Ein stiller Ort in der Einsamkeit der mexikanischen Steppe. Der Wind treibt den Sand durch die in der Mittagshitze glühenden Straßen. An diesem Ort wohnt das Grauen: »Pedro Páramo«. In dem lateinamerikanischen Klassiker verschwimmen die Grenzen zwischen Leben und Tod, Diesseits und Jenseits, Erzählung und Subtext. Grandios und unheimlich.
Neueste Artikel
Ein Mosaik der Natur in Schwarz-Weiß
Der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado ist jahrzehntelang durch die Welt gereist und hat neben den menschgemachten Abgründen die faszinierende Schönheit unseres Planeten mit seiner Kamera festgehalten. Am Ende obsiegte die Faszination an der Größe der Natur über die Erinnerung an die menschlichen Grausamkeiten. Der Bildband »Genesis« erzählt davon. So schön war Natur noch nie.
Die Arten des Augenschließens
Die Leistungsgesellschaft wirft dein Einzelnen auf sich selbst zurück und zwingt ihn, sich ständig selbst auszubeuten. Dieser zerstörerische Narzissmus hat verheerende Konsequenzen. Vertrauen schwindet, das Interesse am Anderen geht verloren und das Individuum versinkt mehr und mehr in der Leere der Erschöpfung. Der Philosoph Byung-Chul Han lässt uns die Gesellschaft, der wir uns ausliefern, verstehen.
Weiterlesen»Und wenn sie die ‚kleinen Scheißer’ nun hängen?«
Der amerikanische Dandy Truman Capote schuf mit seinem non-fiktionalen Roman »Kaltblütig« ein neues literarisches Genre: das des erzählenden Journalismus. Sein Thriller ist bis heute nicht nur Auftakt, sondern immer noch ein Höhepunkt dieser auf Tatsachen basierenden Schreibkunst.
Bolaños ergreifende Welt
»2666« lautet der kryptische Titel des grandiosen Romans des 2003 verstorbenen chilenischen Autors Roberto Bolaño. Die knapp 1.100 Seiten sind das Vermächtnis eines meisterhaften Erzählers, der es mit den Granden der Weltliteratur hätte aufnehmen können.
Großvater war Kriegsgefangener
Florent Silloray hat in seinem Comic »Auf den Spuren Rogers« die Erlebnisse seines Großvaters als Kriegsgefangener der Deutschen nachgezeichnet und damit einen enormen Beitrag zur Aufarbeitung eines Tabuthemas geleistet.
Der gläserne Bürger
Gemeinsam fordern die Schriftsteller Juli Zeh und Ilija Trojanow Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, die Ausspähung der Bürger durch den amerikanischen Geheimdienst zu unterbinden. In ihrer provokanten Streitschrift »Angriff auf die Freiheit« riefen sie schon 2009 dazu auf, dem Ausverkauf der Privatsphäre den Kampf anzusagen.
Der Wink der Rachegöttin
Er gehört zu den Granden der amerikanischen Literatur. Der Autor Philip Roth glänzt mit seinem Roman »Nemesis«, einer düsteren Tragödie vor fiktiv-historischem Hintergrund, einmal mehr – und womöglich ein letztes Mal.
Das Kommunistische Manifest 2.0?
Wenig Falsches, nichts Neues. Die Flugschrift »Der kommende Aufstand« wurde einst als ideologische Blaupause für die kommenden Aufstände der westlichen Welt gehandelt. Die im Gewand der Revolution daherkommende Schrift ist jedoch nur ein Dokument dessen, was man Linkskonservativismus schimpfen muss.
Ich bin Schriftsteller und verwende alles
Kaum ein Enthüllungsbuch erschütterte den Mikrokosmos der High Society so sehr, wie Truman Capote’s Romanfragment »Erhörte Gebete«. Das in der Zürcher Werkausgabe neu übersetzte unvollendete Buch ist Capotes Abrechnung mit der globalen Schickeria, die sich seit Erscheinen seines Erstlingsromans »Andere Stimmen, andere Räume« um das »literarische Wunderkind« gescharrt hat, um im Licht seines Ruhmes auch etwas heller zu strahlen.
»Von hehren Ideen der Liebe und des Lebens«
Der Architekt des New Yorker Guggenheim-Museums ist eine der amerikanischen Lichtgestalten des 20. Jahrhunderts. Frank Lloyd Wright, Stararchitekt, Frauenheld und Egomane. T.C. Boyle lässt in seinem neuen Roman »Die Frauen« Wrights Leben erzählen – aus der Perspektive seiner Ehefrauen und Geliebten.
Eine falsche Vorstellung vom Gesetz
Ursula Krechel lässt in »Landgericht« einen ins Exil geflohenen jüdischen Juristen zurückkehren in das Land der Täter. Noch nie wurde der beschämende Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte derart akribisch und sprachgewandt seziert, wie in Krechels völlig zu Recht ausgezeichneten Roman.
Salut au Monde – Hymnen auf eine erwachende Nation
»Es schien mir …, dass die Zeit gekommen ist, um über alle alten und neuen Themen und Dinge im Lichte der Ankunft Amerikas und der Demokratie nachzudenken.« Über die prosaischen Verse des amerikanischen Nationallyrikers Walt Whitman.
Die Banlieue als Baustelle
Nach den Unruhen in den französischen Vorstädten unterzog der Soziologe Robert Castel die gesellschaftlichen Verhältnisse in Frankreich einer schonungslosen Untersuchung. Dabei stellte er fest, dass nicht die fehlende Integration der Einwandererkinder in den Vorstädten, sondern die gesellschaftliche Realität der Grande Nation den Anlass für die Ausschreitungen darstellte.
„Solschenizyn kennt und versteht das Lager nicht!“
Niemand hat so eindringlich den russischen Gulag beschrieben, wie Warlam Schalamow. Mit dem Band »Künstler der Schaufel« liegen der dritte und vierte Zyklus seiner beeindruckenden »Erzählungen aus Kolyma« vor. Der Band »Über Prosa« enthält brillante und kluge Reflektionen des eigenen Schaffens sowie Briefe an Alexander Solschenizyn oder Boris Pasternak.















