Das ist Versailles
Der strittige Eröffnungsfilm der diesjährigen Filmfestspiele in Cannes erzählt von Moral und Befindlichkeiten am französischen Hof. Als Kostümfilm kann Maïwenns »Jeanne du Barry« überzeugen, als zeitgemäßer Kommentar kaum.
Der strittige Eröffnungsfilm der diesjährigen Filmfestspiele in Cannes erzählt von Moral und Befindlichkeiten am französischen Hof. Als Kostümfilm kann Maïwenns »Jeanne du Barry« überzeugen, als zeitgemäßer Kommentar kaum.
Drei Teenager-Girls fliegen nach Kreta, um dort den Sommer ihres Lebens zu verbringen. Sie trinken, tanzen und haben Sex, aber nicht für jede läuft es wie geplant. »How To Have Sex«, das Debüt der britischen Regisseurin Molly Manning Walker, überzeugt in seinen Zwischentönen und ist von verblüffender Reife.
Der südkoreanische Regisseur Hong Sang-soo ist längst kein Geheimtipp mehr, auch wenn Filmkritiker:innen das gern behaupten. Das Geheimnis des Erfolges seines leisen Kinos liegt in der genauen Beobachtung seiner Figuren. An ihnen zeigt er, wie nah Komödie und Tragödie im Leben beieinander liegen. Eine prächtige Blu-ray Filmbox versammelt einige seiner wichtigsten Filme.
Der dänische Regisseur Lars von Trier hat nach 25 Jahren seine legendäre Horror-Serie »Hospital der Geister« abgeschlossen. In »Geister – Exodus« lädt er noch einmal in das Königliche Reichskrankenhaus Kopenhagen ein, um in grandioser Manier den Kehraus der Dämonen zu betreiben. Seien Sie bereit für das Gute und das Böse!
Lew Hohmanns Film über den Liedermacher Hans-Eckardt Wenzel lebt von den offenen Gesprächen mit dem Sänger, der Kraft seiner Texte, dem Zauber seiner Konzerte und einer bewegten Biografie. Wer Wenzel noch nicht kennt, kann ihm hier endlich begegnen.
David Wnendt zeigt in seinem Berlin-Film »Sonne und Beton« schonungslos und realistisch die ganze Härte des Lebens in der Neuköllner Gropiusstadt. Zugleich ist der vierte Film des in Berlin lebenden Filmemachers ein mitreißender Film über Freundschaft und das Erwachsenwerden.
Der Hauptpreis des Filmfestivals in Locarno geht an den deutsch-iranischen Spielfilm »Critical Zone« von Ali Ahmadzadeh. Im Mittelpunkt steht der Dealer Amir, der in Teherans Untergrund High Society und Junkies mit Drogen versorgt.
Kristoffer Borglis schwarze Komödie »Sick of Myself« geht dahin, wo es weh tut. Seine skurrile Heldin will ihre Mittelmäßigkeit hinter sich lassen und geht dafür radikale Wege. Ein satirischer Genre-Mix, der keine Angst hat, den Body-Horror unserer Zeit im Schaufenster des Kinos bloßzustellen.
In dem neuen Film von Kirokazu Kore-eda reist ein ungleiches Trio mit Anhang durch Südkorea und wächst zur Schicksalsgemeinschaft zusammen. Das zutiefst empathische Kino des Japaners bringt uns Menschen in all ihrer Ambivalenz nahe und verweigert sich einfachen Antworten.
Anderthalb Jahre nach seinem Tod ist im Frühjahr eine »Belmondo Collection« mit einigen der wichtigsten Filme des Franzosen erschienen. Sie zeigt die Wandlungsfähigkeit der Schauspiel-Ikone Jean-Paul Belmondo, der die Nouvelle Vague ritt wie kein anderer, um schließlich auf dem Pferd des Unterhaltungskinos dem Sonnenuntergang entgegen zu reiten.
Um das seltsame Wesen namens Mensch zu verstehen, kann es nicht schaden, neue Perspektiven einzunehmen. Der mehrfach ausgezeichnete polnische Regisseur Jerzy Skolimowski beweist das in seinem in Cannes prämierten Film »EO« eindrucksvoll.
Auf diesen Film haben die Fans von Christopher Nolan gewartet. In »Oppenheimer« erzählt er in glänzenden Bildern und berauschendem Sound von dem Mann, der die Atombombe erfand. Mit dieser bildgewaltigen und nicht ganz einfach konstruierten Geschichte über einen amerikanischen Prometheus dürfte ihm eine weitere Oscar-Nominierung sicher sein.
Ali Abbasis düsterer Iran-Thriller »Holy Spider« erzählt vom fanatischen Frauenhass im Iran und basiert auf wahren Begebenheiten. Shirin Neshat blickt in ihrem Drama »Land of Dreams« einer Gesellschaft ins Gewissen, die selbst die Träume der Menschen überwacht. Beide Filme sind nun für das Heimkino zu haben.
Clemens Meyer und Thomas Stuber erzählen einmal mehr von Menschen, die im Abseits der Aufmerksamkeit stoisch ihre Kreise ziehen. »Die stillen Trabanten« handelt von Menschen, die sich Illusionen nicht leisten können, aber dennoch Träume, Ängste und Sehnsüchte in sich tragen.
Steven Spielberg erzählt in dem unterhaltsamen Märchen »Die Fabelmans« die fabelhafte Geschichte seiner Kindheit. Zugleich ist der Film eine Verneigung vor dem Kino und eine grandios bebilderte Hommage an das Filmemachen.