Tiefgreifende Erschütterungen
Esther Kinsky rekonstruiert in ihrem Erinnerungsroman »Rombo« die Folgen zweier Erdbeben für Mensch und Natur. Dabei gibt es Berührungspunkte zu ihrer Übersetzung von Mary Ruefles Miniaturen »Mein Privatbesitz«.
Esther Kinsky rekonstruiert in ihrem Erinnerungsroman »Rombo« die Folgen zweier Erdbeben für Mensch und Natur. Dabei gibt es Berührungspunkte zu ihrer Übersetzung von Mary Ruefles Miniaturen »Mein Privatbesitz«.
Der spanisch-französische Film »Un Año, Una Noche« begleitet ein Paar, das den Anschlag auf das Bataclan in Paris überlebt hat. Eindrucksvoll und klug komponiert geht der Film der Traumatisierung von Menschen auf den Grund.
Nicolette Krebitz’ »A E I O U – Das schnelle Alphabet der Liebe« ist eine witzige, kluge und leichtfüßige Liebesgeschichte zwischen einem ungestümen jungen Mann und einer selbstkontrollierten reifen Frau. Sophie Rois glänzt im zweiten deutschen Wettbewerbsbeitrag bei der Berlinale.
Nachdem der Beginn der Berlinale von männlichen Charakteren geprägt sind, rücken zunehmend Frauen in allen Gefühlslagen in den Mittelpunkt des Festivals. Der maskuline Blick wird dabei mehr als einmal entlarvt.
Die österreichische Regisseurin Ruth Beckermann hat aus einem Casting für einen Film über einen literarischen Porno-Klassiker einen Film gemacht. In »Mutzenbacher« hält sie die Kamera drauf, wenn sich Männer von sexualisierter Gewalt inspiriert fühlen.
Der chinesische Regisseur Li Ruijun zeigt in seinem meisterhaften Epos »Return to Dusk«, dass Glück auch auf karger Erde wachsen kann, wenn man es nur geduldig genug pflegt. Fragil bleibt es dennoch.
Der italienische Meister des Horrors Dario Argento kehrt nach über zehnjähriger Abwesenheit mit dem packenden Thriller »Occhiali Neri« fulminant auf die Leinwand zurückkehrt.
Ulrich Seidl porträtiert in »Rimini« einen Schlagersänger über seinem Zenit, der an der Adria mit allen Mitteln um seine Existenz kämpft. Dabei bebildert der österreichische Filmemacher auch das sozialpolitische Elend, das die Festung Europa an der Adria produziert.
Quentin Dupieux zeigt in Berlin seine neue Komödie »Unglaublich, aber wahr«. Man könnte die Absurdität der Gegenwart kaum in eine skurrilere Geschichte packen.
François Ozons Fassbinder-Hommage »Peter von Kant« ist ein unterhaltsamer und vielversprechender Auftakt in eine umstrittene Präsenz-Berlinale, die auf dem Höhepunkt der Omikron-Welle startet.
Damon Galgut erzählt in seinem mit dem Booker Prize ausgezeichneten Roman vom Niedergang einer weißen Familie am Tafelberg. »Das Versprechen« ist Teil der Erfolgsgeschichte, den die postkoloniale afrikanische Literatur derzeit schreibt.
Ulrich Blumenbach liebt die Langstrecke. Sechs Jahre saß er an David Foster Wallaces „Unendlicher Spaß“, fünf Jahre hat er mit Joshua Cohens „Witz“ gerungen. Ein Gespräch über komplexe Literatur, Endlossätze und die Verzweiflung beim Übersetzen.
In dem packenden iranischen Drama »Die Ballade von der weißen Kuh« spielt Regisseurin Maryam Moghadam auch die Hauptrolle. Sie verkörpert eine Frau, die sich in einer misogynen Gesellschaft nicht unterkriegen lässt.
Art Spiegelmans preisgekrönter Holocaust-Comic »Maus« wurde in Tennessee aus dem Lehrplan gestrichen. Die Schulbehörde ist der Meinung, dass 13- und 14-jährigen Schüler:innen die Bilder von Spiegelmans Fabel-hafter Familiengeschichte nicht zuzumuten seien. Diese Entscheidung zeigt, wie engstirnig und verhärtet die politische Auseinandersetzung mit zeithistorischen Themen in den USA ist.
Das Comic-Duo Fabien Grolleau und Nicolas Pitz zeichnen in ihrem Comic »Gejagt« das Leben von Angela Davis nach und zeigen ihre Bedeutung für die Bürgerrechtsbewegung – damals wie heute.