Die Magie des Kinos
Steven Spielberg erzählt in dem unterhaltsamen Märchen »Die Fabelmans« die fabelhafte Geschichte seiner Kindheit. Zugleich ist der Film eine Verneigung vor dem Kino und eine grandios bebilderte Hommage an das Filmemachen.
Steven Spielberg erzählt in dem unterhaltsamen Märchen »Die Fabelmans« die fabelhafte Geschichte seiner Kindheit. Zugleich ist der Film eine Verneigung vor dem Kino und eine grandios bebilderte Hommage an das Filmemachen.
Ilker Çataks Spielfilm »Das Lehrerzimmer« zeigt, was auf der menschlichen Ebene im Schulsystem schief gehen kann. Sein Film erzählt die Geschichte eines dunklen Verdachts und seiner Eskalation. Leonie Benesch beeindruckt dabei als Lehrerin mit Idealen, die sich mehr als nur eine Schramme einfängt.
Brendan Fraser feiert in Darren Aronofskys »The Whale« ein überwältigendes Comeback als schwergewichtiger Literaturdozent. Sein in Venedig und bei den Oscars ausgezeichnetes Spiel macht diese Parabel über den Kern des Menschlichen zu ganz großem Kino.
Niemand hat dem Kino derart seinen Stempel aufgedrückt wie Ennio Morricone. Der Italo-Western ist ohne ihn nicht denkbar, aber auch Brian De Palma, Oliver Stone oder Quentin Tarrantino wussten das Genie des Italieners zu schätzen. Der Dokumentarfilm von Oscar-Preisträger Giuseppe Tornatore führt noch einmal Leben und Werk des 2020 verstorbenen Meisters der Töne vor Augen.
Der britische Regisseur und Oscar-Preisträger Sam Mendes präsentiert seinen bislang persönlichsten Film. »Empire of Light« ist eine bestechende und ergreifende Hommage an seine Jugend im England der frühen 1980er-Jahre und den Zauber des Kinos. Einer der besten Filme des an guten Filmen reichen Jahres.
Wie haben Erich Kästner, Gottfried Benn und Hans Fallada eigentlich im Dritten Reich gelebt? Dominik Graf geht in seinem neuen Dokumentarfilm »Jeder schreibt für sich allein« dem Denken, Schreiben und Leben deutscher Schriftsteller:innen in der Nazizeit auf den Grund.
Die amerikanische Fotografin Nan Goldin hat am Freitag den Käthe-Kollwitz-Preis 2022 der Akademie der Künste erhalten. Aus diesem Anlass zeigt die Akademie einiger Arbeiten der Amerikanerin in ihren Räumen. Parallel wurde auch der in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnete Dokumentarfilm »All the Beauty and the Bloodshed« von Laura Poitras gezeigt. Er zeigt, wie bei der Amerikanerin Leben, Fotografie und politisches Engagement zusammenfließen.
Für manche sind sie Kinderkram, für andere große Kunst. Die Rede ist von Animationsfilmen. Die Berlinale hat einige im Programm. Ein Beitrag über Liu Jians »Art College 1994«, Makoto Shinkais »Suzume«, den Film »White Plastic Sky« von Tibor Bánóczki und Sarolta Szabó sowie »La Sirène« von Sepideh Farsi.
Der fast zweistündige Film über eine Anlaufstelle für geistig kranke Menschen des Franzosen Nicolas Philibert gewinnt den Goldenen Bären der 73. Berlinale. Christian Petzold und Angela Schanelec sammeln weitere Bären ein, ein faszinierendes Kind wird für die Beste schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle ausgezeichnet.
Am Ende der 73. Berlinale sprechen alle über ein Thema: toxische Männlichkeit. Die vierte Auflage des Filmfestivals unter der künstlerischen Leitung von Carlo Chatrian überzeugte mit einem spannenden Wettbewerb, lässt aber auch eine gewisse Willkür erkennen. Von den angekündigten Schwerpunkten zum Iran und zur Ukraine war wenig zu spüren. Eine erste Bilanz.
Christoph Hochhäuslers queerer Film Noir »Bis ans Ende der Nacht« schließt den Wettbewerb der Berlinale. Noch einmal geht es um die Suche der eigenen Identität inmitten traumatisierter Seelenlandschaften.
1980 blickt der Schriftsteller James Baldwin auf die Bürgerrechtsbewegung zurück und fragt sich, was aus den Vereinigten Staaten geworden ist. Dick Fontaines restaurierter Dokumentarfilm »I heard it through the Grapewine« ist Zeitgeschichte und ein Dokument der Schwarzen Emanzipation.
Der Chinese Liu Jian rückte kurz vor dem Start der Berlinale noch mit seinem Animationsfilm »Art College 1994« in den Wettbewerb des Festivals. Er erzählt darin anhand einer Handvoll Figuren von den Debatten um Kunst, Politik und Gesellschaft am Campus der Chinese Southern Academy of Arts.
Heute vor einem Jahr begann Russland seinen Vernichtungskrieg gegen die Ukraine. Die aktuelle Situation im Land und die lange Geschichte dieses Konflikts werden in allen Sektionen auf der 73. Berlinale aufgegriffen. Sie reichen vom Selenski-Porträt bis zu den Eindrücken aus einem befremdlichen Sommer inmitten einer Kriegslandschaft.
Der portugiesische Regisseur João Canijo konkurriert mit dem Drama »Mal Viver« um die Bären. Darin porträtiert er fünf Frauen und ihre schwierigen Beziehungen zueinander. Parallel läuft im Nebenwettbewerb Encounters sein Film »Viver Mal«, in dem die Genialität dieses Spiegelprojekts überhaupt erst sichtbar wird.