Stefan Hertmans erzählt in »Der Himmel meines Großvaters« die Geschichte seines Vorfahren, der pflichtbewusst in den Reihen des belgischen Heeres gedient hat, während die Welt um ihn herum zusammenbrach. Wir sprachen mit dem belgischen Autor über das Reproduzieren von Familiengeschichte, seinen lebenslang traumatisierten Großvater und die flämische Emanzipation in den Schützengräben.
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Der innere Krieg
So wie es kein richtiges Leben im falschen gibt, scheint es keine Menschlichkeit in der Zivilisationslosigkeit des Krieges zu geben. Tobias Lindholm erzählt in seinem Film »A War« eindrucksvoll von einem Mann, der auf einem schmalen Grat wandelt.
WeiterlesenVon Hundejahren und Schildkrötenlegionen
Sebastian Rether ist in der Comicszene noch ein relativ unbeschriebenes Blatt. Mit seinem Debüt »Foc / Feuer« – einer universellen Parabel über den Krieg in reduziertem Stil wird sich das ändern.
WeiterlesenKaddish für einen Dreihundertjährigen
»Cadenza for the Schneidermann Violin Concerto«, der nachgereichte Debütroman des Amerikaners Joshua Cohen, ist ein ebenso vergnüglicher wie ambitionierter Metaphernsalat, der ahnen lässt, dass mit der fortlaufenden Publikation seines Werkes noch Sensationelles kommt.
WeiterlesenDer flüchtige Blick in den Spiegel
Noch bis 4. September zeigt die c/o Berlin Galerie im Amerikahaus unter dem Titel »Allure [frz. Stil, Eleganz]« eine sorgfältig kuratierte Auswahl an Fotografien aus der Sammlung von Susanne von Meiss. Die zahlreichen Aufnahmen der verschiedensten Genres – Modefotografie, Street Photography oder Conceptual Photography – eint, dass sie einen flüchtigen Moment fotografisch festhalten und sichtbar machen. Der Begleitkatalog verewigt nicht nur das vergängliche Moment dieser Ausstellung, sondern erlaubt auch tiefere Einblicke in das grundsätzlich gelungene Ausstellungskonzept sowie den langen, genussvollen Blick auf das wahrhaft Schöne.
Der Mythos des Spotttölpels
Erst stark, dann schwach – die Verfilmung von Suzanne Collins Weltbestseller-Trilogie »Die Tribute von Panem« ist komplett. Können die ersten beiden Teile noch prächtig unterhalten, gleitet die Erzählung mit den Mockingjay-Filmen in ein mäßiges, mit zahlreichen Superstars besetztes Effektkino ab.
WeiterlesenEin unverschämtes Dîner
Marco Ferreri gilt neben Luis Buñuel als siner der wichtigsten spanischen Regisseure seiner Zeit. Sein mit Stars besetzter Skandalfilm »Das große Fressen«, den er selbst lieber »Essen, Lieben, Scheißen, Sterben« genannt hätte, liegt nun in digitalisierter Form vor.
WeiterlesenIst nicht genug für alle da?
Am Ende zahlt der kleine Mann. Diese Logik gehört zu den vermeintlichen Wesensmerkmalen der neoliberalen Ordnung. Marcel Fratzscher, Wolfgang Streeck und Robert Misik denken über soziale Ungleichheiten, das Ende des Kapitalismus und die Wiedergeburt der Sozialen Marktwirtschaft nach.
WeiterlesenWenn Übersetzerinnen und Übersetzer lesen
Urlaubszeit ist Lesezeit – das gilt auch für jene, die den deutschen Lesenden einen Großteil der Literatur überhaupt erst zugänglich machen. Trotz Abgabestress haben einige Übersetzerinnen und Übersetzer uns geschrieben, was sie in diesem Sommer lesen. Einige sehr gelungene Übersetzungen über die unten genannten Bücher hinaus legen wir ausdrücklich zur sommerlichen Lektüre ans Herz. Sie finden Sie in unserem Titelbild.
WeiterlesenDie Verwortung der Welt
Saša Stanišić erfüllt mit seinen Erzählungen alle Hoffnungen seiner erwartungsschwangeren Leser und beweist sich »im Artikulieren von Gedanken, im Formulieren, im Meinen« selbst als der beste aller »Fallensteller«
WeiterlesenLiving La Vida, Locas!
Die kalifornischen Hernandez-Brüder sind die Schöpfer der genialsten amerikanischen Langerzählung der Neunten Kunst. Der Reprodukt-Verlag weckt zu seinem 25. Geburtstag mit zwei erzählerischen und zeichnerischen Perlen aus dem »Love and Rockets«-Universum die Hoffnung auf mehr.
WeiterlesenRecherche gegen das Schweigekartell
Tom McCarthys starbesetztes Journalismus-Drama »Spotlight« erzählt davon, wie das kleine Investigativ-Team beim Boston Globe einen landesweiten Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche aufdeckte. Für die zurückhaltende und zugleich dringliche Inszenierung wurde die Crew im Februar mit zwei Oscars ausgezeichnet.
Weiterlesen»Ich habe immer gerne die Scheiße aufgewirbelt«
Das Kino von Louis Malle ist geprägt einerseits von einer endlosen Empathie gegenüber seinen Figuren und andererseits von einer faszinierenden Zeitlosigkeit. Ob film noir, Erotikdrama oder französische Sommerkomödie – sein Wagemut, sich immer wieder neu zu erfinden, macht ihn zum Schattenkanzler im Kabinett der Nouvelle Vague.
WeiterlesenDie Gesichter hinter den Masken
Birgit Weyhe erzählt in dem preisgekrönten Comic »Madgermanes« die verdrängte Geschichte der etwa 20.000 mosambikanischen Gastarbeiter in der DDR und lässt dabei die Bilder tanzen. Ein Meisterwerk.
WeiterlesenWitold Gombrowicz – Der Leuchtturm im Dunkeln
»Die Kunst besteht doch gerade darin, dass man nicht schreibt, was man zu sagen hat, sondern etwas völlig Unvorhergesehenes«, schrieb der polnische Dandy Witold Gombrowicz in seinem »Tagebuch«. Nun sind mit »Kronos« seine intimen Aufzeichnungen erschienen.
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