Russland auf der Couch
In wohl gesetzten und zugleich scharfen Worten setzt sich der russische Autor Viktor Jerofejew mit seiner Heimat auseinander und bringt dem Leser Russland so greifbar nah, wie selten jemand zuvor.
In wohl gesetzten und zugleich scharfen Worten setzt sich der russische Autor Viktor Jerofejew mit seiner Heimat auseinander und bringt dem Leser Russland so greifbar nah, wie selten jemand zuvor.
Eine neue Biografie zur Schriftstellergattin Sofja Andrejewna Tolstaja macht Schluss mit der Mär der egoistischen und geldgierigen Furie an der Seite Lew Tolstojs und entlarvt den Dichter als rücksichtslosen Egoisten.
Das Mafia-Enthüllungsbuch »Gomorrha« verschaffte dem Italiener Roberto Saviano weltweit Ruhm und Ehre, aber auch ein Leben im Untergrund. Und dennoch schreibt er weiter gegen die Missstände in Italien an. In seinem Buch »Das Gegenteil von Tod« geht es um die Perspektivlosigkeit in einem am Boden liegenden Land.
Richard Clarke, der ehemalige Sicherheitsbeauftragte von George W. Bush, hat ein Buch über Cyberkriege geschrieben. In »World Wide War« warnt er vor einem verstärkten Aufkommen von Cyberkriegen und fordert Beschränkungen für den Waffengang via Internet. Im Interview erklärte er mir, warum die Gefahr von Cyberkriegen nicht zu unterschätzen ist.
»Deutschland ist tot. Für uns ist es tot. … Es ist ein Traum gewesen. Sehen Sie es endlich, bitte!«, beschwört Joseph Roth 1933 seinen Freund und Unterstützer Stefan Zweig in einem Brief. Der Briefwechsel der beiden Autoren zeigt, wie sich die Folgen der Machtergreifung der Nationalsozialisten zunehmend zwischen beider Leben stellen.
Robert Musil gehört zu den großen Autoren des modernen europäischen Romans. Zu Lebzeiten waren Autor und Werk höchst umstritten und auch heute haben die wenigsten seine Werke gelesen. Ein beeindruckender Erinnerungsband versammelt nun zahlreiche Perspektiven von Zeitgenossen auf den »Mann ohne Eigenschaften«.
Susan Sontag galt als herausragende Publizistin und Ikone der politischen Linken. Im Dezember 2004 starb sie an Krebs. Zwei Bücher blicken auf die größte amerikanische Intellektuelle des 20. Jahrhunderts zurück.
Der amerikanische Pflichtverteidiger Steven T. Wax schildert, wie die Bush-Regierung unter dem Deckmantel des Antiterrorkampfes mit unschuldig Verdächtigen umgeht. Nahezu lückenlos dokumentiert er das zunehmende Aufbäumen der amerikanischen Justiz gegen die eigene Regierung.
Können Netzwerke die sozialen und politischen Probleme einer zusammenwachsenden Welt lösen? Die Kulturwissenschaftler Peter Mörtenböck und Helge Mooshammer untersuchen in ihrem Buch »Netzwerk Kultur« die Anpassung von Netzwerken an die gegenwärtigen Verhältnisse.
Was wäre Humanismus ohne Aufklärung? Ganz einfach: Er wäre nicht! Dies erkennt, wer Philipp Bloms grandiose Geschichte über das vergessene Erbe der Aufklärung. »Böse Philosophen« erzählt von bitteren Verleumdungen, gekündigten Freundschaften, enttäuschten Leidenschaften und persönlichen Tiefschlägen.
Ein Universalgelehrter ist der amerikanische Evolutionsbiologe Jared Diamond zweifelsohne. Nach seinen umwerfenden Studien über die Schicksale menschlicher Gesellschaften und die Gründe ihres Sterbens oder Überlebens legt er mit »Vermächtnis« eine Art Resümee seiner anthropologischen Studien vor, in dem er erklärt, was wir von den traditionellen Gesellschaften lernen können.
Der 95-jährige Stéphane Hessel war der ideologische Vater der demokratischen Aufstände weltweit. Von Arabellion bis Occupy Wallstreet kamen die Menschen seiner Aufforderung nach Entrüstung und Einmischung nach. Gestern ist er in Paris gestorben. Wir haben sein Werk noch einmal gelesen.
Die muslimische Journalistin Shereen El Feki beschreibt in ihrem Buch »Sex und die Zitadelle« eine Welt, die es offiziell nicht gibt. Sie beschreibt fakten- und facettenreich das tabuisierte Liebesleben der Muslime und die »Sexualnot« in der arabischen Welt.
Israels Bevölkerung wählt am Dienstag ein neues Parlament. Vorab ein kurzer Blick auf vier aktuelle Neuerscheinungen, die die Lage im Nahen und Mittleren Osten aus anderen Perspektiven betrachten.
Die Tagebücher von Hans Werner Richter und Helmut Böttigers Geschichte der Gruppe 47 liefern eine profunde Analyse der zunehmenden Verzahnung von Literatur und Medienbetrieb und belegen Hans Werner Richters immensen Einfluss auf die deutsche Nachkriegsliteratur.