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»Beim laut Lesen passiert immer etwas!«

Drei überzeugende Stimmen tragen durch die über 15-stündige Road Novel »Lincoln Highway« von Amor Towles. Eine davon gehört dem Schauspieler und Sprecher Julian Greis, der mit seiner wilden Figur einen Heidenspaß gehabt hat. Im Interview spricht er über die Vorzüge dieses Romans und sein Leben vor und hinter den Texten.

Julian Greis, ich kannte bislang die Route 66, vom Lincoln Highway hatte ich noch nie gehört. Kannten Sie den vor dem Roman?

Ich habe mal eine Weile als Austauschschüler in USA gelebt und damals davon gehört. Aber dass er die erste Straße der USA ist, die vom Times Square nach San Francisco führt und die Ost- und Westküste miteinander verbindet, war mir nicht bewusst.

Welche Rolle spielt diese Autobahn in Amor Towles Roman?

Sie ist der Schauplatz des Roadtrips, auf dem wir Towles Figuren zehn Tage lang durch die USA begleiten. Der Highway steht für ihre Sehnsucht nach Freiheit, für das Aufbrechen in ein neues Leben und damit auch für ihr Coming of Age. Beim Lesen war ich sofort von der Vielschichtigkeit dieser Geschichte beeindruckt und davon, wie toll die Charaktere gezeichnet sind. Bei Duchess ist mir gleich die Lust am Erzählen aufgefallen. In seine Geschichten abzugleiten war ein seltenes Lesevergnügen.

Duchess ist Ihre Figur im Hörbuch. Er ist der wilde Unruheherd in diesem Roman. Neben ihm stehen der reflektierte Emmett und sein achtjähriger Bruder Billy sowie der stoische Woolly im Zentrum der Erzählung. Was verbindet diese vier Kids?

Emmett, Duchess und Woolly kennen sich aus Salina, einer Arbeitsfarm für straffällig gewordene Jugendliche. Sie teilen den Traum, auszubrechen – aus ihrem Leben, ihren Umständen, ihrer Vergangenheit und ihrer Geschichte. Woolly ringt mit seiner elitären Familie, Duchess arbeitet sich an seinem Vater und einem Wärter in Salina ab und Emmett und Billy suchen ihre Mutter. Sie alle kämpfen darum, ins Leben zu starten.

Alle vier haben dafür denkbar schlechte Voraussetzungen, weil ihre Eltern abwesend sind. Welche Rolle spielt das?

Damit haben tatsächlich alle vier zu kämpfen. Die abwesenden Eltern sind Ursache ihrer großen Sehnsucht nach einem zu Hause. Sie sehnen sich nach einer menschlichen Heimat und wir lernen, dass nicht alle eine solche Halt und Sicherheit gebende Heimat haben.

Amor Towles: Lincoln Highway. Aus dem Englischen von Susanne Höbel. Sprecher: Uve Teschner, Julian Greis, Lisa Hrdina. Hörbuch Hamburg 2022. 920 Minuten. 34,90 Euro. Hier bestellen.

Hauptfigur des Romans ist der 18-jährige Emmett Watson, der große Schuld auf sich geladen hat und plötzlich Verantwortung übernehmen muss. Was ist das für ein Junge?

Emmett ist in Salina, weil er in einen tödlichen Unfall verwickelt ist. Als sein Vater stirbt, darf er die Erziehungsanstalt vor Ablauf seiner Strafe verlassen. Zurück in Nebraska muss er sich um seinen Bruder Billy kümmern, die Mutter hat die Familie vor Jahren verlassen. Von ihr sind nur acht Postkarten geblieben, die sie in verschiedenen Orten am Lincoln Highway abgeschickt hat. Als sie die Farm räumen müssen, beschließen Emmett und Billy, der Spur der Karten nach Kalifornien zu folgen.

Emmett und Billy vermuten ihre Mutter in Kalifornien. Statt gen Westen geht es aber in den Osten. Duchess ist an diesem Twist nicht ganz unbeteiligt.

