Alle Artikel in: Literatur

„Solschenizyn kennt und versteht das Lager nicht!“

Niemand hat so eindringlich den russischen Gulag beschrieben, wie Warlam Schalamow. Mit dem Band »Künstler der Schaufel« liegen der dritte und vierte Zyklus seiner beeindruckenden »Erzählungen aus Kolyma« vor. Der Band »Über Prosa« enthält brillante und kluge Reflektionen des eigenen Schaffens sowie Briefe an Alexander Solschenizyn oder Boris Pasternak.

Vom Entgleisen der Welt

Wassili Grossmans Roman »Leben und Schicksal« ist eine fulminante Apologie des Menschen in barbarischen Zeiten. Dieses opus magnum nennt das Falsche falsch und das Richtige richtig – ein existenzielles Wagnis für Autor und Werk, wenn die Anhänger des Falschen das Sagen haben.

»Der Mensch jedoch lebt«

Wie ist ein Leben nach dem Gulag – wenn Humanität und Kultiviertheit unter den Eindrücken des Inhumanen ihre Relevanz verlieren – möglich, ohne einem ständigen Zweifel an der menschlichen Zivilisation anzuhängen? Dies ist die große Frage, die Warlam Schalamows »Erzählungen aus Kolyma« zugrunde liegt.

© Thomas Hummitzsch

Das Würfelspiel des Daseins

»Anna Karenina« und »Krieg und Frieden« haben ihn weltberühmt und zur russischen Ikone gemacht – Leo Tolstoj. Nahezu sein ganzes Leben verbrachte er schreibend auf dem familieneigenen Gut in Westrussland, doch am Ende seines Lebens entfloh er der ländlichen Idylle. Doch Tolstoj stirbt auf dieser letzten Reise in den Süden. Der amerikanische Literaturwissenschaftler Jay Parini hat daraus einen faszinierenden Roman geschrieben.

© Thomas Hummitzsch

Ein Roman mit Eigenleben

In »Menschen aus Papier« erzählt der mexikanische Autor Salvador Plascencia fantasievoll von der Liebe in finsteren Zeiten und wandelt dabei zwischen den realen und fiktiven Welten. Dass seine Figuren gegen ihren Erfinder aufbegehren, gehört zu den amüsenten Seiten dieses faszinierenden Romans.