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Steffen Kernland (links) im Austausch mit seinem deutschen Verleger Johann Ulrich | Foto: Thomas Hummitzsch

»Munch ist der perfekte Comic-Charakter«

Der expressionistische Maler Edvard Munch fasziniert bis heute die Massen. Der Norweger Steffen Kverneland hat rechtzeitig zum 150. Geburtstag des norwegischen Malers eine spektakuläre und bildgewaltige Comic-Biografie vorgelegt, die mit dem Mythos des unverstandenen Künstlers aufräumt. In Norwegen erhielt Kverneland dafür den wichtigsten Literaturpreis.

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Das »Aleph« im Bolañoversum

Mit »Die Nöte des wahren Polizisten« ist ein weiteres Werk posthum aus dem Archivo Bolaño ans Tageslicht befördert worden. Viele unterstellen dem Roman einen allzu fragmentarischen Charakter und sprechen vom Ausbeuten eines Gesamtwerks. Womöglich aber bildet der Roman die Essenz eines Grenzen sprengenden Gesamtwerks.

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© Thomas Hummitzsch

Das Fanal des 20. Jahrhunderts

Herfried Münklers voluminöses Werk »Der große Krieg. Die Welt 1914 – 1918« ist kein Geschichtsbuch, sondern eine Arbeit der politischen Analyse. Zwar erzählt der Berliner Politikwissenschaftler darin viele Geschichten und vermittelt überaus eingängig historische Fakten, jedoch nicht um ihrer selbst Willen, sondern um organisatorische und strukturelle Fragen der Machtpolitik zu verstehen, deren Relevanz bis in die Gegenwart reicht.

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Mit Polza Mancini unter Spannung

Manu Larcenets Comic »Blast. Masse« wurde im Dezember von der Comic-Tagesspiegeljury zum besten Comic des Jahres 2012 gekürt. Mit »Blast. Die Apokalypse des Heiligen Jacky« ist im Mai der zweite Teil der Geschichte des mutmaßlichen Mörders Polza Mancini erschienen. Der vorletzte dritte Teil »Blast. Augen zu und durch« kommt im Dezember in die deutschen Buchläden.

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Ozamu Tezukas »Buddha«-Reihe | Foto: Thomas Hummitzsch

Auf den Spuren Buddhas

Buddhismus – eine Religion des Friedens, des Ausgleichs, der Harmonie? Über kaum eine Weltanschauung wird in der Moderne mehr gesprochen und weniger gewusst. Mit Osamu Tezukas Manga-Serie Buddha wird Abhilfe geschaffen – für alt ebenso wie für jung.

Der 1989 verstorbene Japaner war Zeit seines Lebens ein Großmeister der japanischen Comics, ein Walt Disney unter den Mangakas. In der von 1972 bis 1983 in Japan erschienenen und nun erstmals in Deutschland editierten Serie erzählt Tezuka auf insgesamt über 2.000 Seiten die Lebensgeschichte des Buddhismus-Begründers Siddharta Gautama. Er bildet das unangefochtene Zentrum dieser umwerfenden Erzählung in schwarz-weiß (nur einzelne Seiten sind koloriert).

In bessere Verhältnisse hineingeboren hinterfragt Gautama früh das indische Kastensystem und beginnt, selbstbewusst seinen eigenen Weg zu suchen. Fasziniert von den großen Fragen des Lebens folgt er dem Pfad der Philosophie und der Neugier. Gautama ist der erste skeptische Entdecker Indiens. Um ihn herum reihen sich zahlreiche Schicksale und Geschichten, mit denen Tezuka eindrucksvoll von den Lebensverhältnissen im Indien im 6. Jahrhundert vor unserer Zeit erzählt – vom menschenverachtenden Kastensystem, den brutal geführten Kriegen und den ärmlichen Verhältnissen auf dem Land. So ist diese Geschichte eingebettet in eine kluge Zeit- und Sozialkritik.

9783551766311
Osamu Tezuka: Buddha. Carlsen Verlag, seit 2011. Ca. 300 Seiten/Band. 22,90 Euro. Hier bestellen

Die hierzulande in zehn Bänden erschienene Serie ist alles andere als ein religiöses Werbeprospekt. Tezuka wollte nicht missionieren, sondern seine Leser anregen, über die Welt nachzudenken. Nur konsequent daher, dass dieses famose Epos tief in der humanistischen Weltanschauung wurzelt.

Zugleich bedient er sich der klassischen Mittel der Neunten Kunst. Erstklassige Zeichnungen treffen auf packende Dialoge – für die formidable Übersetzung aus dem Japanischen ist John Schmitt-Weigand verantwortlich. Philosophische Tiefe wechselt mit humoriger Leichtigkeit à la Asterix, was die Lektüre der zehn Bände zu einem ebenso unterhaltsamen wie lehrreichen Vergnügen macht.

Der Respekt und die Hochachtung vor dem Leben, die aus diesem mehrfach ausgezeichneten Werk sprechen, suchen in der Bildliteratur ihresgleichen. Die schnell geschnittenen Anime-Bilder machen eine geradezu spielerische Herangehensweise an die komplexe Entstehungsgeschichte des Buddhismus möglich. Buddha ist ein sagenhaftes Meisterwerk der menschlichen Existenz.