Alle Artikel mit dem Schlagwort: Emmanuel Guibert

Der Zeichner als Reporter

Mit dem Aufschwung der Neunten Kunst ist ein totgeglaubtes Subgenre wiederbelebt worden, dass den herkömmlichen Journalismus herausfordert. Gemeint ist der »Comic Journalism«, der meist in Form der visuellen Reportage daherkommt. Wenn »Zeichner als Reporter« aktiv sind, kann viel passieren, wie ein Blick auf verschiedene Arbeiten zeigt.

Dialoge zwischen Realität und Imagination

Der Franzose Joann Sfar ist einer der erfolgreichsten Comicautoren Europas. Sein Kinofilm »Gainsbourg« gewann drei Césars, die Trophäe des französischen Filmpreises. Im Januar 2014 konnte ich mich mit ihm in Dresden über sein umfangreiches Werk, dessen Verankerung in der jüdischen (Kultur)Geschichte und die Balance zwischen Realität und Imagination, Abgeklärtheit und Magie unterhalten.

»Beim Zeichnen muss etwas Imaginäres entstehen«

Vor wenigen Wochen stellte David B. auf dem Comicsalon in Erlangen den zweiten Teil seiner Geschichte über die Beziehungen der Vereinigten Staaten mit dem Nahen Osten »Die besten Feinde« vor. Ich sprach mit dem französischen Comicstar über seine neue Arbeit, aber auch über das Düstere und Absurde in seinem Werk, die Bedeutung von Träumen und Fantasien für seine Arbeit sowie die Suche nach grafischen Lösungen am Zeichentisch.

»So viel geiles Zeug«

Am Freitagabend sind im ehrwürdigen Erlanger Markgrafentheater die Max und Moritz-Preise für die besten Publikationen der Neunten Kunst vergeben worden. Dabei gab es einige Überraschungen und ein »Starlett« namens Ralf König, der für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Mit Ulli Lust traf die Jury die perfekte Wahl für die beste deutschsprachige Comic-Künstlerin, Mawils »Kinderland« wurde als bester deutschsprachiger Comic ausgezeichnet.

Wer wird König von Angoulême?

Beim Internationalen Comicfestival in Angoulême werden alljährlich nicht nur die besten Comics der vergangenen Saison gekürt, sondern auch Comickünstler für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet. Drei Wochen vor dem 41. Festival stehen die 25 Nominierten für den »Großen Preis der Stadt Angoulême« fest. Die Liste reicht von B wie Blain bis W wie Watterson. Die Neunte Kunst ist in Frankreich wie in kaum einem anderen Land Europas tief in den Genen der Nation verankert. Während man in Deutschland zuweilen noch irritiert belächelt wird, wenn man sich als Comicleser zu erkennen gibt, ist es in Frankreich genau anders herum. Einen bedauernswerten Blick ernten all jene, die den Zauber der »Bandes Dessinées« nicht erkennen. Am 30. Januar öffnet Europas wichtigstes Comicfestival im französischen Angoulême zum 41. Mal seine Türen. Hunderttausende »Bédéphiles« werden vier Tage lang in die kleine südwestfranzösische Stadt in der Cognac-Region pilgern und sie zum europäischen Mekka der Comickultur machen. In Angoulême werden alljährlich Europas wichtigste Comicpreise vergeben. Neben den besten Comics der Saison ­– u. a. werden das beste Album, das beste Debüt, die beste Serie, der beste …