Autor: Thomas Hummitzsch

Spektakuläre Evolutionsbilder

Jens Harders fulminante und vielfach preisgekrönte Weltbiografie »ALPHA … directions« präsentiert die Entstehung der Erde und der Arten. Mit seinen kongenialen Zeichnungen ersetzt dieses bahnbrechende Meisterwerk ganze Bücherwände an Fachliteratur zur Erdgeschichte.

Anne Wiczorek auf der re:publica | Foto: Thomas Hummitzsch

»Feminismus, fuck yeah!«

Eine Raute, ein Wort und fertig war der Hashtag, der Anne Wizorek über Nacht berühmt machte. #aufschrei motivierte innerhalb von wenigen Stunden tausende Frauen, in Tweets von ihre Erlebnisse mit dem alltäglichen Sexismus zu berichten. Sie haben eine längst überfällige Debatte losgetreten.

Flüchtlinge in Deutschland zwischen Isolation und Rassismus

Die Kunst- und Kommunikationsdesignerin Paula Bulling hat mit ihrem Comicdebüt »Im Land der Frühaufsteher« die grafische Blaupause für eine Beschreibung der deutschen Asylverhältnisse geliefert. Der Comic ist das Ergebnis ihrer Recherche in verschiedenen Asylbewerberheimen in Sachsen Anhalt und erzählt eindrucksvoll von den Erfahrungen der Isolation, Tristesse, Rassismus und Ausgrenzung ihrer Bewohner.

Die Frau ist frei geboren

Olympe de Gouges setzte sich in einer männerdominierten Gesellschaft für die Unterdrückten und Minderheiten ein, weil jeder Mensch eine eigene Würde besitzt. Ihre »Erklärung für die Rechte der Frau und der Bürgerin« ist ein Grundlagenwerk des Feminismus. Ein gewaltiger Comic erinnert an eine der schillerndsten Persönlichkeiten der europäischen Aufklärung.

Foto: Thomas Hummitzsch

Das Land der »Brüder und Schwestern«

Birk Meinhardt erzählt in seinem monumentalen Roman »Brüder und Schwestern« vom Leben der so genannten Arbeiterklasse in der DDR. Es ist die Geschichte vom Auf- und Abladen der Schuld in einer Kompromissgesellschaft, in der das größte Vergehen darin bestand, den Drang nach Freiheit zu verspüren.

Filmstill aus »An Episode in the Life of an Iron Picker« von Danis Tanović | Berlinale

Am untersten Ende der Gesellschaft

Der mit zwei Silbernen Bären ausgezeichnete Film An Episode in the Life of an Iron Picker erzählt die Geschichte von Nazif und Senada, die in einem kleinen Dorf in bitterarmen und harten Verhältnissen leben. Den Lebensunterhalt der vierköpfigen Familie verdient Nazif mit dem Handel von Schrott, indem er Autos mit Hammer und Axt zerlegt und diese dann in Einzelteilen an Schrotthändler verkauft. Ein Knochenjob, wie der bosnische Oscar-Preisträger Danis Tanovic zeigt.

Demokratie einklagen

Die Debatte um den Legitimationsverlust der klassischen repräsentativen Demokratie befand sich im Dornröschenschlaf. Die Finanzkrise hat sie aufgrund des eklatanten Mangels demokratischer Verständigungsprozesse im rasanten Tempo der Märkte neu entfacht. Besteht die Demokratie nur noch aus der formalen Hülle ihrer Institutionen, die durch eine elitäre Kultur von Experten ersetzt wurde? Oder liegt in der Krise die Chance auf die Re-Politisierung der Gesellschaft?

Cornelia in »Child's Pose« von Călin Peter Netzer | © Cos Aelenei

Osteuropäische Dramen räumen Bären ab

Die Berlinale hat sich einmal mehr als politischstes aller Filmfestivals bewiesen. Das rumänische Drama »Poziţia Copilului« von Calin Peter Netzer wurde als Bester Film mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet. Silberne Bären gingen außerdem an den bosnischen Roma-Film »An Episode in the Life of an Iron Picker«, dem kasachischen Beitrag »Harmony Lessons« und Jafar Panahis heimlich gedrehtes Selbstporträt »Pardé«.