Alle Artikel in: Gesellschaft

Wo liegt Deutschland und was hat es zu bedeuten

Wie ein Koloss lag und liegt Deutschland in der Mitte Europas. Wie ein ausgebreitetes Ungetüm löst es Beklemmungen, Begierden, Träume und Traumata aus. Was diese über Jahrhunderte mit den Deutschen und seinen Nachbarn machten, beschreibt Brendan Simms in seinem Buch »Kampf um Vorherrschaft«. Der aktuellen politischen Bedeutung spürt Herfried Münkler in seinem Essay »Macht in der Mitte« nach. Zwei Bücher aus verschiedenen Perspektiven, die sich intellektuell und politisch wunderbar ergänzen.

Acht Bücher, 64 Leseratten und acht glückliche Gewinnerinnen

Unsere acht Bücher, für die wir zum Welttag des Buches neugierige Leser_innen gesucht haben, sind verlost. Zwischen 41 und 46 Lose waren je Buch in der Lostrommel. Entsprechend unwahrscheinlich war es, gezogen zu werden, oder anders gesagt: Wer ein Buch gewann, hat ganz schön Glück gehabt. Insgesamt 64 Personen haben an unserer Verlosung teilgenommen. Da es die Option gab, entweder bei allen oder nur bei ausgewählten Büchern an der Verlosung teilzunehmen, waren die Wahrscheinlichkeiten, ein Buch zu gewinnen, unterschiedlich hoch. Am schwersten war es, Carola Saavedras Blaue Blumen zu gewinnen, hier waren 46 Interessierte im Lostopf. Gewonnen hat schließlich die Buchmacherin Melanie Althage, die mit dem Roman einer Bekannten eine Freude bereiten will. In Saavedras Debütroman schreibt eine Frau Briefe an einen Mann, den sie fälschlicherweise für ihren verflossenen Liebhaber hält. Darin geht es um die Extreme des Lebens und des Liebens, um Vertrauen und Angst, Freiheit und Abhängigkeit, Nähe und Distanz, Zärtlichkeit und Gewalt. Der Mann kennt die Frau nicht, aber ihre Zeilen sind so intensiv, dass er sich über die bebende Sprache in sie verliebt. Wenn dieses Buch keine …

Acht Mal Lesefreude zu gewinnen

Zum dritten Mal findet in diesem Jahr die Aktion »Blogger schenken Lesefreude« statt. Lesebegeisterte Blogger verlosen am 23. April, dem Welttag des Buches, auf ihren Blogs Bücher, die sie selbst gern gelesen haben oder zum Lesen empfehlen. »intellectures« verlost vier Romane, zwei Sachbücher und zwei Comics, die mit weniger als 300 Seiten wie für ein entspanntes Lesewochenende gemacht sind.

Der folgenschwere Speck auf den Hüften

Der Wiener Historiker Philipp Ther hat die Transformation der osteuropäischen Länder seit 1977 immer wieder erlebt, erfahren und erlesen. Sein mit dem Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnetes Wirtschafts-Reise-Reportagen-Tagebuch »Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent« ist nicht nur ein beispielloses Lehrstück über die Transformation Osteuropas, sondern lässt uns mit Blick auf Südeuropa auch verstehen, was passiert, wenn die Gegenwart selbstgefällig ignoriert wird.

Ein Paukenschlag für die Königsdisziplin

Mit Jan Wagners »Regentonnenvariationen« gewinnt erstmals ein Lyrikband den Preis der Leipziger Buchmesse. Den Sachbuchpreis erhielt der Österreicher Historiker Philipp Ther für seine gesellschaftspolitischen Erkundungen in »Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent«. Der Preis für die beste Übersetzung ging an Mirjam Pressler für ihre Übertragung von Amos Oz’ neuem Roman »Judas«.

Fragwürdiger Armutsvoyeurismus: Das Bild des »Zigeuners«

»Wer Macht über Bilder hat, hat gleichzeitig Deutungsmacht über Menschen«, schreibt Frank Reuter in seiner hochaktuellen Studie »Der Bann des Fremden. Die fotografische Konstruktion des „Zigeuners“«. Er fordert dazu auf, die eigenen Sehgewohnheiten kritisch zu hinterfragen und statt der simplifizierenden Bildikone die Verschiedenheit innerhalb der Minderheit zu entdecken.

Die Agenten der Geldreligion

Der Berliner Germanist Joseph Vogl zeigt in seiner formidablen Funktionsanalyse der Finanzpolitik, wie Zentralbanken als unabhängige Regierungsenklaven entworfen wurden und unter den Vorzeichen demokratischer Modernisierungsprozesse zu konstitutionellen Aus(nahme)fällen geworden sind. Deren systemimmanentes Ziel bestand immer darin, die existierende Finanzpolitik aus Selbstzweck zu perpetuieren. Inzwischen stehen auch sie machtlos vor dem selbstgeschaffenen Götzen Markt.

Mapping Stereotypes

Jeder sieht die Welt mit eigenen Augen. Dieses Prinzip hat Yanko Tsvetkov auf Landkarten angewandt. Entstanden sind bislang zwei »Atlanten der Vorurteile« mit tiefgründigen Welt- und Denkbildern, die Klischees als unreflektierte Bequemlichkeiten entlarven.

»Zwischen Danse Macabre und Kindergeburtstag«

Unentwegt schreibt Dietmar Dath an den wahrscheinlichen Zukunftsszenarios der Menschheitsgeschichte. Schon sein biopolitischer Anti-Gesellschaftsentwurf »Die Abschaffung der Arten« als auch sein interstellarer Science-Fiction-Roman »Pulsarnacht« ließen seine Leser vor der Zukunft erzittern. Seine aktuelle Dystopie »Feldeváye. Roman der letzten Künste« sowie der rEvolutionscomic »Menschen wie Gras wie« schließen daran an und verheißen die »unübersichtlichste Revolution aller Zeiten«.