Tatsächlich tauchen Duchess und Woolly auf und durchkreuzen den Plan von Emmett und Billy. Sie müssen nach New York, weil dort ein Treuhänder Woollys Geld verwaltet, und Duchess noch einige Dinge regeln muss. Während sie ihr Schicksal eigenwillig in die Hand nehmen, müssen die Brüder aufpassen, nicht den Anschluss zu verlieren. Duchess Reise durch die USA ist teilweise ein Rachefeldzug, etwa wenn er dem Wärter aus Salina gegenüber steht, andererseits ist es auch eine Art Bußgang. Er fährt beispielsweise zu einem Jungen, dem er Unrecht getan hat. Duchess hat seine ganz eigene Art, Gerechtigkeit walten lassen. Das gilt bis zum Showdown in der Begegnung mit dem Vater.

Auf ihrer Tour durch die USA begegnen den Jungs Menschen, die Einfluss auf die Geschichte nehmen. Emmetts ehemalige Nachbarin Sally, ein schrecklicher Priester, ein trauriger Kriegsveteran und ein erfolgreicher Autor.

Das sind alles faszinierende und wahnsinnig gut gezeichnete Charaktere, die der Handlung Breite und Tiefe geben. Das finde ich so toll an diesem Buch, dass du quasi über die Straße fährst und in der Geschichte ständig irgendwelche Abzweigungen nimmst, um dann immer wieder auf den Highway der Geschichte einzubiegen. Und das ist so verdammt gut geschrieben, dass man auch die ganze Zeit dranbleibt. Es gibt Bücher, die sich in der eigenen Geschichte verlieren und in denen man als Leser die Übersicht verliert. Das ist hier nicht der Fall, auch wenn die Erzählung zwischen den Figuren, Zeiten und Orten ständig wechselt.

48 Studebaker | Pinterest

Highway der Geschichte bringt einerseits die Story, andererseits aber auch den historischen Hintergrund, der in den Nebengeschichten reflektiert wird, auf den Punkt. Wie bildet Towles diese Zeit in dem Roman nach?

Allein die Autos, der 48 Studebaker und der Cadillac, sind natürlich echte Zeitmaschinen. Dann sind da die Diners und Motels am Rand der Strecke, an denen die Jungs immer immer wieder anhalten. Deren Trostlosigkeit, diese Mischung aus mondän und abgefuckt, all das ist sehr schön eingefangen. Und nicht zuletzt auch das sehr harsche Männlichkeitsbild, das in den Jahren nach dem Krieg weit verbreitet war. An dem arbeiten sich die Jungs ab.

Struktur spielt in dem Roman eine große Rolle. Die Zählweise der Kapitel läuft beispielsweise rückwärts, so dass die zehn Tage der Erzählung quasi wie ein Countdown ablaufen.

Das wusste ich gar nicht, weil das im Manuskript nicht vorkommt und die Kapitelnummern von Uve Teschner eingesprochen werden. Aber das ist total toll und entspricht ehrlich gesagt eins zu eins dem Beat des Buches. Ich hätte das jetzt nicht in das Wort Countdown gepackt, aber ich finde das sehr passend.

Eine andere Struktur trägt Billy mit sich herum. Dabei handelt es sich um eine Sammlung mit klassischen Erzählungen, die von A wie Achilles bis Z wie Zorro reichen. Alle Buchstaben des Alphabets sind belegt, nur das Y bleibt frei. Y wie… You?

Das Y steht wie bei der Generation Y vielleicht auch für why. Billy ist der Jüngste von allen und geht mit Neugier durch die Welt, um Antworten auf seine Fragen zu bekommen. Aber klar, es könnte auch für You stehen, weil es für die Jungs letztlich darum geht, die Frage »Wer bist Du?« zu beantworten. Billy stellt sie sich auf eine sehr unschuldige Art, die anderen schleppen da schon mehr Ballast mit sich herum.

Die Geschichte Ihrer Figur wird aus der Ich-Perspektive erzählt, die von Emmett und anderen aber in der dritten Person.

