In Romanen wie »Handbuch für den russischen Debütanten« oder »Super Sad True Love Story« hat sich Gary Shteyngart immer wieder mit seiner Lebensgeschichte auseinandergesetzt. Eine echte Aufarbeitung der eigenen Biografie findet aber erst in den seinen Erinnerungen »Kleiner Versager« statt.
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Die Gunst der Stunde unterm Apfelbaum
Beim »Wortgarten«-Festival für Literatur und Musik in der Uckermark lasen zahlreiche Literaturpreisträger aus noch unveröffentlichten Texten. In traumhafter Kulisse kamen sich Literaturszene und Publikum so nah wie selten. Ein Bericht.
Weiterlesen»Ich habe mal neunzig Leute mitgebracht«
Saša Stanišić löste mit seinem Uckermark-Epos Vor dem Fest, mit dem er im letzten Frühjahr den Leipziger Buchpreis gewann, einen wahren Hype auf die »Toskana des Nordens« aus, wie der Landstrich rund um Prenzlau auch liebevoll genannt wird. Beim »Wortgarten«-Festival am Wochenende führte Stanišić zum ersten Mal durch das Dorf, knapp einhundert Interessierte kamen. Das Protokoll einer Ortsbesichtigung.
WeiterlesenKaren Köhler liest »Deklination«
Karen Köhler erzählt in ihrer neuen Kurzgeschichte »Deklination« von einem Paar, das aus dem hektischen Alltag ausbricht und in Lappland nach sich selbst sucht. Selbstverlorenen finden sich zwei Menschen in einer Welt wieder, in der sich die so begierig gesuchte Wirklichkeit als Enttäuschung entpuppt.
Weiterlesenembedded intelligence oder: Träumen Androiden von elektrischen Schafen?
Granularität ist das Maß für die Feinkörnigkeit eines Systems. Man kennt diesen Begriff vor allem aus der Fotografie. Christoph Kucklick geht es in »Die granulare Gesellschaft. Wie das Digitale unsere Wirklichkeit auflöst« aber nicht um die Körnigkeit eines Bildes, sondern um die Auflösung, um die Zerlegbarkeit des Individuums und der Gesellschaft durch das Digitale. Sein sensationelles Buch ist eine Erzählung des digitalen Sozialen, an der sich die an der Digitalisierung Interessierten abarbeiten müssen. Ein Standardwerk, ein Must-Read für die kommenden Jahre.
WeiterlesenDie Fragilität der Weltliteratur
Ein Mann muss aus seinem Haus ausziehen und weiß nicht, wohin mit seiner über 20.000 Titel umfassenden Bibliothek. Er beschließt, aus seinen Büchern ein Haus zu bauen. Er richtet sich inmitten von Weltliteratur ein. Als eine ehemalige Geliebte ein Buch zurückfordert, gerät die Wirklichkeit auf eine schiefe Bahn. Carlos María Domínguez‘ Novelle »Das Papierhaus« ist ein Kleinod des magischen Realismus.
Die Venus als Wille und Vorstellung
Dietmar Dath schreibt mit Warp-Antrieb, der rasante Publikationsrhythmus seiner zwischen Wissenschaft, Informatik und politischer Ideenlehre verorteten Schriften macht das deutlich. Nun hat er mit »Venus siegt« einen radikalen Abgesang zu seiner universellen und werkübergreifenden Menschheitsgeschichte verfasst.
WeiterlesenWeg vom Wasser oder: gemeinsam zurückfinden
Eine biblische Sintflut bedroht die Erde, doch zum Glück kennt der König der Tiere den Einsiedler Noah, der eine Arche gebaut hat, auf der für die meisten Platz ist. Doch alles kommt anders, oder: »Ooops! Die Arche ist weg«. Beim Wettlauf mit der Zeit überwinden die beiden zehnjährigen Tierjungen Finny und Leah ihre Vorurteile und werden Freunde.
WeiterlesenEine Verneigung vor 25 Jahren Avantgarde
Der prächtige und voluminöse Jubiläumsband »Twenty-Five years of contemporary cartooning, comics, and graphic novels« lässt die einmalige Erfolgsgeschichte des kanadischen Verlags »Drawn and Quarterly« informativ, vielfältig und kunstvoll nachvollziehen.
WeiterlesenDer melancholische Blick von Maggie
Jaime Hernandez legt mit »The Love Bunglers« eine tiefenpsychologische Studie seiner Lieblingsfigur Margarita Chascarillo vor. Dieses zeitlose Meisterwerk in Schwarz-Weiß lässt den Leser noch einmal tief in das verwinkelte »Love and Rockets«-Universum eintauchen.
WeiterlesenDer Traum von ewiger »Pralinen-Prosa«
Ulrich Blumenbach ist einer der renommiertesten deutschen Literaturübersetzer. Seine Übersetzungen der Arbeiten von David Foster Wallace sind mit Lobeshymnen bedacht worden, gerade sitzt er an »Witz«, dem Großwerk des amerikanischen Hyper-Intellektuellen Joshua Cohen. Ein Gespräch über das Übersetzen von Hochliteratur, Versäumnisse der Literaturkritik und die notwendige Unterscheidung von dicken und gewichtigen Büchern bei Preisvergaben.
WeiterlesenAn einem heißen Juli-Tag
– so heißt nicht nur eines der besten Gedichte in Tom Schulz’ neuem Band Lichtveränderung. Der Titel ist auch Programm für die deutsche Lyrikszene, die sich in diesen Sommertagen wortreich feiert.
WeiterlesenDie Finsternis zwischen Skylla und Charybdis
Stefano d’Arrigos zeitloses Epos »Horcynus Orca« gehört zu den ganz großen Romanen des 20. Jahrhunderts. Auf fast 1.500 Seiten lässt er uns an den letzten Tagen des desertierten Marinebootsmanns `Ndrja Cambrìa und seiner Odyssee an der vom Krieg zerstörten italienischen Küste und in Sizilien teilhaben. Moshe Kahn hat für diesen Solitär der italienischen Literatur eine Sprache gefunden, die deutsch und zugleich nach fernen Welten klingt. Eine übersetzerische Höchstleistung!
Weiterlesen»We all are Federalists«
Wenn man Visionär ist, eckt man an oder wird nicht gehört. Der Historiker und Querdenker Michael Wolffsohn kennt beides nur zu gut. In seinem neuen Buch »Zum Weltfrieden« präsentiert er nun den Föderalismus als Heilmittel gegen die Krisen unserer Zeit.
WeiterlesenEisner-Awards 2015 für »Saga« und »Hip Hop Family Tree«
In der gestrigen Nacht vom 10. zum 11. Juli wurden auf der Comic-Con in San Diego die renommierten Eisner-Awards vergeben. Einen einzigen großen Gewinner wie in den vergangenen Jahren gab es nicht. Die Serien »Saga« und »Lumberjanes« gewannen zwei Eisners, verschiedene »Little Nemo«-Titel räumten mehrere Preise ab. Einige der mit Amerikas wichtigstem Comicpreis ausgezeichneten Comics liegen auch in deutscher Übersetzung vor.
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