloquiums Berlin las er aus Wolfgang Herrndorfs Bestseller »Tschick«.

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© Thomas Hummitzsch

Im Auftrag der Familie

An Don Winslow kommt man in diesem Büchersommer nicht vorbei. Gerade ist sein Roman »Das Kartell« als Fortsetzung des fulminanten Bestsellers »Tage der Toten« erschienen, parallel dazu sind die beiden ersten Bände der vierteiligen Miniserie um seinen Ermittler Neal Carey erschienen. Bis Oktober soll die Serie, mit der Winslows einzigartige Karriere als Krimiautor begann, abgeschlossen werden.

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Sechs legendäre Schwestern

Nicht erst seit »Downton Abbey« boomt die völlig verkitschte Darstellung der englischen Upper Class der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dieser Trend fördert eine Nostalgiewelle, die England als »good old Blighty« feiert und zugleich für politisch rechte Propaganda instrumentalisiert wird. Susanne Kippenbergers Biografie »Das rote Schaf der Familie. Jessica Mitford und ihre Schwestern« zeigt nicht nur auf höchst unterhaltsame Weise, was biografisches Schreiben alles kann, sondern auch, dass damals wie heute die Gefahren des Faschismus nicht zu unterschätzen sind – weder in England noch in Deutschland.

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© Thomas Hummitzsch

Das Milliardengeschäft mit den Flüchtlingen

Auf die jüngste Flüchtlingstragödie im Mittelmeer hatten die europäischen Innenminister vor allem eine Antwort: die kriminellen Schlepperaktivitäten sollen stärker bekämpft werden. Was das genau heißt, darüber wird heftig gestritten. Um die Schleuser und deren Motive geht es dabei kaum, entsprechend eindimensional bleibt der Blick auf das Phänomen der Schleuserkriminalität.

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Blut zwischen den Zähnen

Produziert von den Machern von »Oldboy« und »Snowpiercer« prangt auf der Hülle des südkoreanischen Hardboiled-Films »The Target«. Der Vergleich mit diesen Meisterwerken hinkt gewaltig, denn der Politthriller ist nicht mehr als ein einfallsloses Remake eines ordentlichen französischen Actionfilms.

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