Mir gefällt die Ich-Perspektive zum Einlesen immer besser, weil ich einen besseren Zugang zur Figur bekomme und mir mehr Spiel erlauben kann. Und wenn das dann noch so eine Figur wie Duchess ist, der hin und her springt und so voller Energie, Tatendrang und Erzählfreude ist, dann ist es einfach ein Vergnügen, diese Rolle zu lesen. In den drei Tagen im Studio haben wir nur wenige Pausen gemacht, weil ich in so einen Flow gekommen bin. Dazu hat auch die Ich-Perspektive beigetragen, weil ich mich da als Sprecher ein bisschen freier fühle.

Amor Towles: Lincoln Highway. Aus dem Englischen von Susanne Höbel. Hanser Verlag 2022. 576 Seiten. 26,00 Euro. Hier bestellen.

Ist dieser im Amerika der 50er angesiedelte Entwicklungsroman nicht auch etwas aus der Zeit gefallen?

Sicherlich ist er historisch in der Zeit angesiedelt. Jugendliche würden sich heute nicht mehr so leicht aus den Augen verlieren, Handy und Social Media machen das ja quasi unmöglich. Aber das tolle an solchen Coming-of-Age-Geschichten ist doch, dass sie ganz universell sind, weil die Herausforderung, sich selbst und seine eigene Welt zu finden doch immer gleich bleibt. Sich abzuarbeiten an dem, was war und was hoffentlich noch kommt, das ist doch für jede:n gleich. Und da dieses Buch so viele Perspektiven bietet, findet auch jede:r einen Zugriff. Und es ist kein Jugendroman, auch Erwachsene werden sich hier angesprochen fühlen. Auch ich mit meinen fast vierzig Jahren habe beim Lesen viel über mich und meine Jugend nachgedacht, obwohl ich als junger Mensch gar nicht wie Duchess war. Ich war eher eine Mischung aus Emmett und Woolly.

Was macht denn die besondere Anziehungskraft dieses Romans aus?

Für mich ist es natürlich meine Figur, Duchess ist einfach grandios. Aber es ist ingesamt bemerkenswert, wie Towles es schafft, die Leser:innen schnell über die Figuren in die Geschichte zu ziehen. Man beginnt zu lesen, begegnet den einzelnen Charakteren und hat sofort das Gefühl, die zu kennen. Weil sie mit ihren Eigenheiten und Gefühlen einfach sehr klar umrissen sind. Dennoch beschreibt Towles seine Figuren, auch die Nebenfiguren, sehr facettenreich, so dass man sie wirklich vor Augen hat. Das ist für mich das Besondere an diesem Buch.

Haben Sie »Lincoln Highway« als klassische Road Novel, als Bildungsroman oder als Abenteuergeschichte gelesen?

Ich finde solche Einordnungen immer schwierig. Die wenigsten Bücher sind so eindimensional, dass man das klar zuordnen könnte. »Lincoln Highway« ist Coming of Age, weil die Hauptfiguren in dem Alter sind, eine Road Novel, weil der Handlungsort die gleichnamige Straße ist und Abenteuerroman ist auch nicht falsch, weil die Jungs einfach viel erleben.

Liz Kessler: Als die Welt uns gehörte. Aus dem Englischen von Eva Riekert. Gelesen von Julian Greis, Fritzi Haberlandt, Walter Kreye, Friedhelm Ptok. Argon Verlag 2022. 478 Minuten. 15,95 Euro. Hier bestellen.

Als Schauspieler und Sprecher lesen Sie viele verschiedene Texte. Hat Sie Towles Roman an andere Geschichten erinnert?

