Politische Gewalt im Gerichtssaal
Der Regisseur Faraz Shariat hat mit »Staatsschutz« den Film der Stunde gedreht. Darin wechselt eine Staatsanwältin die Seiten und kämpft gegen rechte Netzwerke.
Der Regisseur Faraz Shariat hat mit »Staatsschutz« den Film der Stunde gedreht. Darin wechselt eine Staatsanwältin die Seiten und kämpft gegen rechte Netzwerke.
Im Wettbewerb der Berlinale spielen Mütter und ihre Nerven eine große Rolle. Mary Bronstein und Johanna Moder zeigen in ihren Filmen, wie schrecklich, überfordernd, bedrängend und beängstigend Mutterschaft sein kann. Iván Fund und Frédéric Hambalek lassen mit übersinnlichen Kräften unterhaltsamere Töne anklingen.
Der einzige deutsche Beitrag bei der 66. Berlinale polarisiert, weil er die Abtreibungsdebatte dem gesellschaftlichen Diskurs entzieht und sie dorthin führt, wo sie hingehört: auf die individuelle Ebene. Anne Zohra Berracheds Familiendrama »24 Wochen« wird aller Voraussicht nach der meistdiskutierte Film des Festivals werden.
Henri Steinmetz wagt in »Uns geht es gut« viel und scheitert zum Teil grandios. Darin führt der vielversprechendste deutsche Nachwuchsschauspieler Franz Rogowski als Mephisto eine Gang verwöhnter Gören an, die in einer künstlichen Gegenwart alles zur hedonistischen Spielerei macht.
Das politischste aller Filmfestivals macht sich auch in diesem Jahr auf die Suche nach der Realität im internationalen Filmgeschäft. Die Berlinale erkundet das »Recht auf Glück«, beobachtet die weltweiten Flüchtlingsströme und schaut auf das Kino im Nahen Osten. In zwei Mammutvorführungen wird das Sitzfleisch des Publikums besonders auf die Probe gestellt.
Hans Weingartner erzählt in seinem neuen Film »Die Summe meiner einzelnen Teile« vom Zusammenbruch und Aufrappeln eines Mathematikers, dessen neues Lebensmodell aus unserer wirtschaftsorientierten Zeit fällt.