Eine unheimliche und seltene Krankheit steht im Mittelpunkt des neuen Romans von Clemens J. Setz, dem schreibenden enfant terrible aus Österreich. »Indigo« ist eine schillernde Spurensuche nach dem Menschlichen im Menschen, ein berührendes Dokument des Scheiterns, eine sarkastische Abrechnung mit der (Pseudo)Wissenschaft und ein sprachartistischer Seiltanz auf höchstem Niveau.
Neueste Artikel
Galaktischer Krieg aus der Retorte
Welche Existenz folgt dem Menschen und wie muss man sich Sein nach der menschlichen Zivilisation vorstellen. Mit seinem neuen Roman »Die Abschaffung der Arten« schreckt der ehemalige FAZ-Feuilletonist und SPEX-Chef Dietmar Dath seine Leser mit düsterer Zukunftsmusik. Dieser viel zu wenig gelesene Roman gehört zu den Grandiositäten der deutschen Literatur.
WeiterlesenAfrikanisches Ultrazentrifugenmassaker
Wolfgang Herrndorf war einer der aufregendsten Literaten der jüngsten Zeit. Im Sommer nahm er sich nach langer Krankheit das Lebens. Mit seinem letzten Buch, dem Thriller »Sand«, spielte er mit Verfolgungswahn und Gedächtnisverlust und gewann den Preis der Leipziger Buchmesse. Der Deutsche Buchpreis blieb ihm verwehrt.
Auf der Suche nach Bedeutung
Daniel Kehlmanns neuer Roman »F« ist das Literaturereignis des Herbstes. Auf dem Buchumschlag ist nicht mehr zu sehen als ein konturloses, flimmerndes F auf schwarzem Grund. Ein Versuch, das Ungreifbare am Schopf zu packen.
Philosophieren im Kaninchenbau
Der Österreicher Nicolas Mahler beweist einmal mehr seine kongeniale Zeichenkunst und legt mit »Alice in Sussex« eine urkomische Version der Carroll’schen Zauberwelten vor, in der ein Frankenstein’sches Monster spazieren geht.
Echos aus dem Jenseits
Ein stiller Ort in der Einsamkeit der mexikanischen Steppe. Der Wind treibt den Sand durch die in der Mittagshitze glühenden Straßen. An diesem Ort wohnt das Grauen: »Pedro Páramo«. In dem lateinamerikanischen Klassiker verschwimmen die Grenzen zwischen Leben und Tod, Diesseits und Jenseits, Erzählung und Subtext. Grandios und unheimlich.
Ein Mosaik der Natur in Schwarz-Weiß
Der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado ist jahrzehntelang durch die Welt gereist und hat neben den menschgemachten Abgründen die faszinierende Schönheit unseres Planeten mit seiner Kamera festgehalten. Am Ende obsiegte die Faszination an der Größe der Natur über die Erinnerung an die menschlichen Grausamkeiten. Der Bildband »Genesis« erzählt davon. So schön war Natur noch nie.
Die Arten des Augenschließens
Die Leistungsgesellschaft wirft dein Einzelnen auf sich selbst zurück und zwingt ihn, sich ständig selbst auszubeuten. Dieser zerstörerische Narzissmus hat verheerende Konsequenzen. Vertrauen schwindet, das Interesse am Anderen geht verloren und das Individuum versinkt mehr und mehr in der Leere der Erschöpfung. Der Philosoph Byung-Chul Han lässt uns die Gesellschaft, der wir uns ausliefern, verstehen.
Weiterlesen»Und wenn sie die ‚kleinen Scheißer’ nun hängen?«
Der amerikanische Dandy Truman Capote schuf mit seinem non-fiktionalen Roman »Kaltblütig« ein neues literarisches Genre: das des erzählenden Journalismus. Sein Thriller ist bis heute nicht nur Auftakt, sondern immer noch ein Höhepunkt dieser auf Tatsachen basierenden Schreibkunst.
Bolaños ergreifende Welt
»2666« lautet der kryptische Titel des grandiosen Romans des 2003 verstorbenen chilenischen Autors Roberto Bolaño. Die knapp 1.100 Seiten sind das Vermächtnis eines meisterhaften Erzählers, der es mit den Granden der Weltliteratur hätte aufnehmen können.
Großvater war Kriegsgefangener
Florent Silloray hat in seinem Comic »Auf den Spuren Rogers« die Erlebnisse seines Großvaters als Kriegsgefangener der Deutschen nachgezeichnet und damit einen enormen Beitrag zur Aufarbeitung eines Tabuthemas geleistet.
Der gläserne Bürger
Gemeinsam fordern die Schriftsteller Juli Zeh und Ilija Trojanow Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, die Ausspähung der Bürger durch den amerikanischen Geheimdienst zu unterbinden. In ihrer provokanten Streitschrift »Angriff auf die Freiheit« riefen sie schon 2009 dazu auf, dem Ausverkauf der Privatsphäre den Kampf anzusagen.
Der Wink der Rachegöttin
Er gehört zu den Granden der amerikanischen Literatur. Der Autor Philip Roth glänzt mit seinem Roman »Nemesis«, einer düsteren Tragödie vor fiktiv-historischem Hintergrund, einmal mehr – und womöglich ein letztes Mal.
Das Kommunistische Manifest 2.0?
Wenig Falsches, nichts Neues. Die Flugschrift »Der kommende Aufstand« wurde einst als ideologische Blaupause für die kommenden Aufstände der westlichen Welt gehandelt. Die im Gewand der Revolution daherkommende Schrift ist jedoch nur ein Dokument dessen, was man Linkskonservativismus schimpfen muss.
Ich bin Schriftsteller und verwende alles
Kaum ein Enthüllungsbuch erschütterte den Mikrokosmos der High Society so sehr, wie Truman Capote’s Romanfragment »Erhörte Gebete«. Das in der Zürcher Werkausgabe neu übersetzte unvollendete Buch ist Capotes Abrechnung mit der globalen Schickeria, die sich seit Erscheinen seines Erstlingsromans »Andere Stimmen, andere Räume« um das »literarische Wunderkind« gescharrt hat, um im Licht seines Ruhmes auch etwas heller zu strahlen.