Ich habe kürzlich den Roman »Als die Welt uns gehörte« von Liz Kessler eingelesen. Diese Geschichte spielt im Zweiten Weltkrieg, wird aber auch aus den Perspektiven von mehreren Kindern erzählt. Es geht um drei Kinder, die im Wiener Prater Geburtstag feiern, bevor der Krieg ausbricht. Dann trennen sich ihre Wege. Das jüdische Mädchen kommt ins KZ, einer der Jungs kann nach England emigrieren, der andere macht als Nazi Karriere. Aufgrund der Erzählung aus den Perspektiven der jungen Figuren fand ich die beiden Bücher schon sehr ähnlich. Ich musste aber auch immer wieder Peter Farrellys Film »The Green Book« denken, weil der in einer ähnlichen Zeit spielt, auch wenn da die Rassenfrage viel stärker thematisiert wird als bei Towles. Aber der Film diente mir ein wenig als Vorlage für die Stimmung in »Lincoln Highway«.

In den amerikanischen Kritiken ist oft von einem modernen Schelmenroman die Rede.

Ja, das stimmt. Duchess könnte auch eine Till-Eulenspiegel-Figur sein, habe ich manchmal gedacht. Zwar nicht so wie die Hauptfigur in dem Kehlmann-Roman »Tyll«, aber mit seinem Witz und seiner Schlagfertigkeit ist er schon eine Art wandelnder Narr.

Das Hörbuch, das Sie gemeinsam mit Uve Teschner und Lisa Hrdina eingelesen haben, dauert über fünfzehn Stunden. Wie kommt man denn zu so einem Mammutprojekt?

Der Verlag kannte mich von anderen Projekten und dachte offenbar, dass meine Stimme zu der Rolle von Duchess passt. Als er mich dann anfragte, hatte ich zum Glück Zeit.

Wie bereiten Sie sich auf so ein Hörbuch vor?

Ich lese das Skript immer einmal für mich, um die Geschichte und die Zusammenhänge zu kennen. Ich muss mir dann für meine Figur einen Ton oder eine Stimme überlegen. Bei den vier Jungs, die hier in meinen Kapiteln oft vorkommen, musste ich festlegen, wie die sich stimmlich voneinander unterscheiden. Da werden auch ganz technische Aspekte wichtig. Ich habe beispielsweise mal bei einem Kinderhörbuch eine Nebenfigur mit einer tiefen, kehligen Stimme gesprochen. Dann kam die Figur in den Folgebänden auf fast jeder Seite vor und ich habe diese Entscheidung bitter bereut, weil das echt anstrengend für die Stimme war.

Ich dachte, die Figurenentwicklung arbeitet man eher gemeinsam aus. Bei Ihnen klingt das jetzt doch sehr nach Lonesome Cowboy?

Nein, da arbeitet tatsächlich jede:r für sich an seinem Strang. Aber es gibt ja die Regie, die natürlich den Überblick hat. Wenn man in der Stimme oder der Interpretation einer Figur vollkommen falsch liegen würde, würde die Regie intervenieren. Aber tatsächlich passiert das bei einem guten Buch eigentlich nicht. Lisa Hrdina, die hier auch liest, kenne ich aus der Theaterwelt. Da habe ich natürlich auch ein Gefühl dafür, wie sie ihre Rolle liest. Das ist immer ganz schön, wenn man die anderen Leser:innen kennt. Ich frage auch immer, wer die anderen Parts liest, und höre mich da vorher rein, um ein Gefühl für die Stimmung zu bekommen. Das Liz-Kessler-Projekt habe ich gemeinsam mit Fritzi Haberlandt eingelesen, mit der ich zeitgleich am Hamburger Thalia Theater geprobt habe. Da haben wir uns natürlich auch über das Hörbuch ausgetauscht. Das war toll, weil ich bei den Aufnahmen einen ganz anderen Impetus davon hatte, wie sie ihren Part liest.

Verändert sich so eine Geschichte beim Lesen?

Ja, beim laut Lesen passiert immer etwas! Als ich als Sprecher angefangen habe, habe ich zur Vorbereitung immer einmal leise und einmal laut gelesen, bevor es zur Aufnahme ging. Das mache ich mittlerweile nicht mehr, weil ich nicht mit einem vorgefertigten Ton im Kopf ins Studio gehen möchte. Es ist wichtiger, die Geschichte wirklich zu kennen, damit man sie beim Vorlesen erleben und gemeinsam mit Technik und Regie gucken kann, was passiert.

