Der Wink der Rachegöttin
Er gehört zu den Granden der amerikanischen Literatur. Der Autor Philip Roth glänzt mit seinem Roman »Nemesis«, einer düsteren Tragödie vor fiktiv-historischem Hintergrund, einmal mehr – und womöglich ein letztes Mal.
Er gehört zu den Granden der amerikanischen Literatur. Der Autor Philip Roth glänzt mit seinem Roman »Nemesis«, einer düsteren Tragödie vor fiktiv-historischem Hintergrund, einmal mehr – und womöglich ein letztes Mal.
Kaum ein Enthüllungsbuch erschütterte den Mikrokosmos der High Society so sehr, wie Truman Capote’s Romanfragment »Erhörte Gebete«. Das in der Zürcher Werkausgabe neu übersetzte unvollendete Buch ist Capotes Abrechnung mit der globalen Schickeria, die sich seit Erscheinen seines Erstlingsromans »Andere Stimmen, andere Räume« um das »literarische Wunderkind« gescharrt hat, um im Licht seines Ruhmes auch etwas heller zu strahlen.
Der Architekt des New Yorker Guggenheim-Museums ist eine der amerikanischen Lichtgestalten des 20. Jahrhunderts. Frank Lloyd Wright, Stararchitekt, Frauenheld und Egomane. T.C. Boyle lässt in seinem neuen Roman »Die Frauen« Wrights Leben erzählen – aus der Perspektive seiner Ehefrauen und Geliebten.
Ursula Krechel lässt in »Landgericht« einen ins Exil geflohenen jüdischen Juristen zurückkehren in das Land der Täter. Noch nie wurde der beschämende Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte derart akribisch und sprachgewandt seziert, wie in Krechels völlig zu Recht ausgezeichneten Roman.
»Es schien mir …, dass die Zeit gekommen ist, um über alle alten und neuen Themen und Dinge im Lichte der Ankunft Amerikas und der Demokratie nachzudenken.« Über die prosaischen Verse des amerikanischen Nationallyrikers Walt Whitman.
Niemand hat so eindringlich den russischen Gulag beschrieben, wie Warlam Schalamow. Mit dem Band »Künstler der Schaufel« liegen der dritte und vierte Zyklus seiner beeindruckenden »Erzählungen aus Kolyma« vor. Der Band »Über Prosa« enthält brillante und kluge Reflektionen des eigenen Schaffens sowie Briefe an Alexander Solschenizyn oder Boris Pasternak.
Zum 120-jährigen Geburtstag T. S. Eliots legte der Suhrkamp-Verlag eine Neuübersetzung des berühmtesten Gedichts des 20. Jahrhunderts vor. Eine Verneigung vor einem der größten Dichter seiner Zeit.
Wassili Grossmans Roman »Leben und Schicksal« ist eine fulminante Apologie des Menschen in barbarischen Zeiten. Dieses opus magnum nennt das Falsche falsch und das Richtige richtig – ein existenzielles Wagnis für Autor und Werk, wenn die Anhänger des Falschen das Sagen haben.
Für seinen Erstlingsroman »Grenzgang« wurde Stephan Thome vor drei Jahren mit Lorbeeren überschüttet. Der Roman gelangte bis auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Auch sein zweiter Roman »Fliehkräfte« hat es auf die Liste der Top-Anwärter für den Deutschen Buchpreis geschafft. Aber warum?
Wie ist ein Leben nach dem Gulag – wenn Humanität und Kultiviertheit unter den Eindrücken des Inhumanen ihre Relevanz verlieren – möglich, ohne einem ständigen Zweifel an der menschlichen Zivilisation anzuhängen? Dies ist die große Frage, die Warlam Schalamows »Erzählungen aus Kolyma« zugrunde liegt.
Eine Reise zweier Schwestern nach Bulgarien wird zur Abrechnung mit dem Vater und seiner Heimat. Selten wurden einem Land derart die Leviten gelesen, wie Bulgarien in Sybille Lewitscharoffs Roman »Apostoloff«, für den sie 2009 den Preis der Leipziger Buchmesse erhielt.
In seinem Roman »Alles was du siehst« lässt Stefan Beuse seine Figuren zwischen Wirklichkeit und Illusion, Raum und Zeit, Rationalität und Absurdem schwanken und zieht seine Leser in die Faszination des Rätselhaften und Ungewissen.
»Anna Karenina« und »Krieg und Frieden« haben ihn weltberühmt und zur russischen Ikone gemacht – Leo Tolstoj. Nahezu sein ganzes Leben verbrachte er schreibend auf dem familieneigenen Gut in Westrussland, doch am Ende seines Lebens entfloh er der ländlichen Idylle. Doch Tolstoj stirbt auf dieser letzten Reise in den Süden. Der amerikanische Literaturwissenschaftler Jay Parini hat daraus einen faszinierenden Roman geschrieben.
Das Mafia-Enthüllungsbuch »Gomorrha« verschaffte dem Italiener Roberto Saviano weltweit Ruhm und Ehre, aber auch ein Leben im Untergrund. Und dennoch schreibt er weiter gegen die Missstände in Italien an. In seinem Buch »Das Gegenteil von Tod« geht es um die Perspektivlosigkeit in einem am Boden liegenden Land.
In seinem »Handbuch für Detektive« spielt der Amerikaner Jedediah Berry auf faszinierende Weise mit den Grenzen von Raum, Zeit und Wirklichkeit.