Alle Artikel in: Film

Brendan Fraser in »The Whale« von Darren Aronofsky als trauriger Fisch im Ozean der Liebe | © A24

Trauriger Wal

Brendan Fraser feiert in Darren Aronofskys »The Whale« ein überwältigendes Comeback als schwergewichtiger Literaturdozent. Sein in Venedig und bei den Oscars ausgezeichnetes Spiel macht diese Parabel über den Kern des Menschlichen zu ganz großem Kino.

Filmstill aus »Ennio Morricone - Der Maestro» von Giuseppe Tornatore | © PLAION PICTURES GmbH

Spiel mir das Lied von Ennio Morricone

Niemand hat dem Kino derart seinen Stempel aufgedrückt wie Ennio Morricone. Der Italo-Western ist ohne ihn nicht denkbar, aber auch Brian De Palma, Oliver Stone oder Quentin Tarrantino wussten das Genie des Italieners zu schätzen. Der Dokumentarfilm von Oscar-Preisträger Giuseppe Tornatore führt noch einmal Leben und Werk des 2020 verstorbenen Meisters der Töne vor Augen.

Filmstill aus »Empire of Light« von Sam Mendes | © The Walt Disney Company Germany.

Eine Perle des Kinos

Der britische Regisseur und Oscar-Preisträger Sam Mendes präsentiert seinen bislang persönlichsten Film. »Empire of Light« ist eine bestechende und ergreifende Hommage an seine Jugend im England der frühen 1980er-Jahre und den Zauber des Kinos. Einer der besten Filme des an guten Filmen reichen Jahres.

Filmstill aus »Jeder schreibt für sich allen« von Dominik Graf | © Lupa-FIlm. Markus Schindler

Intellektuell oder moralisch defekt?

Wie haben Erich Kästner, Gottfried Benn und Hans Fallada eigentlich im Dritten Reich gelebt? Dominik Graf geht in seinem neuen Dokumentarfilm »Jeder schreibt für sich allein« dem Denken, Schreiben und Leben deutscher Schriftsteller:innen in der Nazizeit auf den Grund.

Nan Goldin, Thora on my white bed, Brooklyn, NY, 2020 Archival pigment print (76,2 x 102 cm) | Courtesy of the artist and Marian Goodman Gallery © Nan Goldin

»Es ist etwas Persönliches«

Die amerikanische Fotografin Nan Goldin hat am Freitag den Käthe-Kollwitz-Preis 2022 der Akademie der Künste erhalten. Aus diesem Anlass zeigt die Akademie einiger Arbeiten der Amerikanerin in ihren Räumen. Parallel wurde auch der in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnete Dokumentarfilm »All the Beauty and the Bloodshed« von Laura Poitras gezeigt. Er zeigt, wie bei der Amerikanerin Leben, Fotografie und politisches Engagement zusammenfließen.

Bewegte Welten

Für manche sind sie Kinderkram, für andere große Kunst. Die Rede ist von Animationsfilmen. Die Berlinale hat einige im Programm. Ein Beitrag über Liu Jians »Art College 1994«, Makoto Shinkais »Suzume«, den Film »White Plastic Sky« von Tibor Bánóczki und Sarolta Szabó sowie »La Sirène« von Sepideh Farsi.

Zar Amir Ebrahimi und Mehran Tamadon in »Mon pire ennemi« von Mehran Tamadon | © l’Atelier Documentaire

»Auf‘n Sack gehen«

Am Ende der 73. Berlinale sprechen alle über ein Thema: toxische Männlichkeit. Die vierte Auflage des Filmfestivals unter der künstlerischen Leitung von Carlo Chatrian überzeugte mit einem spannenden Wettbewerb, lässt aber auch eine gewisse Willkür erkennen. Von den angekündigten Schwerpunkten zum Iran und zur Ukraine war wenig zu spüren. Eine erste Bilanz.

Art College 1994 von Liu Jian | © Nezha Bros. Pictures Company Limited, Beijing Modern Sky Culture Development Co., Ltd

Die Freiheit der Kunst

Der Chinese Liu Jian rückte kurz vor dem Start der Berlinale noch mit seinem Animationsfilm »Art College 1994« in den Wettbewerb des Festivals. Er erzählt darin anhand einer Handvoll Figuren von den Debatten um Kunst, Politik und Gesellschaft am Campus der Chinese Southern Academy of Arts.

»My ne zgasnemo« von Alisa Kovalenko | © Alisa Kovalenko

Land der streunenden Hunde

Heute vor einem Jahr begann Russland seinen Vernichtungskrieg gegen die Ukraine. Die aktuelle Situation im Land und die lange Geschichte dieses Konflikts werden in allen Sektionen auf der 73. Berlinale aufgegriffen. Sie reichen vom Selenski-Porträt bis zu den Eindrücken aus einem befremdlichen Sommer inmitten einer Kriegslandschaft.

Anabela Moreira und Madalena Almeida in »Mal Viver« von João Canijo | © Midas Filmes

Die Liebe ist eine Qual

Der portugiesische Regisseur João Canijo konkurriert mit dem Drama »Mal Viver« um die Bären. Darin porträtiert er fünf Frauen und ihre schwierigen Beziehungen zueinander. Parallel läuft im Nebenwettbewerb Encounters sein Film »Viver Mal«, in dem die Genialität dieses Spiegelprojekts überhaupt erst sichtbar wird.

»Suzume« von Makoto Shinkai | © 2022 "Suzume" Film Partners

Selbstsuche in Lost Places

Während in den vergangenen Jahrzehnten der japanische Animationsfilm einen festen Platz in der westlichen Filmwelt hat, war davon auf der Berlinale wenig zu spüren. Nun ist mit dem mitreißenden Epos »Suzume« erstmals seit 21 Jahren ein animierter Film aus Japan wieder im Wettbewerb vertreten.