Alle Artikel in: Literatur

Truman Capote, half-length portrait, facing front, seated in a chair, resting head on his right hand, holding cigarette in his left hand / World Telegram & Sun photo by Roger Higgins via wikimedia commons

Rückblick auf einen traurigen Fürsten

Mit seinen Berichten und Reportagen aus der Parallelwelt der Gutbetuchten hat sich Truman Capote ebenso viele Freunde wie Feinde gemacht. Er verstand es wie kein anderer, den Schönen und Reichen lange genug den Honig um den Bart zu schmieren, um an die gewünschten Informationen zu gelangen. Und zugleich nahm er kein Blatt vor den Mund, wenn es anschließend darum ging, diese bestmöglich zu verwerten.

Das Wettlesen kann beginnen

Die 20 Romane, die auf der Frankfurter Buchmesse als bester deutschsprachiger Roman 2014 ausgezeichnet werden können, sind nominiert. Neben einigen zu erwartenden Nominierungen gibt es auch einige Überraschungen. Andere Romane werden hingegen schmerzlich vermisst.

Georgien | Foto: Thomas Hummitzsch

Die Patronen im Magazin

Wer sich für Tschetschenien und Literatur interessiert, war bislang auf Arkadi Babtschenko und seine Romane angewiesen. Mit dem Amerikaner Anthony Marra gibt es nun eine weitere gewichtige Stimme. Sein Roman »Die niedrigen Himmel« zeigt die menschliche Seite in einem seit Jahren gärenden Konflikt.

Die verhängnisvolle Hoffnung Europa

Der Roman »Iman« des Franko-Kanadiers Ryan Assani-Razaki und der Comic »Unsichtbare Hände« des Finnen Ville Tietäväinen vermitteln ein differenziertes Bild davon, warum sich viele Flüchtlinge in Europa ein besseres Leben erhoffen und sich auch von den besten Grenzschutzmaßnahmen nicht abschrecken lassen werden.

Das Eckige passt nicht ins Runde

Der brasilianische Schriftsteller Luiz Ruffato hat eine Anthologie mit Erzählungen zusammengestellt, mit denen die Lesenden das WM-Gastgeberland »über eine der größten Leidenschaften seiner Bevölkerung« kennenlernen sollen. Es wird ein anderes Brasilien sein, als das, was uns in den nächsten vier Wochen von den Bildschirmen vermittelt wird. Gerade deshalb sollte dieses Buch jetzt gelesen werden.

1993 in Somalia, Burned automobiles, Mogadishu | Urheber: PH1 R. ORIEZ via wikimedia commons

Drei Frauen im Schicksal vereint

Die in London lebende Autorin Nadifa Mohamed erzählt in ihrem zweiten Roman »Der Garten der verlorenen Seelen« aus der Sicht von drei Frauen vom Kampf ums Überleben kurz vor Ausbruch des somalischen Bürgerkriegs – eine ebenso berührende wie erschütternde Lektüre.

© Thomas Hummitzsch

Darum lest Shakespeare, lest ihn wieder und wieder

Es braucht kein Jubiläum, um Shakespeare zu lesen, eher eine Stimmung, ein Gefühl, eine Lust, für die sich allemal Spiegelungen im Werk des Dichters finden. Der 450. Geburtstag des Dramaticus ist allerdings ein willkommener Anlass, dem Leserpublikum neue Sichtweisen und Erkenntnisse, auch alte im neuen Gewand, vorzustellen.

»Zwischen Danse Macabre und Kindergeburtstag«

Unentwegt schreibt Dietmar Dath an den wahrscheinlichen Zukunftsszenarios der Menschheitsgeschichte. Schon sein biopolitischer Anti-Gesellschaftsentwurf »Die Abschaffung der Arten« als auch sein interstellarer Science-Fiction-Roman »Pulsarnacht« ließen seine Leser vor der Zukunft erzittern. Seine aktuelle Dystopie »Feldeváye. Roman der letzten Künste« sowie der rEvolutionscomic »Menschen wie Gras wie« schließen daran an und verheißen die »unübersichtlichste Revolution aller Zeiten«.

Dietmar Dath | Foto: Thomas Hummitzsch

»Unbegrenzt neo-everything«

Es ist zwar nicht festgelegt ist, wer wir sind, aber die Sachen, die wir miteinander aufbauen, sind es wert, geschützt zu werden, meint der Querdenker, Popliterat und FAZ-Kritiker Dietmar Dath. Im Gespräch über seinen mit Oliver Scheibler umgesetzten Science-Fiction-Comic »Menschen wie Gras wie« erklärt er, warum die Zeit der einfachen Antworten vorbei ist.

Vom Meer verschluckt

Der 1979 geborene Brasilianer Daniel Galera hat mit »Flut« einen der meistdiskutierten Romane zum Brasilienschwerpunkt der Frankfurter Buchmesse 2013 geschrieben. Sein namenloser Ich-Erzähler macht sich darin auf die Suche nach der eigenen Rolle und Identität im Chaos der GeZEITen. Ein Gespräch mit dem Übersetzer des Romans Nicolai von Schweder-Schreiner.