Verschwörungen galaktischen Ausmaßes
Mit Mœbius verließ am 10. März einer der großen Pioniere des Science-Fiction-Comics die Bühne. Die Nachrufe sind verhallt, nun kann sein gesellschaftskritisches Werk wiederentdeckt werden.
Mit Mœbius verließ am 10. März einer der großen Pioniere des Science-Fiction-Comics die Bühne. Die Nachrufe sind verhallt, nun kann sein gesellschaftskritisches Werk wiederentdeckt werden.
Die hier beschriebene Comic-Serie ist nichts für schwache Nerven. In der düsteren Halbwelt von »CHEW. Bulle mit Biss!« fließt Blut, es kommt zu Gewalt und Kraftausdrücken kann man nicht ausweichen. CHEW ist ein Actioncomic mit politischem Anspruch – und erreicht bei Jugendlichen vielleicht gerade deshalb mehr als ein Sachbuch zur Ernährungsethik.
Der preisgekrönte Comic »Asterios Polyp« des Amerikaners David Mazzucchelli mag erzähltechnisch ein sperriges Monstrum sein. Kunstästhetisch jedoch ist es ein umwerfendes Kleinod in der vom »Graphic-Novel«-Wahn gleichgeschalteten Comicwelt.
Das iranische Regime ruft sein Volk an die Wahlurnen. Erinnerungen an die Mutter aller grünen Revolutionen im Jahr 2009 werden wach. Der Comic »Zahra’s Paradise« blickt zurück und ermöglicht einen Blick hinter den Vorhang der iranischen Theokratie.
Aufklärerisch, vielschichtig, parteiisch: Comicautor Joe Sacco arbeitet in seiner eindrucksvollen Nahost-Reportage »Footnotes in Gaza« ein dunkles Kapitel der israelisch-palästinensischen Geschichte auf. In Kürze soll der Band auf Deutsch erscheinen.
Der Kanadier Guy Delisle hat mit seinen »Aufzeichnungen aus Jerusalem« den wichtigsten Europäischen Comicpreis gewonnen. Einmal mehr beweist er darin, dass er mit seinen gezeichneten Alltagsbeobachtungen eine Gesellschaft besser versteht als so mancher Soziologe mit Studien und Befragungen.
2008 verbrachte der deutsche Comiczeichner Reinhard Kleist vier Wochen auf Kuba. Entstanden sind daraus ein facettenreicher Reisebericht und eine beeindruckende biografische Annäherung an Fidel Castro in Bildern.
Deutschlands erfolgreichster schwuler Comic-Autor Ralf König hat den letzten Band seiner Bibel-Trilogie vorgelegt. Nach dem »Prototyp« Adam und dem »Archetyp« Noah präsentiert er nun das Vorzeigeexemplar eines »christlichen Taliban«, Kirchgängern auch als Apostel Paulus bekannt.
Die israelische Zeichnerin Rutu Modan benötigt nicht viel, um die gesellschaftlichen Folgen des Nahostkonflikts vor Augen zu führen. Ein Selbstmordanschlag, ein unbekannter Toter, eine Geliebte in Sorge und ein verstoßener Sohn reichen dafür in ihrem preisgekrönten Comic »Blutspuren« aus.
Der US-Autor Ray Bradbury feierte mit seinem düsteren Zukunftsroman »Fahrenheit 451« seinen größten Erfolg. Eine Comic-Adaption macht nun die Wiederentdeckung seines Meisterwerks möglich.
Nachdem im letzten Herbst Ralf Königs Version der Schöpfungsgeschichte unter dem Titel »Prototyp« erschien, liegt nun mit »Archetyp« der zweite Teil der Trilogie vor. Man ahnt es schon, es geht um Noah und den Mythos der gigantischen Sintflut.
Mit bitterer Ironie durchdringt der Kanadier Guy Delisle in seinem neuen Comic »Aufzeichnungen aus Birma« die Verhältnisse in dem südostasiatischen Absurdistan.
Warum tragen Apfelbäume nicht keine Äpfel? Und warum ist die Erde nicht der Mittepunkt von allem? Und was hält die Welt im Innersten zusammen? Schwer zu sagen? Ralf König erklärt es in seinem neuesten Werk »Prototyp«.
Marjane Satrapis jüngste Erzählungen geben nicht nur einen Einsicht in die iranische Gesellschaft, sondern lassen vor allem tief in die menschliche Seele blicken. Satrapi macht dabei die Würde und den Stolz einer vorschnell verurteilten Gesellschaft sichtbar.
Mit »Monsieur Lambert« ist Jean-Jacques Sempé ein Meisterwerk gelungen, in dem er nicht nur ein literarisches, sondern zugleich auch ein künstlerisches Ausrufezeichen setzt.