Der Ton entsteht also erst live beim Einlesen?

Ich habe schon einen Sound im Ohr, weil ich mir ja vorher Gedanken über die Stimmen und Stimmungen gemacht habe. Aber ich sitze nicht zu Hause und lese mir das x Mal vor, um dann im Studio ein einstudiertes Stück abzuspulen. Das ist ja auch eine andere Art von Spiel als das Schauspiel. Auf der Bühne oder vor der Kamera gebe ich mit meiner Präsenz eine Figur, stelle Körper und Spiel vor den Text. Als Sprecher eines Hörbuchs muss ich aber hinter den Text und die Geschichte zurücktreten. Mein Anspruch beim Hörbuch ist immer, nicht zu viel zu interpretieren. Das gelingt mir besser, wenn der Sound erst beim Einlesen entsteht.

Beim laut Lesen rückt die Sprache eines Textes und damit auch die Übersetzung noch einmal stärker in den Fokus.

Die Übersetzung ist eine ganz eigene Kunst, die leider viel zu wenig Aufmerksamkeit erhält. Susanne Höbel ist hier eine richtig tolle Übersetzung gelungen, bei der sie die bildgewaltige englische Sprache in ein ebenso sprechendes Deutsch überführt hat. Sie hat auch den Ton perfekt getroffen, gerade bei Duchess. Da dringt seine Schlagfertigkeit und Lust, mit Sprache zu spielen, wunderbar durch. Das fand ich sehr auf den Punkt. Ich hab natürlich nicht das Original gelesen, aber bei nicht so guten Übersetzungen merkt man ja, wenn Formulierungen eins zu eins übersetzt werden und literarische Bilder keine Grundlage haben. Aber wenn die Übersetzung Äquivalente findet, die sprachlich und atmosphärisch passen, dann haben wir es mit einer gelungenen Übersetzung zu tun. Und das ist hier zweifellos der Fall.

Gibt es Erfahrungen, die Sie aus der Sprechertätigkeit in die Schauspielerei mitnehmen oder umgekehrt?

Absolut, alles geht ineinander über. Zuletzt habe ich auf der Bühne ein Stück gemacht, bei dem wir ganz viel mit einem Handmikro gearbeitet haben. Da hat mir meine jahrelange Arbeit als Interpret geholfen. Wenn ich lese, hilft mir wiederum, dass ich seit 17 Jahren auf der Bühne mit vielen verschiedenen Texten gearbeitet habe. Vor der Kamera wiederum muss man ganz klein spielen. Das ist fast wie vorm Mikrofon, wo man ja auch den Körper kleiner machen und alles in die Sprache legen muss. Man nimmt aus all diesen Sachen immer etwas mit. Das ist echt ein Geschenk und genau das, was ich an diesem Beruf liebe.

Fünfzehn Stunden muss man erst einmal haben, um sie einem Hörbuch zu widmen. Wie lautet Ihre Empfehlung für den besten Hörgenuss?

Das muss jede:r für sich herausfinden. Ich glaube nicht, dass es die große Ruhe und Konzentration für diese mitreißend erzählte Geschichte braucht. Man kann sie im Alltag hören oder abends auf der Couch. Perfekt ist es wahrscheinlich, die Geschichte auf Reisen zu hören, weil es diese Parallele gibt, wenn man im Zug oder im Auto sitzt.

Wie schwer fällt es Ihnen, Ihre Figuren wieder zu verlassen?

Bei einem Hörbuch geht das natürlich schneller, weil man das Buch einmal einliest und dann ist man fertig. Am Thalia Theater, wo ich engagiert bin, spiele ich manche Stücke seit acht Jahren. Wenn man die dann ablegt, ist das natürlich etwas anderes, weil einem solche Rollen dann schon in Fleisch und Blut übergegangen sind. Aber es gibt immer Bücher, die einem im Kopf bleiben. Und »Lincoln Highway« gehört auf jeden Fall zu den Büchern, die mich weiter begleiten werden.

Julian Greis, vielen Dank für das Gespräch.