Monate: September 2013

Kleine Bücher mit großen Inhalten

Das Hamburger Institut für Sozialforschung hat renommierte Soziologen danach gefragt, wie angesichts der uns umgebenden postmodernen Verhältnisse mit den Klassikern der Soziologie umzugehen ist und inwiefern deren Theorien und Ansichten überhaupt noch Relevanz besäßen. Im Rahmen einer Vorlesungsreihe unter dem Titel »InstitutsMontage« wurden einzelne Gesichtspunkte von insgesamt zehn Klassikern der Soziologie diskutiert. Acht der Vorträge liegen in einer handlichen Kassette vor.

Auf der Suche nach dem Menschlichen im Menschen

Als erster Filmemacher wurde der Österreicher Ulrich Seidl innerhalb eines Jahres mit drei verschiedenen Filmen zu den drei wichtigsten Europäischen Filmfestspielen in Cannes, Venedig und Berlin eingeladen. Seine Filmtrilogie »PARADIES Liebe« »PARADIES Glaube« und »PARADIES Hoffnung« provoziert. Im Rahmen einer Sondervorstellung bei der diesjährigen Berlinale konnte man die drei Filme erstmals am Stück sehen.

»Der Mensch jedoch lebt«

Wie ist ein Leben nach dem Gulag – wenn Humanität und Kultiviertheit unter den Eindrücken des Inhumanen ihre Relevanz verlieren – möglich, ohne einem ständigen Zweifel an der menschlichen Zivilisation anzuhängen? Dies ist die große Frage, die Warlam Schalamows »Erzählungen aus Kolyma« zugrunde liegt.

Wie wirklich ist die Wirklichkeit

In seinem Roman »Alles was du siehst« lässt Stefan Beuse seine Figuren zwischen Wirklichkeit und Illusion, Raum und Zeit, Rationalität und Absurdem schwanken und zieht seine Leser in die Faszination des Rätselhaften und Ungewissen. Das Schicksal eines Ghostwriters ist es, hinter dem eigenen Text zu verschwinden und jemand anderem den Vortritt zu lassen. Es geht darum, das subjektive Ich beim Schreiben zu tilgen und ein fremdes Ich zum Leuchten, Schillern und Brillieren zu bringen. Eine der Hauptpersonen in Stefan Beuses neuem Roman Alles was du siehst ist Ghostwriter und bekommt den Auftrag, über einen gewissen Aaron Singer zu schreiben. Dieser Aaron Singer (oder vielleicht doch ein anderer?) entflieht in einem parallelen Erzählstrang des Romans gemeinsam mit seiner Zwillingsschwester dem Familienterror der Eltern. Sie ziehen sich gemeinsam in die Bilderwelt der Malerei zurück, um mit ihrer realen Flucht in diese geradezu einzutauchen. Ein dritter Erzählstrang beschäftigt sich mit den Aktivitäten eines jungen Mannes, der das Leben einer ihm noch unbekannten Frau beobachtet. Was mit einer zufälligen Begegnung beginnt, endet in einer Obsession, die ihm fast das …

Das Würfelspiel des Daseins

»Anna Karenina« und »Krieg und Frieden« haben ihn weltberühmt und zur russischen Ikone gemacht – Leo Tolstoj. Nahezu sein ganzes Leben verbrachte er schreibend auf dem familieneigenen Gut in Westrussland, doch am Ende seines Lebens entfloh er der ländlichen Idylle. Doch Tolstoj stirbt auf dieser letzten Reise in den Süden. Der amerikanische Literaturwissenschaftler Jay Parini hat daraus einen faszinierenden Roman geschrieben.

Der Effekt ist der derselbe

Richard Clarke, der ehemalige Sicherheitsbeauftragte von George W. Bush, hat ein Buch über Cyberkriege geschrieben. In »World Wide War« warnt er vor einem verstärkten Aufkommen von Cyberkriegen und fordert Beschränkungen für den Waffengang via Internet. Im Interview erklärte er mir, warum die Gefahr von Cyberkriegen nicht zu unterschätzen ist.