Willkommen im Wunderland
In seinem »Handbuch für Detektive« spielt der Amerikaner Jedediah Berry auf faszinierende Weise mit den Grenzen von Raum, Zeit und Wirklichkeit.
In seinem »Handbuch für Detektive« spielt der Amerikaner Jedediah Berry auf faszinierende Weise mit den Grenzen von Raum, Zeit und Wirklichkeit.
In »Menschen aus Papier« erzählt der mexikanische Autor Salvador Plascencia fantasievoll von der Liebe in finsteren Zeiten und wandelt dabei zwischen den realen und fiktiven Welten. Dass seine Figuren gegen ihren Erfinder aufbegehren, gehört zu den amüsenten Seiten dieses faszinierenden Romans.
Grandios inszeniert Michel Houellebecq in seinem aktuellen Roman »Karte und Gebiet« den eigenen Tod, wofür er mit dem wichtigsten französischen Literaturpreis, dem Prix Goncourt, ausgezeichnet wurde.
Das argentinische Militär führt Krieg gegen die eigene Bevölkerung. Pablo Poznan gerät in die Fänge des Regimes. Eine verzweifelte Suche beginnt, die greifbar den Horror des Gewaltregimes enthüllt und nebenbei eine Satire auf das jüdische Selbstbild entwirft. Nathan Englander legt mit »Das Ministerium für besondere Fälle« ein Debüt vor, das unter die Haut geht.
Kaum ein Autor trifft den Ton des ost-west-deutschen Dialogs besser als Ingo Schulze. In seinem Roman »Adam und Evelyn« rückt er die Flucht aus der DDR in die Nähe einer Vertreibung aus dem Paradies und macht deutlich, wie es heute um die deutsch-deutschen Verhältnisse steht.
Birk Meinhardt erzählt in seinem monumentalen Roman »Brüder und Schwestern« vom Leben der so genannten Arbeiterklasse in der DDR. Es ist die Geschichte vom Auf- und Abladen der Schuld in einer Kompromissgesellschaft, in der das größte Vergehen darin bestand, den Drang nach Freiheit zu verspüren.
Der mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis gekrönte Reisejournalist Andreas Altmann kommt aus dem römisch-katholischen Wallfahrtsort Altötting in Niederbayern. In seinen sarkastisch-bitteren Erinnerungen blickt er auf »Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend« zurück.
Der Italiener Antonio Pennacchi erzählt in »Canale Mussolini« vom italienischen Faschismus in der Provinz und macht ihn gerade dadurch begreifbar. Warum das spektakulär ist? Weil dieser Roman ein unglaubliches Vergnügen bereitet.
In ihrem Erfolgsroman »Der Mann schläft« warf Sibylle Berg die Frage auf, warum man sein Leben ständig verändert, selbst wenn man gerade sein Glück gefunden hat. In »Vielen Dank für das Leben«, ihrem neuen Werk, lässt sie uns an der Existenz des Glückes zweifeln.
Anna Katharina Hahn entführt die Lesenden ihres Romans »Am Schwarzen Berg« in die schwäbische Idylle, aus der ihre Helden energisch zu entkommen versuchen und willentlich in das Chaos des Lebens laufen.
Sarah Diehl kämpft seit Jahren für Frauenrechte und gehört zu den wenigen Aktivistinnen, die dabei auch international aktiv sind. Nun hat sie ihren ersten Roman geschrieben. Wir sprachen mit ihr über »Eskimo Limon 9« und die Fiktionalisierung des Feminismus.
Der Ungar Péter Nádas lässt in seinen »Parallelgeschichten« die geschichtenbeladenen Ströme des zwanzigsten Jahrhunderts zusammenfließen. Ein Roman, den man Europa nennen möchte.
Thomas von Steinaecker hat mit »Das Jahr in dem ich aufhörte, mir Sorgen zu machen, und anfing zu träumen« einen technisch perfekten Roman geschrieben, der in der staubtrockenen Luft des Versicherungswesens, dem seine tragische Heldin entstammt, erstickt.
Der Autor von Kultromanen wie »Geschichte machen« und »Der Sterne Tennisbälle« legt den zweiten Teil seiner Biografie vor. Stephen Fry erklärt nach »Columbus war ein Engländer« nun, »Ich bin so Fry«!
Dem portugiesischen Romancier José Saramago gelang in seinen Romanen, das Absurde möglich erscheinen zu lassen. Nun erscheint sein letzter Roman posthum, der dieses Talent bestätigt, das Werk aber dennoch nicht krönt.