Alle Artikel in: Film

Rose Byrne in »If I Had Legs I’d Kick You« von Mary Bronstein | © Logan White / © A24

Mütter am Rand des Nervenzusammenbruchs

Im Wettbewerb der Berlinale spielen Mütter und ihre Nerven eine große Rolle. Mary Bronstein und Johanna Moder zeigen in ihren Filmen, wie schrecklich, überfordernd, bedrängend und beängstigend Mutterschaft sein kann. Iván Fund und Frédéric Hambalek lassen mit übersinnlichen Kräften unterhaltsamere Töne anklingen.

»Die Möllner Briefe« von Martina Priessner | © inselfilm produktion

Rassismus tötet – in Hanau, Mölln, überall

Der rechtsextreme Anschlag von Hanau, bei dem neun Menschen umgebracht worden sind, jährt sich zum fünften Mal.  Die Dokumentation »Das Deutsche Volk« ist ein filmisches Denkmal für die Opfer und erzählt die Geschichten der Überlebenden und Angehörigen. Die Doku »Die Möllner Briefe« begleitet 30 Jahre nach den dortigen rassistischen Angriffen Überlebende und Hinterbliebene.

Robert Pattinson Mickey 17 von Bong Joon Ho USA, KOR 2024, Berlinale Special © 2025 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved

Creepy Politics

Der neue Film von Oscarpreisträger Bong Joon Ho ist eine dystopische Space Opera, in der gescheiterte Politiker und vermögende Tech-Millionäre ein besseres Leben im All versprechen. Zugleich ist seine Weltraumodyssee »Mickey 17«, die bei der Berlinale erstmals dem deutschen Publikum gezeigt wird, eine Ode an die Menschlichkeit.

Bei uns hei´ßt sie Hanka | © Neue Visionen Filmverleih

»Und sorbisch bleibe ich«

Die Autorin und Filmemacherin Grit Lemke beleuchtet in ihrem neuen Film »Bei uns heißt sie Hanka« die sorbische Identität abseits der Folklore. Ihr autobiografisch grundierter Dokumentarfilm macht die Tradition und Gegenwart des wendischen Lebens auf ansteckende Weise greifbar.

Hana (Ryo Nishikawa) lebt mit ihrem Vater Takumi in »Evil does not exist« von Ryusuke Hamaguchi im Dorf Mizubiki in der Nähe von Tokio | © Pandora Film / NEOPA, Fictive

Das Böse und die Harmonie

Der japanische Regisseur Ryusuke Hamaguchi gewann mit seiner Murakami-Verfilmung »Drive My Car« einen Oscar. Nun ist sein neuer Film »Evil Does Not Exist« im Kino zu sehen, der in meditativen Bildern dem Raubbau des Menschen an der Natur auf den Grund geht.

Szene aus »Io Capitano« von Matteo Garrone | © 2023 Greta De Lazzaris / XVerleihAG

Politisches Kino und die Ästhetik

In den vergangenen Monaten sind einige eindrucksvolle Filme in die Kinos gekommen, die die weltweiten Flüchtlingsbewegungen in den Blick nehmen. Agnieszka Holland erzählt vom Elend an der polnisch-belarussischen Grenze, Brandt Andersen von den verschiedenen, in eine Flucht involvierten Akteuren und Matteo Garrone von der abenteuerlichen Reise zweier senegalesischer Teenager. Dabei verfolgen die Filmemacher:innen unterschiedliche ästhetische Konzepte.

»Oppenheimer« und »Poor Things« dominieren Oscarverleihung

Viele hatten auf den Barbenheimer-Effekt gesetzt, doch am Ende ging Greta Gerwigs emanzipierter Turn der Barbie-Story bei den Oscars 2024 fast leer aus. Yorgos Lanthimos Frankenstein-Variation »Poor Things« hält die Fahne des Feminismus hoch, Hayao Miyazaki bekam für seinen mutmaßlich letzten Film seinen zweiten Oscar. Die drei deutschen Oscar-Kandidat:innen sowie Altmeister Martin Scorcese blieben ohne Auszeichnung.

Sandra Hüller in »Anatomie eines Falls« von Justine Triet | © Les Films Pelléas, Les Films de Pierre


Wahrheit und Fiktion

In Justine Triets »Anatomie eines Falls« spielt Sandra Hüller als Schriftstellerin und Mutter unter Verdacht groß auf. In Cannes gewann der Film die Goldene Palme, in London den Bafta für das beste Originaldrehbuch. Bevor der Film Ende des Monats im besten Fall fünf Oscars gewinnen kann, unter anderem auch Sandra Hüller als beste Hauptdarstellerin, startet Justine Triets Justizthriller hier für das Heimkino.

Benn Platt und Molly Gordon in »Theater Camp« von Nick Lieberman und Molly Gordon | © 20 Century Studios DE

Theater als Schule des Lebens

Die Bühnen-Komödie »Theater Camp« erzählt von jungen Menschen, die von den Bühnen der Welt träumen. Das fulminante und unterhaltsame Debüt von Nick Lieberman und Molly Gordon, in Sundance mit dem Preis der Jury ausgezeichnet, ist eine Hommage an die rebellische Alternativkultur, die mehr und mehr verschwindet.