Alle Artikel in: Roman

Zwischen Groteske und Katastrophe

In »Das Blutbuchenfest« entwirft Martin Mosebach ein überzeichnetes Beziehungsgeflecht zwischen zutiefst unsympathischen Mitgliedern der Frankfurter besseren Gesellschaft. Ihnen stellt er Ivana zur Seite. Alle Handlungsstränge laufen über die bosnische Putzfrau, in deren Heimat währenddessen der Krieg Einzug hält.

© Thomas Hummitzsch

Maximilian allein zu Haus

Fabian Hischmanns Selbstfindungsroman »Am Ende schmeißen wir mit Gold« erzählt in leichten Tönen und Knalleffekten vom Abschiednehmen und der Suche einer Zukunft in der Vergangenheit. Mit seinem Debütroman könnte der Berliner auf Anhieb den Literaturpreis der Leipziger Buchmesse erhalten. Beim Publikum liegt der Roman schon ganz vorn.

Zwischen Revolution und Krise

Ein Fußtritt des Vaters ist das auslösende Moment in Mathias Énards Abenteuerroman »Straße der Diebe«, mit dem der 20-Jährige Lakhdar direkt auf eine Bahn befördert wird, die ihn bis nach Barcelona bringt. Dort wird er vor eine verhängnisvolle Entscheidung gestellt.

Die Dinge jenseits aller Politik und Gerechtigkeit

Im November 2013 stellte Assaf Gavron in Deutschland seinen neuen Roman »Auf fremdem Land« vor. Darin erzählt er von der illegalen Siedlung Ma’aleh Chermesch im Westjordanland, in der sich die Interessen jüdischer Siedler und arabischen Einwohner, die Sicherheitsinteressen Israels und die Staatlichkeitsansprüche der Palästinenser, weltliche Politik und biblische Heilsversprechen überlagern. Nachfolgend wird der Einführungstext von Maria Hummitzsch zur von ihr moderierten Lesung aus Gavrons neuem Roman publiziert.

Zwischen Grevesmühlen und New York liegt die Südsee

»Die Südsee ist einigermaßen versaut worden, es muss einmal gesagt sein. Schuld haben die Missionare. Nirgendwo auf der Welt, in keinem noch so gottverlassenen Winkel, tragen sich die Damen so hochgeschlossen, so total bedeckt, wie hier, in den einstigen Paradiesen der Bounty und der Seahawk.« Wo, wenn nicht in der Südsee, verstecken sich die Robinsons unserer Zeit? Dieser Frage geht Ernst Augustin in seinem fantastischen Roman »Robinsons blaues Haus« nach.

Das »Aleph« im Bolañoversum

Mit »Die Nöte des wahren Polizisten« ist ein weiteres Werk posthum aus dem Archivo Bolaño ans Tageslicht befördert worden. Viele unterstellen dem Roman einen allzu fragmentarischen Charakter und sprechen vom Ausbeuten eines Gesamtwerks. Womöglich aber bildet der Roman die Essenz eines Grenzen sprengenden Gesamtwerks.